Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sammelklage-us-amerikanerin-verklagt-smarten-vibratorhersteller-1609-123300.html    Veröffentlicht: 16.09.2016 17:10    Kurz-URL: https://glm.io/123300

Sammelklage

US-Amerikanerin verklagt smarten Vibratorhersteller

Ein smarter Vibrator, der nach Hause telefoniert. Damit will sich eine US-Amerikanerin nicht abfinden und verklagt den Hersteller, der offenbar genaue Protokolle über die Nutzung des We-Vibe anlegt.

Weil der smarte Vibrator We-Vibe Rave ohne Genehmigung persönliche Informationen der Nutzer gesammelt hat, verklagt eine US-Amerikanerin den Hersteller Standard Innovation [Quelle als PDF]. Das Gerät kann nur vollumfänglich genutzt werden, wenn Nutzer es per Bluetooth mit einem Android oder iPhone verbinden und die vom Hersteller entwickelte App nutzen.

Der WE-Vibe ermöglicht darüber die Fernsteuerung des Vibrators, per Freigabe über die "Connect Lover"-Funktion kann auch der Partner eingeladen werden, das Gerät zu steuern. Die Klägerin beschwert sich konkret darüber, dass die Apps vertrauliche Daten an den Hersteller hochladen, ohne die Kunden darauf hinzuweisen.

Zeitraum der Nutzung wird genau protokolliert

So würde der Zeitraum der Nutzung genauso protokolliert wie die gewählten Vibrationseinstellungen und zusammen mit der Mailadresse der Nutzer an einen Server in Kanada geschickt. Auch bei der Nutzung der "Connect Lover"-Funktion werden Informationen gesammelt, unter anderem die Temperatur des Geräts und der Akkustand. Über Connect Lover können Nutzer auch chatten oder Videonachrichten austauschen.

Eine Einwilligung der Nutzer in die Datenübertragung sei jedoch zu keinem Zeitpunkt erfolgt, so die Klägerin. Das Unternehmen würde diesen Sachverhalt sogar gezielt nicht kommunizieren, weil potenzielle Kunden sich davon gestört fühlen könnten. Die Klage stützt sich auch auf die Tatsache, dass das Unternehmen die App-Funktionalität des Vibrators aktiv auf der Verpackung bewirbt.

Die Klägerin hatte selbst das Modell We-Vibe Rave für rund 130 US-Dollar erworben. Die Klage wurde aber nicht nur auf ihren eigenen Namen eingereicht, sondern als Sammelklage nach US-Recht (Class-Action Complaint).  (hg)


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