Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/baden-wuerttemberg-unitymedia-setzt-testweise-trenching-fuer-glasfaserausbau-ein-1609-123152.html    Veröffentlicht: 07.09.2016 19:42    Kurz-URL: https://glm.io/123152

Baden-Württemberg

Unitymedia setzt testweise Trenching für Glasfaserausbau ein

In einem Pilotprojekt setzt Unitymedia auf Trenching. Der Kabelnetzbetreiber baut sehr viel stärker in der Fläche aus, weil die Nachfrage deutlich gestiegen sei.

Unitymedia nutzt testweise die alternative Verlegetechnik Trenching. Das sagte Wolf Osthaus, Senior Vice President für Regulierung bei Unitymedia Golem.de am Rande des 2. Breitband-Symposiums am 7. September 2016 in Berlin. Der Kabelnetzbetreiber setzte die Technik in Baden-Württemberg im Landkreis Waldshut ein.

Um sehr hohe Datenübertragungsraten zu erreichen, müssen auch die Kabelnetzbetreiber die Glasfaser näher zum Endkunden bringen. Osthaus: "Wir bauen sehr viel stärker in der Fläche aus, weil die Nachfrage deutlich gestiegen ist. Dabei kommt Micro-Trenching zum Einsatz, um Glasfaser auch in sehr ländlichen Gebieten zu verlegen."

Im Augenblick sei der Einsatz von Trenching noch ein Pilot, ansonsten "bauen wir meist noch ganz in konventioneller Grabetechnik. Trenching ist ja auch nur einer von vielen möglichen Wegen, kosteneffizient zu verlegen", erklärte er.

Moderne Verlegungsmethoden wie Mini- und Micro-Trenching oder Hydro-Verfahren - also Bohrspülungen - können die Verlegekosten für Glasfaser um rund 30 Prozent senken. Beim Micro-Trenching werden mit Frästechnik schmale Gräben und Schlitze in den Asphalt oder in die Pflasterung geschnitten. Diese Verlegemethode beansprucht nur wenig Platz und ermöglicht eine schnelle Fertigstellung von Glasfasertrassen, der eigentliche Tiefbau entfällt an vielen Stellen.

Die Deutsche Telekom setzte im April 2016 erstmals in Bad Honnef in Nordrhein-Westfale Micro-Trenching ein. Es wurde entlang der Bürgersteigkante mit einer sehr scharfen Diamantfräse getrennt. In 25 Zentimeter Tiefe verbinde sich das Füllmaterial mit der Bordsteinkante, um eine stabile Verbindung zu erreichen. Mitten auf der Straße im Asphalt sei dagegen im Laufe der Jahre du durch Lastwagen eine Materialermüdung zu erwarten, erklärte das Unternehmen.  (asa)


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