Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/broadwell-intel-stellt-core-i7-5775c-und-core-i5-5675c-ein-1608-122602.html    Veröffentlicht: 09.08.2016 21:35    Kurz-URL: https://glm.io/122602

Broadwell

Intel stellt Core i7-5775C und Core i5-5675C ein

Zu spät, zu teuer: Kein Jahr nach ihrer Veröffentlichung sind Intels Broadwell-Chips für Desktop-Systeme Auslaufmodelle. Dabei gehören sie dank EDRAM immer noch zu den schnellsten CPUs.

Intel hat per Product Change Notification angekündigt (PDF), die Broadwell-Prozessoren Core i7-5775C und Core i5-5675C eingestellt zu haben. OEM-Hersteller oder Systemintegratoren können die Chips noch bis Februar 2017 bei Intel bestellen, die letzte Auslieferung an Partner erfolgt im August 2017. Damit endet ein vergleichsweise kurzes Gastspiel, denn der Core i7-5775C und der Core i5-5675C wurden erst im Juni 2015 veröffentlicht.

Da Intel massive Probleme mit dem 14-nm-FinFET-Herstellungsverfahren (14FF) hatte, erschienen die beiden Prozessoren sehr spät im Markt, schon im August 2015 folgte die Skylake-Generation mit Modellen wie dem Core i7-6700K. Größter Vorteil der Broadwell-Chips ist ihr sogenanntes 4+3e-Design, was bis heute die absolute Ausnahme im Desktop-Segment darstellt.

Der Clou ist der L4-Cache

Beide Prozessoren nutzen vier CPU-Kerne, der i7 obendrein Hyperthreading, und eine GT3e-Grafikeinheit. Das e-Suffix zeigt an, dass auf dem Package noch Embedded-DRAM aufgelötet ist. Dieser extrem schnelle Speicher kann von den CPU-Kernen und der Grafikeinheit als L4-Cache verwendet werden.

Obgleich Broadwell ein Mobile-Design ist und die beiden Desktop-Chips auf 65 Watt TDP limitiert sind, erreichen sie trotz niedriger Taktraten dank des EDRAM exzellente Leistungswerte: Einige Programme wie 7-Zip oder Spiele wie Starcraft 2 werden durch den On-Package-Speicher enorm beschleunigt. Der Core i7-5775C schlägt daher ungeachtet seiner Frequenz teilweise den Core i7-6700K.

Im Test der beiden Broadwell-C schrieben wir, dass die Chips schon in wenigen Wochen Auslaufmodelle seien, da sie viel zu teuer sind, und weil Skylake kurz vor dem Marktstart steht. Ob Intel überhaupt noch einmal ein 4+3e- oder gar 4+4e-Design als gesockelten Prozessor veröffentlicht, bleibt offen.  (ms)


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