Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/neuseeland-kim-dotcom-uebertraegt-gerichtsverhandlung-im-netz-1608-122948.html    Veröffentlicht: 30.08.2016 09:32    Kurz-URL: https://glm.io/122948

Neuseeland

Kim Dotcom überträgt Gerichtsverhandlung im Netz

Das Auslieferungsverfahren über Kim Dotcom darf fast live im Internet gezeigt werden - das hat ein Gericht in Neuseeland entschieden. Dotcom selbst spricht von einem "Meilenstein".

Der in den USA wegen Copyright-Betrugs angeklagte deutsche Internetunternehmer Kim Dotcom darf die Gerichtsanhörung um seine mögliche Auslieferung aus Neuseeland im Internet übertragen. Ein Richter in Auckland gab nach anfänglichem Zögern grünes Licht. "Live-Übertragung beginnt morgen", twitterte Dotcom (42) am Dienstag. Die Übertragung ist seiner Auffassung nach ein "Meilenstein".

Ganz live ist sie übrigens nicht: Das Gericht hat eine Verzögerung von 20 Minuten angeordnet. Auch eine anschließende Archivierung im Netz ist offiziell nicht zugelassen. Wann genau die Übertragung am 31. August 2016 beginnt, ist derzeit noch unklar. Die Anhörungen könnten bis zu sechs Wochen dauern.

Der gebürtige Kieler Kim Dotcom wehrt sich gegen den Auslieferungsbescheid. Die Berufungsanhörung dazu läuft zurzeit in Auckland und könnte mehrere Wochen dauern. Die Anwälte der US-Regierung hätten versucht, die Übertragung zu verhindern, berichtete Radio Neuseeland. Sie argumentierten, das könne potenzielle Geschworene beeinflussen, die Dotcom in den USA eines Tages den Prozess machen sollen.

Die USA werfen Dotcom und drei Mitstreitern massiven Copyright-Betrug vor. Er hatte die einst populäre Internet-Tauschplattform Megaupload gegründet, auf der Nutzer Musik, Filme und andere Inhalte untereinander austauschten. Copyright-Besitzern seien damit mindestens eine halbe Milliarde Dollar Einnahmen entgangen.

Dotcom argumentiert, er könne nicht verantwortlich gemacht werden, wenn Nutzer auf der Plattform copyrightgeschütztes Material illegal verbreiteten. Bei einem Schuldspruch drohen ihnen langjährige Haftstrafen. Die Anhörung könnte bis zu sechs Wochen dauern.  (ps)


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