Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/osmo-mobile-dji-praesentiert-gimbal-fuers-smartphone-1609-122998.html    Veröffentlicht: 01.09.2016 10:00    Kurz-URL: https://glm.io/122998

Osmo Mobile

DJI präsentiert Gimbal fürs Smartphone

DJI stellt die Gimbal-Technologie seiner Drohnen jetzt auch für Smartphones zur Verfügung: Der neue Osmo Mobile ist ein Stabilisator, in den einfach ein Smartphone eingeklemmt wird. In einem ersten Kurztest hat besonders die Tracking-Funktion überzeugt.

Der Multicopter-Hersteller DJI hat einen neuen Gimbal vorgestellt, der sich an Smartphone-Nutzer richtet. Vom Prinzip her ist der Osmo Mobile ein Gimbal wie die bisherigen Modelle Osmo und Osmo+; anstelle einer Kamera ist allerdings eine Halterung für ein Smartphone am oberen Ende eingebaut.

DJI erhofft sich als Zielgruppe zum einen Videoblogger, die keinen großen Mitarbeiterstab haben, sowie Smartphone-Besitzer, die schlicht bessere Videos machen wollen. Golem.de konnte sich den neuen Gimbal bereits in einem ersten Kurztest anschauen.

Beim Osmo Mobile können Android-Smartphones oder iPhones mit einer Breite von bis zu 85 mm eingesetzt werden. Die Verbindung zum Osmo-Griff erfolgt über Bluetooth, nicht über WLAN wie bei den bisherigen Osmos. Dadurch kann die Akkulaufzeit des Gimbals auf 4,5 Stunden verlängert werden - anstelle von unter einer Stunde.

Schwenks und Kamerafahrten ohne Ruckler

Das Smartphone muss nach dem Einsetzen ein Mal manuell ausbalanciert werden, anschließend hält der Gimbal es stabil. Auch stärkere Bewegungen werden dann ausgeglichen, Kamerafahrten und Schwenks werden ohne Ruckler aufgenommen. Möglich macht das eine 3-Achsen-Stabilisierung. Nach kurzer Zeit bekommen wir ein Gefühl für die Reaktionen des Osmo Mobiles und können verwacklungsfreie Videos aufnehmen.

Die Steuerung des Osmo Mobile erfolgt wie bei den anderen Osmo-Modellen zum einen über die Bedienelemente des Gimbals selbst, zum anderen über die DJI-Go-App. Der Joystick des Gimbals ändert die Ausrichtung des Smartphones, langsam genug, um im fertigen Video nicht unnatürlich zu wirken. Die Go-App ist für die Steuerung des Gimbals nicht nötig, bietet aber Aufnahmemöglichkeiten, die ohne sie nicht möglich wären.

Tracking-Modus überzeugt

In der DJI-Go-App stehen dem Nutzer verschiedene Aufnahmemodi zur Verfügung. Recht beeindruckend ist der Active Track genannte Verfolgungsmodus: Nachdem wir ein Objekt über die App markiert haben, bleibt es zuverlässig im Bild, während wir filmen und sich das Objekt oder wir bewegen.


Eine Tänzerin konnten wir auf diese Weise gut aufnehmen, ohne uns selbst groß bewegen zu müssen. Auch bei Kamerafahrten um die Tänzerin herum blieb sie im Bild. Praktisch ist auch die Möglichkeit, die Tracking-Funktion für Moderationen zu verwenden - Videoblogger werden diese Funktion zu schätzen wissen. Probleme bekommt das Tracking allerdings, wenn die Kontrastunterschiede zwischen dem Hintergrund und dem zu verfolgenden Objekt gering sind. Dann verliert Osmo Mobile das Ziel manchmal aus den Augen.

Zeitraffer-Kamerafahrten gefallen uns

Neben einem normalen Zeitraffer können mit Osmo Mobile auch Zeitraffer-Kamerafahrten aufgenommen werden. Dazu wird Osmo Mobile an einem Stativ befestigt und in der DJI-Go-App verschiedene Aufnahmepunkte definiert. Nachdem die Gesamtlänge der Aufnahme sowie das Zeitintervall der zu machenden Aufnahmen eingegeben wurden, startet der Osmo Mobile die Aufnahme.

Der Schwenk zwischen den einzelnen Aufnahmepositionen wird automatisch und in einer fließenden Bewegung ausgeführt. In unseren Versuchen funktionierte der Zeitraffer-Schwenk zuverlässig. Zu den weiteren in der DJI-Go-App angebotenen Aufnahmemodi zählen eine 180-Grad-Panorama-Funktion aus maximal neun Bildern.

Über die DJI-Go-App können Inhalte auch direkt auf Youtube gestreamt werden. DJI zufolge soll der Osmo Mobile robuster als der normale Osmo und der Osmo+ sein. Vom Kostenpunkt ist der neue Gimbal deutlich niedriger als die anderen beiden Modelle angesetzt: Er kostet mit Ladekabel und Tasche 340 Euro und kann ab dem 1. September 2016 bestellt werden. Ausgeliefert werden soll er Mitte September 2016.

Fazit

Der Osmo Mobile ist eine logische Weiterentwicklung der bisherigen Gimbals von DJI. Aktuelle Topsmartphones sind leistungsfähig und verfügen meist über gute Kameras - diese Vorteile zu nutzen, ist clever.

Der Osmo Mobile funktioniert in unserem Kurztest sehr gut: Die Stabilisierung entspricht der des bisherigen Osmo. Sehr gut gefallen hat uns der Tracking-Modus, den es in Verbindung mit der DJI-Go-App gibt. Hier dürfte DJI mit seinem neuen Gimbal einen Vorteil gegenüber Herstellern anderer Smartphone-Gimbals haben.

Den Preis von 340 Euro halten wir nach unserem ersten Eindruck für gerechtfertigt. Für Videoenthusiasten ist der Osmo Mobile eine gute Möglichkeit, die Qualität der eigenen Videos stark zu verbessern.  (tk)


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