Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/duoskin-microsoft-und-mit-entwickeln-interface-tattoos-1608-122701.html    Veröffentlicht: 15.08.2016 16:25    Kurz-URL: https://glm.io/122701

Duoskin

Microsoft und MIT entwickeln Interface-Tattoos

Mit leitenden Tattoos könnten Nutzer elektronische Geräte bedienen oder Informationen per eingebautem NFC-Chip austauschen. Forscher des MIT haben jetzt ein preiswertes Konzept für derartige temporäre Tattoos vorgestellt, die mit Blattgold funktionieren.

Elektrisch leitende Tätowierungen könnten sich in der Zukunft als Steuerung für elektronische Geräte, Informationsspeicher oder auch als Display nutzen lassen. Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) um Kao Hsin-Liu haben mit Duoskin jetzt ein zusammen mit Microsoft Research entwickeltes Konzept vorgestellt, das preiswerte und ästhetisch ansprechende leitende Tattoos ermöglichen soll.

Kernstück der Duoskin-Tattoos ist Blattgold, das als leitendes Material auf die Haut aufgetragen wird. Als Träger nutzen die Forscher Papier für temporäre Tätowierungen, das es günstig im Bastelbedarf gibt. Die gewünschte Tattoo-Form wird ausgeschnitten, mit Blattgold belegt und auf die Haut aufgetragen. Da ein derartiges Tattoo temporär wäre, kann sich der Nutzer nach einiger Zeit für ein neues Design entscheiden.

Auf diese Weise können die Wissenschaftler beispielsweise Touchpads, Schieberegler oder Buttons umsetzen, über die Nutzer beispielsweise Musikplayer oder andere Programme und elektronische Geräte steuern können. Für die Übertragung der Steuersignale nutzen die Forscher eine Arduino-Platine, die mit der Tätowierung über dünne Drähte verbunden ist.

Tattoo ist gleichzeitig auch Schmuckstück

Die Form des Tattoos ist vom Nutzer relativ frei wählbar. So werden die Tätowierungen auch zu einem Schmuckstück, das direkt auf der Haut getragen werden kann. Die Verwendung von Blattgold als Material soll laut den Forschern wesentlich hautfreundlicher sein als Kupfer, das sie ebenfalls ausprobiert haben.

Neben Bedienelementen lassen sich mit Blattgold auch NFC-Chips als Blattgold-Tattoo auf der Haut tragen. Darauf lassen sich geringe Mengen an Daten speichern, die etwa über ein Smartphone abgerufen werden können. Einen anderen Einsatzzweck derartiger temporärer Tätowierungen sehen die Wissenschaftler in einer Art Display: Hier werden Teile des Tattoos durch kleine Heizelemente erwärmt, woraufhin sich die Farbe der integrierten Farbpigmente verändert.  (tk)


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