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Bristol Ridge

AMD veröffentlicht erste APUs und Chipsätze für Sockel AM4

AMD bringt Bristol Ridge für Desktop-PCs. Sie unterscheiden sich kaum von den Notebook-Modellen, umso spannender sind die neuen Chipsätze für den Sockel AM4. Bastler müssen jedoch warten.

AMD hat die Desktop-Ableger der bisher einzig für Notebooks verfügbaren Kombiprozessoren namens Bristol Ridge vorgestellt. Verglichen mit den mobilen Varianten steigen die Frequenzen der CPU-Module und der Grafikeinheit, allerdings laufen die Chips nicht auf bisherigen Mainboards. Bristol Ridge setzt den Sockel AM4 voraus, welcher auch für Summit Ridge verwendet wird, und erfordert neue Chipsätze. Für SFF-Rechner (Small Form Factor) hat Bristol Ridge genügend I/O integriert, da es sich im ein System-on-a-Chip handelt.

Das Portfolio umfasst sieben Modelle mit integrierter Grafikeinheit und eines ohne, was quasi dem bisherigen Athlon X4 845 entspricht. AMD unterteilt die Chips grundlegend in zwei Klassen, eine mit 35 und eine mit 65 Watt thermischer Verlustleistung. Die sparsameren Varianten ähneln bis auf +100 oder +200 MHz für die CPU-Kerne den Notebook-Chips, die 65-Watt-Modelle takten ein bisschen flotter. Hier wird deutlich, dass das Design nie auf hohe Frequenzen ausgelegt war, sondern AMD bewusst die Effizienz im Fokus hatte.

Technische Basis sind weiterhin zwei CPU-Module mit vier Excavator-Kernen und eine Grafikeinheit mit GCN-v3-Architektur und acht Compute Units, also 512 Shader-Einheiten. Alle Bristol Ridge weisen ein Dual-Channel-Interface auf und benötigen DDR4-Arbeitsspeicher. Der ist bei gleicher Geschwindigkeit und Kapazität klar günstiger als DDR3: So gibt es acht GByte DDR4-2133 schon für rund 35 Euro, wenn zwei 4-GByte-Module gekauft werden. Die neuen Chips unterstützen alle DDR4-2400, der Northbridge-Takt liegt bei 1,4 GHz (reguläre APUs mit 65 Watt) und 1,3 GHz (E-Versionen mit 35 Watt).

Leider ist AMDs Namensgebung nicht stringent: Die A12-Chips nutzen zwar alle vier Kerne und 512 Shader-Einheiten, schon darunter gibt es aber Chaos. Die A10 sind mit 384 ALUs verfügbar, die A8 hingegen mit 384 und 256 Rechenkernen. Bei den A6 ist zumindest durchweg nur ein Modul, also zwei CPU-Kerne, aktiv. In allen Bristol Ridge stecken acht PCIe-3.0-Lanes für Grafikkarten, zwei weitere können für M.2-SSDs verwendet werden. Hinzu kommen zwei Sata-6-GBit/s- und vier USB-3.0-Ports. Diese Ausstattung genügt für viele Systeme.

Für Rechner, die mehr Anschlüsse benötigen, hat AMD die beiden ersten Chipsätze für die AM4-Plattform erläutert, welche mit je vier PCIe-3.0-Lanes mit der APU verbunden werden. Der A320- und der besser ausgestattete B350-Chip alias Promontory sind die Nachfolger von unter anderem dem A68H (Sockel FM2+) und dem 970 (Sockel AM3+). Beide Neulinge unterstützen nativ USB 3.1 Gen2, was sie moderner macht als die Intel-Konkurrenz.

Nur einer respektive zwei Ports sind an sich ausreichend, zwei USB-3.0- und sechs USB-2.0-Ausgänge und vier Sata-6-GBit/s-Anschlüssen für die meisten Nutzer genug. Dünner fällt die Anzahl an Lanes aus: Sechs (B350) und vier (A320) Bahnen gibt es, obendrein einzig mit PCIe-2.0-Geschwindigkeit. Es gilt allerdings abzuwarten, wie gut die X-Version ausgestattet ist. Die dürfte mehr als 5,8 Watt benötigen - die nennt AMD für den B350, was ziemlich sparsam ist. AMD lässt die Chips in einem 55-nm-Verfahren bei der TSMC fertigen.

Die AM4-Plattform wird AMD vorerst einzig in Form von Komplett-PCs anbieten. Als Partner werden HP und Lenovo aufgezählt, weitere sollen folgen. Für Endkunden folgen AM4-Boards dann, wenn auch Summit Ridge veröffentlicht ist, was laut Mainboard-Herstellern vor Ende 2016 nicht der Fall sein wird.  (ms)


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