Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ab-in-den-urlaub-de-unister-chefs-wurden-um-millionensumme-betrogen-1608-122682.html    Veröffentlicht: 13.08.2016 18:38    Kurz-URL: https://glm.io/122682

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Unister-Chefs wurden um Millionensumme betrogen

Die verstorbenen Unister-Manager sind mutmaßlich von einem windigen Finanzmakler um rund eine Million Euro betrogen worden. Bei einem Kreditgeschäft wurde ihnen Falschgeld angedreht.

Das klingt nach dem Stoff für einen Kriminalroman: Die beiden Chefs des Leipziger Unternehmens Unister sollen von einem Finanzmakler aus Unna betrogen worden sein. Ihnen wurde in Venedig Falschgeld untergeschoben. Der Schaden beträgt rund eine Million Euro. Der Verdächtige sitzt bereits in Untersuchungshaft.

Das Kreditgeschäft wurde im Juli in Venedig von Unister-Chef Thomas Wagner und Oliver Schilling abgewickelt. Auf dem Rückflug stürzte das Flugzeug mit den Unister-Managern an Bord in Slowenien ab. Beide starben bei dem Unfall. Nach dem Tod der Manager meldete das Unternehmen Insolvenz an.

Wagner und Schilling hatten einen Geldkoffer dabei

Wagner und Schilling wurden offensichtlich Opfer eines Vorauszahlungsbetrugs, auch Rip Deal genannt. Sie sollten einen Kredit in Höhe von 10 Millionen Euro bekommen. Dafür hätten sie als Sicherheit anderthalb Millionen Euro in Bargeld übergeben, berichtet Spiegel Online.

Den Kredit hätten sie ebenfalls als Bargeld erhalten, in Schweizer Franken. Ein Großteil der Schweizer Franken seien jedoch Falschgeld gewesen. An der Absturzstelle wurden etwa 10.000 Schweizer Franken gefunden. Vor dem Rückflug nach Leipzig hatte Wagner noch Anzeige erstattet.

Der Finanzmakler aus Unna soll das Geschäft eingefädelt haben. Er steht unter dem Verdacht der Beihilfe zum Betrug in einem besonders schweren Fall. Er wurde bereit am 28. Juli verhaftet und sitzt seither in Untersuchungshaft. "Es besteht Fluchtgefahr", sagte Wolfgang Klein, Sprecher der Sächsischen Generalstaatsanwaltschaft, der Deutschen Presse-Agentur.  (wp)


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