Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/smach-z-ausprobiert-so-wird-das-nichts-1608-122833.html    Veröffentlicht: 24.08.2016 10:00    Kurz-URL: https://glm.io/122833

Smach Z ausprobiert

So wird das nichts

Im dritten Anlauf soll endlich das erste Steam-Machine-Handheld auf den Markt kommen: Mit besserem Display und flotterem SoC soll das Smach Z dank einer Kickstarter-Kampagne realisiert werden. Wir haben einen Prototyp ausprobiert und glauben nicht unbedingt an den Erfolg des Handhelds.

Vor zwei Jahren als Steamboy gestartet, im vergangenen Jahr mit finalen Spezifikationen angekündigt und auf der diesjährigen Gamescom noch einmal mit anderen technischen Daten gezeigt, soll das Smach Z genannte Handheld mit Steam OS endlich umgesetzt werden. Einen ersten Prototyp konnte das mallorquinische Entwicklerteam auf der Gamescom zeigen.

Eines vorweg: Die im Prototyp verbaute Hardware ist noch nicht final, im September sollen die endgültigen Spezifikationen festgelegt werden. Das Display wird mindestens 5 Zoll groß sein und eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln besitzen - die wenigsten Spiele werden aber nativ in dieser Auflösung gerendert werden können, dazu fehlt dem Handheld die Leistung.

Im Prototyp verbaut ist nämlich ein niedrig taktender RX-421BD von AMD mit zwei Excavator-Modulen und 512 GCN-Shader-Einheiten. Ob dieser auch im finalen Produkt verbaut sein wird, ist noch ungewiss. Die Leistungsaufnahme ist mit mindestens 12 Watt nämlich recht hoch, außerdem ist die Kühlung in einem Handheld schwierig.

In den kommenden Wochen wollen die Entwickler weitere Tests durchführen und nach diesen endgültig entscheiden. Ein schwächeres SoC könnte aber Probleme bereiten, denn schon auf dem Prototyp ruckelte das grafisch nicht sehr aufwendiges Indie-Spiel Castle Crashers.

Unter Umständen bereits zum Start veraltet

Fest steht auf jeden Fall die Größe des Arbeitsspeichers: Das Standardmodell soll 4 GByte RAM besitzen, eine teurere Variante wird mit 8 GByte RAM ausgestattet sein. Als interner Speicher wird eine eMMC mit 64 oder 128 GByte Speicherplatz dienen, ein Micro-SD-Kartenslot ist nicht vorhanden.

Abseits der technischen Daten steht auch das Gehäusedesign nicht endgültig fest. Laut den Entwicklern wird das finale Produkt um die Hälfte dünner als der Prototyp werden. Auch das beim Prototyp mäßig verarbeitete Gehäuse wird aus einem anderen Kunststoff bestehen und eine matte Optik bekommen - Fingerabdrücke sollen nicht zu sehen sein.

Links und rechts neben dem Display sind beim Smach Z die vom Steam-Controller (zu unserem Test) bekannten Touchpads mit haptischem Feedback platziert (Vibration sei Dank) - diese kommen vom gleichen Zulieferer wie die Touchpads auf Valves Controller. Und auch die restlichen Tasten ähneln von der Positionierung denen des Steam-Controllers sehr.

Wer ein D-Pad oder weitere Tasten vermisst, wird diese beim Smach Z auf die Touchpads setzen können. Noch arbeitet das mallorquinische Team an den Aufsätzen, bis zum Start der Kickstarter-Kampagne wollen sie auch in diesem Bereich funktionierende Prototypen vorweisen.

Ausgeliefert werden soll das Smach Z mit Steam OS als Betriebssystem, ein vorinstalliertes Windows wird je nach Höhe der Schwarmfinanzierung auch möglich sein. Diese soll spätestens Ende September auf Kickstarter beginnen - bis dahin sollen auch die Spezifikationen des Handhelds final sein. In der Grundausstattung wird das Smach Z rund 300 Euro kosten. Wer mehr Arbeitsspeicher haben möchte, wird 500 Euro zahlen müssen.

Die Kickstarter-Backer werden erst im Frühjahr 2017 ihren Smach Z bekommen. Wer nicht das Risiko des Crowdfundings eingehen möchte und erst nach einer erfolgreichen Realisierung des Projekts ein Smach Z kaufen will, muss sich bis Weihnachten 2017 gedulden.

Bis dahin dürfte die jetzt schon schwache Hardware für halbwegs aktuelle Spiele nicht mehr genügen - das Smach Z könnte dann ein ähnliches Ende wie die über Kickstarter finanzierte Android-Konsole Ouya erleiden und zum endgültigen Start überholt sein.  (sw)


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