Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/widevine-cdm-firefox-bringt-web-drm-auf-linux-1608-122705.html    Veröffentlicht: 15.08.2016 17:51    Kurz-URL: https://glm.io/122705

Widevine-CDM

Firefox bringt Web-DRM auf Linux

Nach langen Experimenten bringt Mozilla das umstrittene Web-DRM vielleicht schon mit der kommenden Version 49 des Firefox-Browsers auf Linux. Das verwendete Kryptomodul stammt von Google - Netflix läuft damit bereits.

Mit dem Chrome-Browser von Google ist die Verwendung von Video-Streaming-Diensten wie Netflix mittels des sogenannten Web-DRM unter Linux seit knapp zwei Jahren möglich. Die kommende Version 49 des Firefox-Browsers könnte das Web-DRM für Linux ebenfalls unterstützten. Zumindest testet der Hersteller Mozilla diese Möglichkeit in der aktuellen Beta-Version des Browsers, wie aus dem dazugehörigen Bug-Report hervorgeht.

Der Begriff Web-DRM bezeichnet einige standardisierte HTML5-Techniken, die es ermöglichen, verschlüsselte Inhalte im Browser darzustellen und dabei auf veraltete Plugin-Techniken wie etwa Microsofts Silverlight verzichten zu können. Für das Web-DRM werden mit den Encrypted Media Extensions (EME) Schnittstellen spezifiziert, die den Zugriff auf ein Content Decryption Module (CDM) festlegen. Das CDM ist für die Entschlüsselung der Inhalte zuständig.

Der Firefox-Browser verfügt seit Version 38 über die EME sowie das Primetime-CDM von Adobe, das bisher nur unter Windows zur Verfügung steht. Seit Ende vergangenen Jahres kann dies für Netflix genutzt werden. Zusätzlich zu dem Primetime-CDM kann der Firefox seit etwa zwei Monaten auch das Widevine-CDM von Google unter Windows und Mac OS X nutzen.

User-Agent muss noch geändert werden

Dank der Änderung in der Firefox-Beta steht Widevine künftig ohne Probleme für Linux-Nutzer bereit. Das CDM wird dafür automatisch heruntergeladen, falls Nutzer dem nicht explizit widersprechen. In einem kurzen Test konnten wir damit unter Linux Inhalte von Netflix im Firefox-Browser streamen. Dazu war aber noch ein Wechsel der User-Agent-Strings zu Chrome notwendig.

Es ist davon auszugehen, dass Netflix ebenso wie andere Dienste diese Hürde entfernen, sobald eine stabile Version des Firefox unter Linux mit dem Widevine-CDM erscheint. Möglicherweise geschieht dies bereits Mitte September mit der Veröffentlichung von Firefox 49. Dazu müssen die Beta-Tests aber erfolgreich ausfallen.  (sg)


Verwandte Artikel:
Electrolysis: Multi-Prozess-Firefox soll so viel wie möglich isolieren   
(03.08.2016, https://glm.io/122492 )
Juli 2018: Chrome bestraft Webseiten ohne HTTPS   
(09.02.2018, https://glm.io/132689 )
Encrypted Media Extensions: Web-DRM ist ein Standard für Nutzer   
(19.09.2017, https://glm.io/130132 )
Web-DRM: W3C billigt Kopierschutzstandard EME   
(09.07.2017, https://glm.io/128809 )
Ohne Flash und Silverlight: Netflix schließt HTML5-Umzug ab   
(23.03.2017, https://glm.io/126900 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/