Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/antiviren-entwickler-john-mcafee-soll-morde-und-vergewaltigung-begangen-haben-1609-123237.html    Veröffentlicht: 13.09.2016 16:11    Kurz-URL: https://glm.io/123237

Antivirenentwickler

John McAfee soll Morde und Vergewaltigung begangen haben

Ein Dokumentarfilm erhebt schwere Anschuldigungen gegen John McAfee. Während seiner Zeit in Belize soll er zwei Männer getötet und eine Frau vergewaltigt haben. McAfee weist die Vorwürfe zurück und wirft dem Filmteam vor, Quellen bestochen zu haben.

John McAfee soll während seiner Zeit in Belize zwei Morde begangen und eine Frau unter Drogeneinfluss vergewaltigt haben. Diese Vorwürfe erhebt ein neuer Dokumentarfilm mit dem Titel "Gringo: The dangerous life of John McAfee", der am 24. September in den USA bei Showtime Premiere haben wird und über den The Verge berichtet. Dass McAfee seinen damaligen Nachbarn in Belize umgebracht haben soll, ist kein neuer Vorwurf.

Die Doku unterstellt dem Gründer der Sicherheitsfirma McAfee aber darüber hinaus, einen Geschäftsmann "gefoltert und getötet" zu haben. Der Film der Oscar-Preisträgerin Nanette Burstein beruht auf Interviews mit mehreren Zeugen aus McAfees Zeit in Belize.

Einige der Interviewpartner bezichtigen McAfee vor laufender Kamera, dass er 5.000 US-Dollar an einen Bodyguard gezahlt haben soll, um seinen Nachbarn Gregory Faull zu ermorden, weil dieser einen seiner Hunde vergiftet haben soll.

McAfee soll dem Film zufolge einen weiteren Mann ermordet haben, den Geschäftsmann Dave Middleton. Außerdem habe er eine ehemalige Geschäftspartnerin, die die Vorwürfe im Film selbst erhebt, unter Drogen gesetzt und danach vergewaltigt. Ob es eine Anzeige gibt, ist nicht bekannt. McAfee selbst bestreitet, die ihm vorgeworfenen Taten begangen zu haben. Der Film basiere auf erfundenen Aussagen, die Filmemacher hätten die Interviewpartner für die Aussagen vor der Kamera bezahlt.

McAfee floh aus Belize

McAfee war nach Bekanntwerden der ersten Beschuldigung vor einigen Jahren aus Belize geflohen und lebt mittlerweile wieder in den USA. In den vergangenen Jahren machte er meist nur durch absurde öffentliche Äußerungen auf sich aufmerksam.

So blamierte er sich mit einem angeblichen Whatsapp-Hack, wollte mit der Cyberpartei Präsident werden und kündigte kürzlich an, Intel zu verklagen, weil er erneut eine Sicherheitsfirma unter seinem eigenen Namen gründen wollte. Die Firma McAfee und die Namensrechte hatte er jedoch vor einigen Jahren an Intel verkauft. Intel hat McAfee vergangene Woche als neue Firma mit einem Investor ausgegliedert, nachdem der Bereich zuvor nur als Intel Security geführt wurde.

Bislang ist nicht bekannt, wann und ob der Film in Deutschland starten wird. Wir haben Showtime um ein entsprechendes Statement gebeten, aber bislang keine Antwort erhalten.  (hg)


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