Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/polaris-grafikkarten-amd-stellt-radeon-rx-470-und-rx-460-vor-1607-122407.html    Veröffentlicht: 29.07.2016 06:00    Kurz-URL: https://glm.io/122407

Polaris-Grafikkarten

AMD stellt Radeon RX 470 und RX 460 vor

Die Polaris-Familie wird vervollständigt: Die Radeon RX 470 und Radeon RX 460 sind Gaming-Grafikkarten, das kleinere Modell erscheint unter gleichem Namen auch für Spiele-Notebooks. Interessant finden wir die Taktraten, welche eine Einschätzung schwierig machen.

Nachdem AMD die Radeon RX 470 und die Radeon RX 460 angekündigt hatte, folgt heute nach mehreren Verschiebungen die offizielle Vorstellung mit allen Spezifikationen - nicht aber Tests der beiden Grafikkarten für Spieler, denn die dauern noch ein paar Tage. Genauer erwartet AMD, dass die neuen Modelle ab dem 4. August (Radeon RX 470) und ab dem 8. August (Radeon RX 460) im Handel erhältlich sein werden. An diesen Tagen fällt jeweils um 15 Uhr die Sperrfrist für Reviews und auch die Euro-Preise samt Steuern stehen fest.

Beide Grafikarten basieren auf der Polaris-Architektur, so wie die Radeon RX 480. Für die Radeon RX 470 setzt AMD ebenfalls auf den P10-Chip, jedoch mit nur 32 statt 36 Compute Units und somit 2.048 Shader-Einheiten. Das Interface ist weiterhin 256 Bit breit, die Datenrate des GDDR5-Videospeichers beläuft sich auf 6,6 GBit pro Sekunde. Das Referenz-Design ist mit 4 GByte Framebuffer ausgestattet, Partner können auch die doppelte Menge auflöten.

Die typische Verlustleistung (Board Power) beziffert AMD auf 120 Watt - vor einigen Wochen bei der Vorabpräsentation in Macau waren es noch 7 Gbps Datenrate und 110 Watt. Wohl bedingt durch die Stromstärken-Thematik der RX 480 geht der Hersteller bei der RX 470 konservativer vor. Der Chiptakt beträgt bis zu 1.206 MHz, als Basis gibt AMD gerade einmal 926 MHz an.

Unsere Vermutung: Im Mittel werden knapp 1,1 GHz anliegen und die Karte ist ein Fünftel langsamer als das große Modell und damit etwas flotter als eine Radeon R9 380X. Für die Geforce GTX 970 reicht es sicherlich nicht, Nvidia arbeitet aber offenbar an einem RX-470-Konter mit GP106-Chip. Für die Radeon RX 460 verwendet AMD den P11-Chip und setzt auf nur 14 der 16 möglichen Compute Units, das macht 896 Shader-Einheiten. Die hängen an einem 128-Bit-Interface, welches mit 2 oder 4 GByte Videospeicher verbunden ist, der mit einer Datenrate von 7 Gbps läuft. Die Board Power soll 75 Watt betragen, weshalb das Referenz-Design keinen Stromanschluss aufweist. Custom-Versionen der Partner werden aber teils mit einem 6-Pol erscheinen.

Den Chiptakt umschreibt AMD mit 1.090 bis 1.200 MHz und gibt an, die Radeon RX 460 liege um 20 bis 30 Prozent vor der Radeon R7 260X (welche wiederum der Radeon HD 7790 von 2013 entspricht). Das sollte unserer Einschätzung nach reichen, um die Geforce GTX 950, die bisher schnellste Grafikkarte ohne Stromanschluss, zu schlagen - was wohl auch AMDs Ziel war. Kleine Randnotiz: Der P11-Chip unterstützt maximal PCIe 3.0 mit acht Lanes.

Wie Nvidia bei den Pascal-Grafikchips für Mobile wird auch AMD die Radeon RX 460 unter gleichem Namen in Notebooks verbauen lassen, beispielsweise in HPs Omen. Die technischen Daten der Mobile-Version entsprechen dem Desktop-Pendant, wenngleich wir einen geringeren Takt erwarten. AMD hat den P11-Chip übrigens für Notebooks optimiert: Er ist besonders flach und einzelne Compute Units können zugunsten der Effizienz vom Strom getrennt werden.

Unser Muster der Radeon RX 470 soll am kommenden Montag eintreffen, der Test am 4. August 2016 (Donnerstag) sollte also machbar sein.  (ms)


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