Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/gear-s3-im-hands-on-samsungs-neue-runde-smartwatch-soll-drei-tage-lang-laufen-1608-122955.html    Veröffentlicht: 31.08.2016 18:00    Kurz-URL: https://glm.io/122955

Gear S3 im Hands on

Samsungs neue runde Smartwatch soll drei Tage lang laufen

Die neuen Gear-S3-Modelle erinnern auf den ersten Blick an die Gear S2 Classic, sehen aber noch mehr nach klassischer Herrenarmbanduhr aus. Die Bedienung ist weitgehend unverändert geblieben, bei der Ausstattung hat Samsung einige Punkte verbessert.

Samsung hat im Rahmen der Ifa 2016 neue Smartwatches vorgestellt. Die Gear S3 ist der Nachfolger der auf der Ifa 2015 gezeigten Gear S2 und erscheint wie diese in zwei Versionen. Die heißen diesmal "Frontier" und "Classic".

Golem.de konnte sich beide Varianten bereits in einem ersten Kurztest anschauen. Schnell merken wir dabei, dass die Gear S3 eine Weiterentwicklung der Gear S2 ist und kein grundlegend neues Modell.

So behält Samsung die Steuerung der Gear S2 aus dem Vorjahr weitgehend bei: Auch die beiden Gear-S3-Uhren haben eine drehbare Lünette, mit der Nutzer durch die Menüs navigieren können. Wie bei den Gear-S2-Modellen ist das auch bei den neuen Modellen praktisch und funktioniert sehr gut. Alternativ können Nutzer auch wieder Wischgesten verwenden.

Lünette und Menüstruktur wie bei der Gear S2

Auch die Menüstruktur ist identisch, die Gear S3 nutzt wie ihre Vorgänger Tizen als Betriebssystem. Links vom Ziffernblatt werden die Benachrichtigungen aufgelistet, rechts davon lassen sich Widgets verschiedener auf der Uhr installierter Apps ablegen. Diese lassen sich beliebig anordnen, entsprechend können Nutzer die Uhr nach ihren Vorlieben konfigurieren. Die Watchfaces werden bei den Gear-S3-Modellen jetzt übrigens auch im Standby-Bildschirm farbig angezeigt.

Samsung zufolge soll die Zahl der Apps zum Start der Gear S3 bei über 10.000 liegen. Unter den Anwendungen finden sich zahlreiche Nachrichten-Apps, Navigationshilfen sowie Apps für unterwegs, wie etwa Uber, Yelp und andere.

Technisch gesehen keine Unterschiede zwischen den Modellen

Technisch sind beide Gear-S3-Modelle trotz unterschiedlicher Namen gleich, die Frontier-Variante richtet sich Samsung zufolge aber eher an sportliche Nutzer, die die Uhr bei Outdoor-Aktivitäten nutzen wollen. Dementsprechend hat sie auch kein Leder-Armband wie das Classic-Modell, zudem ist das Gehäuse dunkler. Die beiden Navigations-Buttons (zurück und Home) sind außerdem bei der Frontier-Variante geriffelt.

Beide Modelle sind aus Metall und sehr hochwertig verarbeitet. Beide sind mit 46,1 x 49,1 x 12,9 mm gleich groß und damit merklich größer als die Gear-S2-Uhren. Auch beim Gewicht haben die neuen Modelle zugelegt: Die Classic-Uhr wiegt 57 Gramm, das Frontier-Modell 62 Gramm. Entsprechend wirken die beiden neuen Uhren an zierlichen Handgelenken klobig, nicht nur im Vergleich mit normalen Armbanduhren: Auch die Gear S2 wirkt dezenter.

Ein Grund für die Größenzunahme ist das Display: Beide Gear-S3-Modelle verfügen über einen runden, 1,3 Zoll großen Bildschirm - 0,1 Zoll mehr als bei den Gear-S2-Smartwatches. Die Auflösung beträgt weiterhin 360 x 360 Pixel, geschützt wird das Display von Gorilla-Glas SR+.

4 GByte Speicher und eingebautes GPS

Der eingebaute Speicher ist wieder 4 GByte groß und kann außer für Apps auch für das Speichern von Musik genutzt werden. Diese kann über einen eingebauten Lautsprecher wiedergegeben werden - wird die Uhr am Handgelenk getragen, klingt das nicht einmal schlecht.

Der Arbeitsspeicher ist 768 MByte groß, 256 MByte mehr als bei den Gear-S2-Modellen. Bluetooth läuft auf den neuen Uhren in der Version 4.2, WLAN unterstützen die Smartwatches nach 802.11b/g/n. Ein NFC-Chip und ein GPS-Empfänger sind eingebaut.

GPS und zahlreiche Sensoren

Dank dieses GPS-Empfängers, der auch Glonass unterstützt, lassen sich Touren auch ohne Smartphone aufzeichnen. Über einen Beschleunigungsmesser, ein Gyroskop, ein Barometers und einen Pulsfrequenzmessers können Nutzer zudem eine Vielzahl an sportlichen Aktivitäten mit der Gear S3 erfassen.

In die Gear-S3-Uhren sind beispielsweise eine Barometer- und eine Höhenmesser-App eingebaut. Aufgezeichnete Fitnesswerte lassen sich mit einer weiteren App mit denen eines Bekannten vergleichen. Wie ihre Vorgängermodelle sind auch die beiden neuen Smartwatches nach IP68 vor Staub und Wasser geschützt.

Im Ernstfall Notfallnachricht verschicken

Über die drehbare Lünette der Gear-S3-Modelle lassen sich Anrufe direkt annehmen oder ablehnen und Nest-Thermostate steuern. Interessant für Outdoor-Aktivitäten ist der GPS-Notfall-Mechanismus: Befindet sich der Nutzer in einer Notlage, genügen drei schnelle Klicks auf den Homebutton der Gear S3, um eine SMS an einen vorher definierten Kontakt zu schicken.

Hat der Nutzer diese Notfallnachricht ausgelöst, wird ihm dies durch einen kleinen roten Punkt am linken Rand des Watchfaces angezeigt. Die Nachricht beinhaltet auch die GPS-Position des Nutzers, die Samsung zufolge aktualisiert wird.

Der Akku hat bei beiden Gear-S3-Modellen eine Nennladung von 380 mAh. Dieser wird drahtlos geladen und soll Samsung zufolge für eine Laufzeit von drei bis vier Tagen ausreichen - der Hersteller definiert aber nicht, wie diese Laufzeit gemessen wurde. Sollte die Uhr tatsächlich so lange durchhalten, wäre dies eine gute Verbesserung sowohl verglichen mit den Vorgängermodellen als auch mit der Konkurrenz.

Fazit

Samsungs neue Gear S3 ist eine hochwertige, gut verarbeitete und dank drehbarer Lünette leicht zu bedienende Smartwatch. Die beiden Modelle Classic und Frontier unterscheiden sich nur durch Äußerlichkeiten und einen nicht merkbaren Gewichtsunterschied, technisch sind sie gleich.

Samsung hat mit den neuen Modellen weniger auf Innovationen gesetzt, sondern eher Modellpflege betrieben. Das lässt die Gear-S3-Smartwatches etwas unspektakulär wirken - ein Knalleffekt, wie ihn die Gear-S2-Uhren im Vorjahr erzeugen konnten, bleibt aus.

Letztlich bleiben die neuen Gear-S3-Modelle sehr nah an den Gear-S2-Uhren, weshalb für manche die Vorjahresmodelle interessanter werden könnten. Die Gear S2 und Gear S2 Classic sollen Samsung zufolge nämlich im Handel bleiben, allerdings im Preis sinken.

Was die neuen Gear-S3-Modelle kosten werden, hat Samsung noch nicht mitgeteilt. Erscheinen sollen sie voraussichtlich im Oktober 2016. Die Gear S3 ist kompatibel mit Android-Geräten, an einer iOS-Anbindung arbeitet Samsung nach eigenen Angaben noch. In Südkorea läuft diesbezüglich zurzeit ein Betatest.  (tk)


Verwandte Artikel:
Gear S2 und Gear S3: Samsung veröffentlicht Smartwatch-App für iPhone-Nutzer   
(08.01.2017, https://glm.io/125456 )
Samsung Gear Sport im Test: Die schlaue Sportuhr   
(01.12.2017, https://glm.io/131432 )
Galaxy S9 und S9+ im Test: Samsungs Kamera-Kompromiss funktioniert   
(08.03.2018, https://glm.io/133164 )
Patent: Apple will Apple Watch im Schmuckkästchen aufladen   
(28.02.2018, https://glm.io/133040 )
Drohne: DJI streamt auf den Fernseher   
(17.05.2017, https://glm.io/127875 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/