Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lte-telekom-laesst-schnellste-mobilfunkstation-in-europa-bauen-1608-122577.html    Veröffentlicht: 08.08.2016 17:51    Kurz-URL: https://glm.io/122577

LTE

Telekom lässt schnellste Mobilfunkstation in Europa bauen

Die Telekom hat sich von Nokia die schnellste Mobilfunkstation in Europa bauen lassen, um zu beweisen, dass mit LTE eine Datenrate von 1,2 GBit/s möglich ist. Dazu brauchte man Frequenzbänder im Bereich 1.800 MHz, 2.100 MHz und 2,6 GHz.

Die Deutsche Telekom hat bei einer Demonstration mit Nokia eine Datenübertragungsrate von 1,2 GBit/s mit LTE erreicht. Das gaben die Unternehmen bekannt. T-Mobile Polska und das R&D Center von Nokia in Warschau haben in der vergangenen Woche den Versuch durchgeführt.

Dabei kamen vier Carrier in den Frequenzbändern von 1.800 MHz, 2.100 MHz und 2,6 GHz sowie 4x4-MIMO-Technologie und neue Nokia-Basisstationen zum Einsatz. "In Polen konnten wir zeigen, was auf Basis der LTE-Technik möglich ist und in welche Richtung die Entwicklung gehen kann", sagte Bruno Jacobfeuerborn, Chief Technology Officer der Deutschen Telekom. Ein Brancheninsider sagte Golem.de jedoch, er vermute, dass "diese Tests eher nicht über die Luft stattgefunden haben".

Der Netzwerkausrüster Huawei hat mit der Telefónica ein 4.5G-Pilotnetz in München errichtet, das den Münchner Norden rund um das Olympiagelände abdeckt. Das neue Netz ist noch nicht für Kunden zugänglich. Erste Tests im 4.5G-Pilotnetz von Telefónica seien erfolgreich verlaufen. Im Livebetrieb des Versuchsnetzes steht zunächst eine Übertragungsrate von bis zu 400 MBit/s zur Verfügung. Die Datenrate werde in der Folgezeit kontinuierlich gesteigert: Ab dem Jahr 2017 sollen dort Geschwindigkeiten bis zu 1,2 GBit/s laufen.

4.5G oder LTE Advanced Pro

Michael Lemke, Senior Technology Expert bei dem Ausrüster Huawei, hatte Golem.de im April 2016 gesagt, dass 4.5G oder LTE Advanced Pro für Huawei das sei, was in der Standardisierung jenseits 3GPP Release 12 ablaufe, im Release 13/14, und dem LTE-Technologie-Pfad folge. "Es gibt mittlerweile den Standardisierungsbegriff LTE Advanced Pro, der jetzt offiziell von der 3GPP definiert wurde, als Nachfolger von LTE Advanced. Dabei geht es um Themen wie Carrier Aggregation über dreifach bis fünffach und High-MIMO jenseits von 4 X 4, sowie eine höhere Modulationsrate für die Luftübertragung, höher als 64 QAM. Die nächste Stufe wäre dann 256 QAM. Das sind die Bestandteile von 4.5G aus Huaweis Sicht", betonte Lemke.

Bei einer Kombination des verfügbaren Spektrums und höheren Übertragungsmodi als 2 X 2 MIMO, verknüpft mit 256 QAM, lasse sich mit dem verfügbaren Spektrum mehr als ein Gigabit pro Sekunde übertragen.

Die Telekom und Huawei hatten am 17. Februar 2016 in Bonn bei einer 5G-Demonstration einen Übertragungsrekord erzielt. Beim Live-Versuch mit Millimeter-Wellen-Technologie seien bis zu 70 GBit/s erreicht worden. Multi-Richtstrahl-Technologie könne in Gebäuden und an stark bevölkerten Orten für eine sehr leistungsfähige Anbindung sorgen.  (asa)


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