Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/entwickler-sap-schliesst-fuenf-standorte-in-deutschland-1609-123177.html    Veröffentlicht: 08.09.2016 17:06    Kurz-URL: https://glm.io/123177

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SAP schließt fünf Standorte in Deutschland

520 Beschäftigte bei SAP sollen umziehen, ihre Büros werden geschlossen. Eine Software wird nicht mehr weiterentwickelt.

SAP schließt bis Ende des kommenden Jahres fünf Standorte. Wie die Wirtschaftswoche berichtet, sind Göttingen in Niedersachen sowie Bensheim, Raunheim, Mörfelden-Walldorf und Darmstadt in Südhessen mit insgesamt 520 Beschäftigten betroffen.

In Göttingen sind rund 100 Mitarbeiter betroffen, die seit dem Jahr 2011 mit der Übernahme von Crossgate zu SAP gehören. Laut Informationen der IG Metall sei die Miete für das Gebäude vergleichsweise günstig, und die Entgelte der ehemaligen Crossgate-Beschäftigten lägen unter dem SAP-Standard. Den Beschäftigten würde eine andere Arbeit am Konzernsitz in Walldorf angeboten.

Die rund 420 SAP-Beschäftigten in Bensheim, Raunheim, Mörfelden-Walldorf und Darmstadt sollen künftig in Eschborn oder Walldorf arbeiten.



Ein SAP-Sprecher sagte Golem.de: "SAP konsolidiert die südhessischen Standorte Bensheim, Darmstadt, Rauenberg und Walldorf-Mörfelden am neu zu errichtenden Standort Eschborn. Der Bezug des neuen Gebäudes in Eschborn ist nach Fertigstellung für 2018 geplant. Bei der Konsolidierung handelt es sich um eine reine Facility-Management-Maßnahme, die sich nicht auf die Zahl der Mitarbeiter auswirkt."

Der alleinige Fokus liege für SAP auf Ariba, Crossgate-Produkte und -Services würden nicht mehr weiter entwickelt. "Im Zuge dieser Maßnahmen wird auch der Standort Göttingen geschlossen. Für die betroffenen Mitarbeiter arbeiten wir derzeit an sozial verantwortlichen Lösungen. Wir wachsen in Deutschland weiter. Deswegen können wir alternative Arbeitsplätze bei SAP anbieten, die allerdings Flexibilität und Mobilität voraussetzen."

Weltweiter Stellenabbau

Erst im Januar 2016 wurden über ein Abfindungsprogramm bei SAP 600 Arbeitsplätze abgebaut. Am härtesten traf der Stellenabbau mit 400 Mitarbeitern die SAP Deutschland AG (SAP LGD), wo 5.000 Menschen arbeiteten. Das Abfindungsprogramm wurde wegen der hohen Nachfrage ausgebaut, und die Finanzen deutlich erhöht.

SAP will weltweit rund 2.200 Stellen streichen, etwa drei Prozent der Beschäftigten sind betroffen. Laut einem Medienbericht würden damit in Europa 7,5 Prozent der SAP-Jobs abgebaut. Betroffen sind Abteilungen wie Product & Innovation und Global Service & Support.

Durch gleichzeitige Neueinstellungen werde der Softwarekonzern nach eigenem Bekunden wieder ein Stellenwachstum haben. Nach Information der IG Metall sind Beschäftigte in den Bereichen betroffen, von denen SAP zukünftig kein Wachstum mehr erwartet.

Das Programm sei zumindest in Europa auf Freiwilligkeit ausgelegt, dort seien betriebsbedingte Kündigungen diesmal ausgeschlossen.  (asa)


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