Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/micro-focus-hp-enterprise-verkauft-software-fuer-2-5-milliarden-dollar-1609-123172.html    Veröffentlicht: 08.09.2016 15:21    Kurz-URL: https://glm.io/123172

Micro Focus

HP Enterprise verkauft Software für 2,5 Milliarden Dollar

Kaum einer kennt Micro Focus, dem jetzt viele Software-Produkte von HP Enterprise gehören. Darunter ist auch Autonomy.

HP Enterprise verkauft große Softwarebereiche an das britische Unternehmen Micro Focus. Das gab der US-Konzern bekannt. Micro Focus zahlt HP Enterprise 2,5 Milliarden US-Dollar, während die HP-Enterprise-Aktionäre weiter 50,1 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen besitzen, das jedoch Aktien im Wert von 6,3 Milliarden US-Dollar herausgeben wird. Es handelt sich um eine umgekehrte Fusion.

Die Führung wird weiterhin beim Management von Micro Focus liegen. Das britische Unternehmen war bislang hauptsächlich als Dienstleister für Legacy Software für Konzerne tätig. Kernbereiche sind Enterprise Application Modernisation, Testing und Software Management. Die Firma mit Sitz in Newbury, England, hat 4.300 Beschäftigte. Die Übernahme werde die Belegschaft verdreifachen, sagte Micro-Focus-Chef Kevin Loosemore.

Im Jahr 2014 kaufte Micro Focus für 1,2 Milliarden US-Dollar Attachmate und in diesem Jahr Serena Software für 540 Millionen US-Dollar. Micro Focus hatte sich im Zuge der Aufspaltung an HP gewandt, um Übernahmemöglichkeiten zu prüfen. Die Fusion unterliegt den üblichen Vollzugsvoraussetzungen, einschließlich der kartellrechtlichen Genehmigungen und der Zustimmung der Aktionäre, und wird voraussichtlich im dritten Quartal 2017 abgeschlossen.

Was bekommt Micro Focus

Micro Focus erhält Firmen wie Autonomy, Mercury Interactive, das HP im Jahr 2006 für 4,5 Milliarden US-Dollar kaufte, Vertica (320 Millionen US-Dollar) und Arcsight, das vor sechs Jahren 1,5 Milliarden US-Dollar kostete. HP hatte 2012 Autonomy für 10,3 Milliarden US-Dollar übernommen. Autonomy ist ein 1996 gegründeter Hersteller von Unternehmenssoftware mit Hauptsitzen im britischen Cambridge und in San Francisco. Die Grundlagen der Software wurden an der Universität Cambridge entwickelt. Autonomys Infrastruktursoftware richtet sich an Großunternehmen. Das Hauptprodukt, die Idol-Plattform, basiert auf einem Verfahren zur Mustererkennung und Konzeptextraktion. Im November 2012 warf HP Autonomy Buchhaltungstricks vor, durch die der Wert des Unternehmens beim Kauf künstlich erhöht worden sei.

Der HP-Konzern hatte sich im Herbst 2015 aufgespalten. In dem Unternehmen Hewlett Packard Enterprise sind seit der Aufspaltung das Servergeschäft, Aruba-Wifi und Networking, die Software mit IT Ops, Big Data, Security und Services zusammengefasst. Weltweit sind dort 200.000 Mitarbeiter tätig. In der Firma HP sollen die Druck- und PC-Produkte unter dem alten Firmenlogo laufen.

Zudem gründete Hewlett Packard Enterprise (HPE) im Mai 2016 seine Servicesparte aus und legte sie mit Computer Sciences Corp (CSC) zusammen. Das Volumen der Fusion betrug 8,5 Milliarden US-Dollar. Betroffen von der neuerlichen Abspaltung waren rund 100.000 Beschäftigte bei HPE.  (asa)


Verwandte Artikel:
Elitebook 7x5 G5: HP plant Business-Ultrabooks mit Ryzen Pro   
(07.03.2018, https://glm.io/133190 )
Sprocket Plus: HP-Taschendrucker soll Sofortbildkamera ersetzen   
(01.03.2018, https://glm.io/133085 )
HP Omen X VR im Test: VR auf dem Rücken kann nur teils entzücken   
(20.02.2018, https://glm.io/132852 )
Device as a Service: Bei HP jetzt auch Apple-Geräte und VR-Headsets mieten   
(16.02.2018, https://glm.io/132822 )
HP und Fujitsu: Mechanischer Docking-Port bleibt bis 2019   
(07.02.2018, https://glm.io/132633 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/