Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/electrolysis-multi-prozess-firefox-soll-so-viel-wie-moeglich-isolieren-1608-122492.html    Veröffentlicht: 03.08.2016 13:40    Kurz-URL: https://glm.io/122492

Electrolysis

Multi-Prozess-Firefox soll so viel wie möglich isolieren

Mozilla will künftig jedem Tab und jedem Addon im Firefox-Browser einen eigenen Prozess samt Sandbox zuweisen können. Inkompatible Addons werden dann nicht mehr unterstützt.

Mit der Veröffentlichung von Firefox 48 hat der Hersteller Mozilla damit begonnen, die Multi-Prozess-Architektur des Browsers, Electrolysis (E10s), an einige wenige Nutzer der stabilen Version zu verteilen. Dazu benötigte das Team etwa fünf Jahre nach der ersten Ankündigung von E10s. Doch schon im kommenden Jahr könnte das Konzept so umgesetzt sein, wie sich das Mozilla ursprünglich gedacht hat.

Zuerst vollständige Trennung von UI und Web-Content

Das geht zumindest aus dem Plan hervor, den Firefox-Produktchef Asa Dotzler gemeinsam mit dem Entwickler Brad Lassey im Blog von Mozilla veröffentlicht hat. Demnach soll E10s in den kommenden Wochen an alle Nutzer verteilt werden, deren Profil die derzeitigen Anforderungen dafür erfüllt. Das sind vor allem jene, die keine Erweiterungen nutzen. Laut dem Blogeintrag betreffe das immerhin die Hälfte aller Anwender.

Mit der kommenden Version 49 soll E10s auch für Nutzer mit einigen bestimmten Erweiterungen ausgeliefert werden. Für den darauffolgenden Firefox 50 werde E10s dann für Nutzer mit Erweiterungen aktiviert, die mit der Webextensions-API erstellt worden sind oder sich selbst als kompatibel zu E10s bezeichnen. Letztlich soll E10s von allen Firefox-Nutzern einer aktuellen Version eingesetzt werden, so dass Addons ohne E10s-Unterstützung nicht mehr funktionieren werden.

Die letzte Phase soll schließlich mit Firefox 51 beginnen, dessen Veröffentlichung für Ende Januar 2017 vorgesehen ist. Dann werde E10s auch für Nutzer von Touchscreens, Hilfsfunktionen zur Barrierefreiheit sowie Sprachen mit Rechst-nach-links-Schriften verteilt. Damit werde die Oberfläche des Browsers vollständig von der Darstellung der Inhalte getrennt. Die konkrete Umsetzung hänge aber von den Ergebnissen der Betatests ab. Die Verteilungsphase könnte sich damit also noch verzögern.

Je ein Prozess samt Sandbox pro Inhalt

Der nächste große Schritt von E10s werde dann die Aufspaltung der Darstellung der Webinhalte in einzelne Prozesse. Das Laden von Webseiten kann sich so nicht mehr gegenseitig blockieren. Bereitstehen soll dies in der ersten Hälfte des kommenden Jahres 2017. Im Zuge dieser Arbeiten will das Team außerdem eine Sandbox für diese Prozesse erstellen, die Zugriffe auf den Browser selbst sowie auf das Betriebssystem reguliert.

Zuletzt sollen die Erweiterungen in eigene Prozesse mit einer Sandbox ausgelagert werden. Dies könne die Leistung und Sicherheit des Browsers verbessern. Die Arbeiten an dieser Funktion seien aber noch in einem sehr frühen Stadium, heißt es. Wann Letzteres bereitstehen könnte, ist damit zumindest derzeit noch nicht ersichtlich. Damit hätte Mozilla es dann aber geschafft, die vor fünf Jahren selbstgestellten Ziele doch noch umzusetzen.  (sg)


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