Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/cinema-3d-das-mit-arbeitet-an-3d-kino-ohne-brille-1607-122426.html    Veröffentlicht: 29.07.2016 18:05    Kurz-URL: https://glm.io/122426

Cinema 3D

Das MIT arbeitet an 3D-Kino ohne Brille

Wer Filme schaut, kennt das Problem: Bedingt durch unterschiedliche Sitzplätze sind Bild und 3D-Darstellung für jeden Zuschauer etwas anders. Ein neues Display des MIT ändert das; obendrein sind keine 3D-Brillen notwendig, womit die Idee für Kinos interessant ist.

Das Computer Science & Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) des Massachusetts Institute of Technology hat eine neue Display-Technologie entwickelt, die 3D-Kino ohne Brille ermöglichen soll. Anders als bei bisherigen Ansätzen sieht jeder Zuschauer das gleiche Bild. Und statt nur mit 3D-Fernsehern zu funktionieren, soll die Technik bis hin zu Leinwänden skalierbar sein.

3D-Kino arbeitet mit Polarisation, die stereoskopische Darstellung erfolgt daher über Filter vor meist einem Projektor und in einer Brille beim Nutzer sowie einer beschichteten Leinwand. Moderne 3D-Fernseher kommen ohne Brille aus, denn die autostereoskopische Darstellung wird durch eine Parallaxenbarriere oder ein Linsenraster generiert, wodurch jedes Auge sein eigenes Bild erhält. Für Kinosäle eignet sich diese Technik allerdings nicht, da nur für einen eingeschränkten Blickwinkel und bei einem bestimmten Abstand eine korrekte Stereodarstellung gelingt. Bei mehreren Zuschauern sinkt zudem die Auflösung pro Auge zu stark, da jeder Nutzer den Film in 3D sehen soll, und die Parallaxenbarrieren erfordern sehr helle Projektoren.

Beim Cinema 3D, so nennt das CSAIL seinen Ansatz, werden eine Vielzahl von Parallaxenbarrieren generiert - nämlich für jeden Zuschauer passend - und durch Linsen sowie Spiegel wird die Reichweite erhöht. Da in einem Kinosaal bekannt ist, wo sich welche Sitze befinden und die Nutzer sich selbst sowie ihren Kopf samt Augenpaar während der Vorführung üblicherweise kaum von der Stelle bewegen, sei die Anpassung des 3D-Cinema relativ einfach.

Noch handelt es sich bei Cinema 3D um einen Prototyp, der kaum größer als ein Blatt Papier ist und über 50 Sets aus Linsen und Spiegeln benötigt. MIT-Professor Matusik sieht Cinema 3D aber als nächsten Schritt für 3D-Kino und gibt sich optimistisch, wenn auch erst mit den Betreibern geklärt werden muss, ob Cinema 3D überhaupt finanziell durchführbar ist.  (ms)


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