Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sony-xperia-xz-im-hands-on-aktenzeichen-xz-ungeloest-1609-122938.html    Veröffentlicht: 01.09.2016 13:15    Kurz-URL: https://glm.io/122938

Sony Xperia XZ ausprobiert

Aktenzeichen XZ ungelöst

Sony macht seinen Buchstabensalat komplett: Das neue Smartphone heißt Xperia XZ und bietet tatsächlich wieder eine Topausstattung, anders als das Xperia X. Dafür ist es technisch sehr nah am Xperia X Performance.

Sony hat sein neues Top-Smartphone vorgestellt. Da der japanische Hersteller die Z-Serie abgeschafft hat, heißt das neue Gerät konsequenterweise Xperia XZ. Anders als das zum MWC 2016 präsentierte Xperia X hat das XZ eine Ausstattung der Oberklasse - besonders auf die Kamera legt Sony viel Wert.

Golem.de hat sich das Xperia XZ in einem ersten Hands on angeschaut. Dabei hat uns der Bruch mit bisherigen Designprinzipien überrascht - und die eine oder andere Entscheidung bei der Wahl der Hardware-Komponenten.

Beim Xperia XZ liegt ein Fokus auf dem Design, wie uns ein Sony-Sprecher erklärte. Bei seinem neuen Smartphone hat das Unternehmen das Design merklich verändert - zwar nicht radikal, aber ein Unterschied etwa zum Xperia Z5 ist erkennbar. Laut Sony ist das Xperia XZ übrigens der offizielle Nachfolger des Z5 - das Xperia X war das offenbar nicht.

Gehäuse aus behandeltem Aluminium

Das Gehäuse des XZ besteht aus Alkaleido, einem speziell behandelten Aluminium. Durch die Behandlung fühlt sich die Rückseite nicht wie Metall an, sondern eher wie Kunststoff. Das Smartphone soll in den Farben Blau, Weiß-Silber und Schwarz erhältlich sein und ist nach dem Standard IP68 vor Wasser und Staub geschützt.

Sony folgt beim Xperia XZ wie auch beim neuen Xperia X Compact den Ansatz des "Unified Design", einer neuen Designrichtlinie für das Gehäuse und die Software. Diese zeichnet sich beim Gehäuse durch stärker abgerundete linke und rechte Kanten aus sowie durch eine nicht abgerundete Unter- und Oberkante. Das Glas des 5,2 Zoll großen Full-HD-Displays geht etwas in den Rand hinein, der Bildschirm ist aber nicht gekrümmt.

Aufgrund der runden Kanten liegt das Xperia XZ gut in der Hand, wenngleich wir finden, dass sich die behandelte Oberfläche der Rückseite etwas billig anfühlt. Insgesamt sieht das Xperia XZ anders als bisherige Sony-Smartphones aus, eine wirkliche Designneugestaltung stellt es aber nicht dar.

Wieder Fingerabdrucksensor an der Seite

Wie vorige Sony-Smartphones hat das Xperia XZ einen am rechten Rand angebrachten Einschalter, der gleichzeitig ein Fingerabdrucksensor ist. Auch beim neuen Smartphone finden wir diese Kombination praktisch. Wer den Sensor nicht mit seinem Fingerabdruck nutzen möchte, kann ihn dennoch zum Entsperren verwenden: Starten wir das Smartphone über den Einschalter, genügt ein weiterer Tipp auf den Knopf, um den Sperrbildschirm nach links verschwinden zu lassen - ein nettes Gimmick. Alternativ kann das Xperia XZ auch wie gehabt mit einer Wischgeste, einer PIN oder einem Passwort entsperrt werden.

23-Megapixel-Kamera mit prädiktivem Fokus

Bei der Kamera setzt Sony beim Xperia XZ auf einen 23-Megapixel-Bildsensor aus eigener Produktion (IMX300 Exmor RS) und ein G-Lens-Objektiv aus sechs Linsen - also die gleiche Ausstattung wie beim Xperia X oder dem Xperia Z5. Insgesamt drei Einzelsensoren sollen allerdings für schärfere und rauschärmere Bilder sorgen.

Die Anfangsblende liegt bei f/2.0, der Fokus soll innerhalb von 0,6 Sekunden eingestellt sein. Sony kombiniert verschiedene Fokusarten: einen Kontrastfokus, einen Phasenvergleichsfokus und einen Autofokus, der Bewegungen des zu fotografierenden Objektes vorausahnen soll - "prädiktiver Fokus" nennt Sony dies.

Fotografiert der Nutzer etwa einen Menschen, der sich auf ihn zubewegt, soll die Kamera des Xperia XZ den erwarteten Laufweg berücksichtigen. Wird das Foto geschossen, soll das Objekt dadurch schärfer als bei anderen Smartphone-Kameras sein. Eine wirkliche Objektverfolgung, in der ein Bildteil markiert und dauerhaft scharf gehalten wird, scheint dieses System aber nicht zu sein. Die gleiche Fokusart hat Sony bereits beim Xperia X und beim Xperia Z5 verbaut.

Elektronischer Bildstabilisator

Bei schlechter Umgebungsbeleuchtung schwenkt die Kamera Sony zufolge auf einen Laser-Autofokus um. Aktiv einstellen muss der Nutzer hier nichts, die Umschaltung erfolgt automatisch. Das Bild der Kamera wird durch einen 3-Achsen-Stabilisator ruhig gehalten. Der Stabilisator funktioniert elektronisch, eine komplett optische Lösung ist Sony zufolge aufgrund der geringen Größe nicht möglich gewesen.

Auch bei der Frontkamera setzt Sony beim neuen Smartphone auf eine hohe Auflösung: Der Sensor hat wie der des Xperia X 13 Megapixel. Zudem hat die Frontkamera ebenfalls eine Anfangsblende von f/2.0, das Objektiv hat sechs Elemente. Damit sollen hochwertige Selbstporträts möglich sein.

Die Qualität der Bilder konnten wir im Rahmen unseres ersten kurzen Tests nicht abschließend bewerten. Auf den ersten Blick sehen die Fotos gut aus, Genaueres wird sich aber erst in einem detaillierten Test feststellen lassen. Videos lassen sich mit dem Xperia XZ in 4K aufnehmen - das kann das Xperia X nicht, bei dem bei 1080p Schluss ist.

Verschiedene Assistenten sollen helfen

Das Xperia XZ soll mit Hilfe zahlreicher Assistenten dem Nutzer den Alltag erleichtern. Damit sind hier nicht Sprachassistenten gemeint, sondern im Hintergrund arbeitende Hilfsprogramme.

So soll das Smartphone beispielsweise häufig getätigte Handlungen des Nutzers automatisieren - etwa die Aktivierung des WLANs, wenn der Nutzer an einem bestimmten Ort ankommt. Auch wenn sich in der Statusleiste die App-Benachrichtigungen quasi stapeln, soll das Smartphone den Nutzer darauf hinweisen, ein paar von ihnen zu entfernen.

Automatische Akku-Optimierung

Interessant finden wir die Akku-Optimierung des Xperia XZ: Lädt der Nutzer das Smartphone beispielsweise nachts auf, stoppt das Gerät den Ladevorgang automatisch bei 90 Prozent. Kurz bevor der Anwender das Smartphone vom Stecker abzieht, werden die restlichen zehn Prozent geladen. Auf diese Weise soll der Akku geschont werden und länger halten. Auch diesen Prozess soll das Xperia XZ alleine erlernen und mit der Zeit selbstständig anwenden.

Auch den Cache kann das Xperia XZ selbstständig leeren. Zudem erkennt das System, wenn installierte Apps nicht genutzt werden: Dann fragt das Smartphone den Nutzer, ob er die Anwendung deinstallieren will, um Platz zu schaffen.

Hardware-Ausstattung ähnelt dem Xperia X Performance

Von der Leistung her ist das Xperia XZ - anders als das auf dem MWC 2016 vorgestellte Xperia X - tatsächlich wieder ein Top-Smartphone. Als Prozessor wird Qualcomms Snapdragon 820 eingesetzt, der Arbeitsspeicher ist 3 GByte groß. Der interne Flash-Speicher misst 32 GByte - eine Variante mit mehr Speicher gibt es nicht. Ein Steckplatz für Micro-SD-Karten bis zu einer Größe von 256 GByte ist vorhanden.

Das Xperia XZ unterstützt LTE und beherrscht WLAN nach 802.11ac. Bluetooth läuft in der Version 4.2, ein GPS-Empfänger und ein NFC-Chip sind eingebaut. Das Smartphone hat einen USB-Typ-C-Anschluss, unterstützt wird allerdings nur USB 2.0.

Die Speicher- und Prozessorausstattung führt zu einer flüssig laufenden Benutzeroberfläche. Deren Design ist dank Unified-Design-Ansatz etwas weniger bunt als noch bei früheren Sony-Smartphones. Ausgeliefert wird das Xperia XZ mit Android in der Version 6.0 alias Marshmallow. Wie das Smartphone in den Benchmark-Tests abschneidet, wird ein kommender Test zeigen.

Der Akku des neuen Xperia-Modells hat eine Nennladung von 2.900 mAh. Zur Akkulaufzeit macht Sony keine Angaben. Das Smartphone ist dank Quick Charge 3.0 schnellladefähig.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Xperia XZ soll ab Mitte Oktober 2016 erhältlich sein. Der Preis soll 700 Euro betragen.

Fazit

Mit dem Xperia XZ bringt Sony ein leistungsfähiges Smartphone auf den Markt, mit dem der japanische Hersteller allerdings sein Smartphone-Angebot noch weiter verkompliziert. Das Xperia XZ soll der Nachfolger des Xperia Z5 sein - technisch gesehen ist es aber dem Xperia X Performance sehr ähnlich.

Die Speicherausstattung und das SoC sind gleich, auch bei der Kamerabestückung gibt es bei den Eckdaten kaum Unterschiede. Das Xperia XZ beherrscht 4K-Aufzeichnung - ob sich auch die Bildqualität spürbar vom Xperia X Performance unterscheidet, bleibt abzuwarten.

Beim Design schlägt Sony bei seinem neuen Smartphone einen neuen Weg ein. Auch die Assistenzsysteme klingen interessant. Für uns reichen diese Features aber nicht aus, um im Xperia XZ einen wirklichen Vorteil im Vergleich zum Xperia X Performance zu sehen.

Auf uns wirkt die Veröffentlichung des Xperia XZ ein wenig so, als hätte sich Sony angesichts der Ifa 2016 unter Zugzwang gesehen, ein neues Top-Smartphone herauszubringen - obwohl es mit dem Xperia X Performance bereits eines gibt, das in den wesentlichen Merkmalen dem neuen Gerät gleicht.  (tk)


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