Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/faraday-future-apple-verliert-spezialisten-fuer-autonomes-fahren-1608-122712.html    Veröffentlicht: 16.08.2016 07:18    Kurz-URL: https://glm.io/122712

Faraday Future

Apple verliert Spezialisten für autonomes Fahren

Der Elektroautohersteller Faraday Future hat Apple einen Spitzenwissenschaftler für Bilderkennung und autonome Fahrfunktionen abgeworben. Apple wird nachgesagt, selbst in diesem Bereich zu arbeiten und ein Fahrzeug zu entwickeln.

Der Personalwettbewerb in der Autobranche geht weiter. Das kommende Elektroauto von Faraday Future soll früheren Berichten zufolge mit teilautomatisierten Fahrfunktionen aufwarten können. Für diesen Bereich hat das chinesische Unternehmen nun laut Electrek Bart Nabbe abgeworben. Der Wissenschaftler arbeitete bisher bei Apple im Bereich Special Projects und soll bei Faraday Future den Posten Director Strategic Partnerships bekleiden. Welche strategischen Partnerschaften von ihm gefördert werden sollen, bleibt unklar.

Nabbe gilt als Experte im Bereich autonomes Fahren und Bilderkennung. Er arbeitete rund zehn Jahre am Robotics Institute der Carnegie Mellon University und war danach bei Toyota beschäftigt. Vor kurzem hatte Faraday Future mit Peter Savagian auch den ehemaligen Chef von General Motors' Elektroautosparte abgeworben. Savagian war Chefingenieur beim Elektroauto GM EV1, das 1996 auf den Markt kam.

Faraday zeigte mit dem FF Zero 01 Anfang 2016 auf der CES in Las Vegas sein erstes Konzeptfahrzeug in Form eines Elektrosupersportwagens. Das einsitzige Auto wird von vier Elektromotoren angetrieben, die zusammen eine Leistung von rund 1.000 PS haben. Es müsse vom Fahrer gelenkt werden, solle jedoch die Grundlage für das kommende, teilautomatisierte Fahrzeug sein, berichtet Techcrunch.

Das Chassis des Autos sei variabel, teilte der Hersteller bei der Vorstellung mit. Variable Platform Architecture (VPA) nennt Faraday das Konzept. Die Idee ist, auf dieser Plattform weitere Modelle aufzubauen, etwa einen Pkw oder ein SUV. So könnte beispielsweise die Plattform verlängert werden, damit mehr Akkumodule in den Boden passen.

In Kalifornien hat Faraday die Lizenz Autonomous Vehicle Tester (AVT) erworben, um auf öffentlichen Straßen seine selbststeuernden Funktionen testen zu können. Auch in Michigan sollen von Faraday Future Tests unternommen werden.

Faradays Mutterkonzern ist der chinesische Hersteller Le Eco, Financier des Unternehmens ist der chinesische Milliardär Jia Yueting, der den Streamingdienst Leshi Television gründete. Faraday Future baut für rund eine Milliarde US-Dollar eine Fabrik in Las Vegas. Dort soll 2018 das erste Serienauto vom Band laufen.  (ad)


Verwandte Artikel:
FF Zero 01: Faraday Future stellt Elektrosupersportwagen vor   
(05.01.2016, https://glm.io/118324 )
Autonomes Fahren: Kalifornien will fahrerlose Autos zulassen   
(11.03.2017, https://glm.io/126668 )
Elektroauto: Faraday Future verklagt ehemaligen Finanzvorstand   
(30.01.2018, https://glm.io/132469 )
Jia Yueting: Chef von LeEco will offenbar nicht zurück nach China   
(02.01.2018, https://glm.io/131921 )
Siri: Apple wird wegen Patentverletzung verklagt   
(11.03.2018, https://glm.io/133268 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/