Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/luftaufnahmen-cnn-startet-mit-drohnenjournalismus-1608-122822.html    Veröffentlicht: 22.08.2016 09:10    Kurz-URL: https://glm.io/122822

Luftaufnahmen

CNN startet mit Drohnenjournalismus

CNN Air heißt die neue Form der Berichterstattung, bei der das Bildmaterial von Kameradrohnen stammt, die im Auftrag des US-Fernsehsenders unterwegs sind. CNN hat dazu eine Sonderlizenz der Luftsicherheitsbehörde erhalten, weil kommerzielle Drohnenflüge in den USA größtenteils verboten sind.

Der Fernsehsender CNN will in sein Programm Bilder von Drohnen, die von zwei professionellen Kameraleuten gesteuert werden, aufnehmen. Zu interessanten Motiven dürften Veranstaltungen oder Katastrophenschauplätze zählen, die in ihrem Ausmaß vom Boden aus nicht visuell erfasst werden können. Das könnten zum Beispiel Brände, Erdrutsche, Erdbeben oder Überschwemmungen wie im US-Bundesstaat Louisiana sein.

<#youtube id="FU-KoHK--1g"> CNN Air operiert mit einer Sondererlaubnis der US-Flugsicherheitsbehörde FAA (Federal Aviation Administration), um Möglichkeiten des Drohnenjournalismus zu erkunden. Außerdem ist CNN eine Partnerschaft mit der Nasa eingegangen, deren Pathfinder-Projekt zum Ziel hat, ein Flugüberwachungssystem für Drohnen zu entwickeln. So könnten kommerzielle Drohnen teilweise auch außerhalb des Sichtbereichs des Piloten fliegen, ohne mit anderen Flugkörpern, Gebäuden, Tieren oder Menschen zu kollidieren. Bei Pathfinder fliegen die Drohnen mit dem Latas (Low Altitude Tracking and Avoidance System) von Precisionhawk, um Zusammenstöße zu verhindern.

Das Flugüberwachungssystem besteht aus Transpondern an Bord der Drohnen und einer Software, die Flugbahnen und mögliche Kollisionen vorausberechnen sowie Warnhinweise geben sollen, damit rechtzeitig eingegriffen werden kann. Durch das Latas dürfen die Drohnen auch den unmittelbaren Sichtbereich des Piloten verlassen. CNN soll in städtischen Gegenden auf diese Weise fliegen.

In den USA können kommerzielle Drohnen nur mit einer speziellen Erlaubnis eingesetzt werden. Einige Filmunternehmen und Firmen, die sich mit Müllentsorgung sowie Öl- und Gasförderung beschäftigen, nutzen diese bereits. Auch zur Beobachtung von Feldern werden sie testweise eingesetzt.

Ein Grund für die restriktive Handhabung ist die Flugsicherheit: Ende 2015 hatte die FAA eine Liste mit Drohnenzwischenfällen in den USA veröffentlicht, die erhebliche Fallzahlen aufweist. Das in den USA geplante Regelwerk für Drohnen wird nicht nur Sicherheitsaspekte, sondern auch Fragen der Persönlichkeitsrechte festlegen.  (ad)


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