Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/spielekonsole-in-nintendos-nx-stecken-nvidias-tegra-und-cartridges-1607-122352.html    Veröffentlicht: 26.07.2016 17:37    Kurz-URL: https://glm.io/122352

Spielekonsole

In Nintendos NX stecken Nvidias Tegra und Cartridges

Mehrere Entwicklerstudios haben bestätigt, dass in den Dev-Kits des Nintendo NX ein Tegra-X1-Chip von Nvidia rechnet. Der NX soll ein Handheld mit abnehmbaren Controllern und Cartridge-Modulen sein, der sich angedockt in eine stationäre Konsole verwandelt.

Nintendo schwimmt gegen den Strom: Während sich Microsoft und Sony für ihre aktuellen und kommenden Spielekonsolen Chips von AMDs designen lassen, kooperiert Nintendo für den NX offenbar mit Nvidia. Wie Digital Foundry unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet, steckt zumindest in den Dev-Kits für Entwicklerstudios ein Tegra X1. Dieser Chip kombiniert mehrere ARM-Kerne mit einer Geforce-Grafikeinheit und steckt in Nvidias Shield TV.

Völlig überraschend ist Nintendos angebliche Allianz mit Nvidia nicht, schon im Mai 2016 wies ein Paywall-Artikel bei Semi-Accurate auf einen Tegra-Chip hin. Auch haben wir schon mehrfach gehört, dass die Vulkan-Schnittstelle verwendet wird, welche der X1 unterstützt und mit der längst Studios entwickeln. Die ARM-Kerne dürften von den meisten Entwicklern zudem einfacher zu programmieren sein als die PowerPC-Technik der Wii U, zumal etwa die populäre Unreal Engine 4 zur ARMv8-Architektur kompatibel ist.

Cartridges statt Discs

Ob der Tegra X1 vorerst ein Platzhalter für einen moderneren Chip wie den Tegra Next ist, den Nvidia im August 2016 auf der Hot Chips vorstellt, bleibt offen. Die Leistung sollte dem von Nintendo geplanten Szenario genügen: Der NX ist laut Digital Foundry ein Handheld mit abnehmbaren Controllern und Cartridges als Speichermedium, der angedockt zu einer stationären Konsole wird. Damit wäre der NX grob vergleichbar mit Nvidias Shield Portable.

Für die Verwendung von Cartridges gab es vor einigen Wochen Hinweise in Trademark-Anträgen zu The Legend of Zelda Breath of the Wild, was im März 2017 parallel zum NX erscheint. Angesichts heutiger Flash-Speicher sollten Cartridges mit 32 oder 64 GByte kein Problem darstellen, einen Download von Spielen wird es für den NX wenig überraschend ebenfalls geben.

Bisher liegen keine Details zur Auflösung des Displays des NX-Handhelds vor, unbekannt ist auch, wie viele Pixel er an einen Fernseher schicken kann oder ob es eine Emulation von Wii-U-Titeln gibt.  (ms)


Verwandte Artikel:
Nintendo Switch im Hands on: Die Rückkehr der Fuchtel-Ritter   
(16.01.2017, https://glm.io/125593 )
Nvidia Shield TV im Test: Geforce Now macht den Unterschied   
(20.10.2015, https://glm.io/116923 )
Spielemarkt: Nintendo will keine Verluste mit NX-Hardware machen   
(03.05.2016, https://glm.io/120698 )
Nintendo NX: Neue Plattform erscheint weltweit im März 2017   
(27.04.2016, https://glm.io/120581 )
AMD: Drei Konsolen-Chips für 2017 angekündigt   
(23.04.2016, https://glm.io/120514 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/