Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/insolvenz-unister-soll-staatliche-foerdergelder-zurueckzahlen-1609-123225.html    Veröffentlicht: 12.09.2016 18:50    Kurz-URL: https://glm.io/123225

Insolvenz

Unister soll staatliche Fördergelder zurückzahlen

Unister muss einen kleinen Teil der staatlichen Fördergelder zurückzahlen. Die Geschäfte mit fluege.de oder ab-in-den-urlaub.de laufen weiter sehr gut.

Sachsen fordert vom Unister 1,4 Millionen Euro Fördergelder zurück. Das berichtet der MDR (Mitteldeutscher Rundfunk) unter Berufung auf einen Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Es geht um Zahlungen für die Tochter Unister Factory. Die Rückforderungsbescheide seien bereits an den Insolvenzverwalter gegangen. Grund sei das Insolvenzverfahren.

Sachsen hat Unister laut den Informationen von MDR Aktuell seit dem Jahr 2007 rund 8 Millionen Euro Fördergelder bewilligt. Zwei Förderungen seien bereits abgeschlossen. Die Überprüfung dieser beiden Vorhaben habe keine Beanstandungen ergeben, erklärte das Ministerium. Rückforderungen seien nicht mehr möglich.

Unister betreibt rund 40 Internetportale, darunter fluege.de und ab-in-den-urlaub.de. Nach dem Tod von Firmenchef Thomas Wagner Mitte Juli 2016 bei einem Flugzeugabsturz hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet. 1.048 Beschäftigte sind von dem Verfahren betroffen.

Nachhaltig profitabel arbeiten

Wie das Handelsblatt berichtet, buchen nach wie vor Kunden über die Reise-Portale des Unternehmens. "Obwohl das Marketing eine Zeit lang ausgesetzt war, zahlreiche Firmen Insolvenz anmelden mussten und das Unternehmen ständig in den Schlagzeilen steht, können wir Portale wie fluege.de oder ab-in-den-urlaub.de fortführen", sagte der Insolvenzverwalter Lucas Flöther.

Ursprünglich wollte der Jurist den laufenden Verkaufsprozess Ende des Monats abschließen. Derzeit sind noch sechs Bieter um das Reisegeschäft des Unternehmens in Verhandlungen. Laut Handelsblatt verhandelt Flöther jedoch mit dem Gläubigerausschuss nun darüber, die Geschäfte nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens selbst fortzuführen. Der Verwalter gehe davon aus, "dass wir im eröffneten Verfahren nachhaltig profitabel arbeiten können." Wenn Flöther über mehrere Monate mit den Reiseportalen Geld verdient, wird das Vertrauen bei den Investoren schaffen. "Wir stehen nicht mit dem Rücken zur Wand", sagte Flöther.  (asa)


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