Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/amazon-lieferdrohnen-sollen-in-kuenstlichen-nestern-ruhen-1607-122273.html    Veröffentlicht: 22.07.2016 07:50    Kurz-URL: https://glm.io/122273

Amazon

Lieferdrohnen sollen in künstlichen Nestern ruhen

Lieferdrohnen werden größere Distanzen nur mit einer Rast überwinden können. Entsprechende Ladestationen will Amazon auf Straßenlampen, Kirchtürmen und Funktürmen installieren, wenn ein Patent umgesetzt wird, das dem Unternehmen zugesprochen wurde.

Amazon hat in den USA ein Patent zugesprochen bekommen, das Plattformen für eine Zwischenlandung von Lieferdrohnen auf hochgelegenen Standorten beschreibt. Während des Aufenthalts sollen die Akkus wieder aufgeladen werden.

Die Lieferdrohnen, die Amazon seit einiger Zeit testet, kommen nur wenige Kilometer weit, was in den meisten Fällen kaum reichen dürfte, auch noch den Rückflug zu bewältigen. Die Prime-Air-Fluggeräte, die Amazon vorgestellt hat, sollten Strecken von rund 25 km fliegen und 2,5 kg Fracht befördern.

Das Reichweitenproblem soll mit den Zwischenlandungen umgangen werden, wie Amazon im Patent 9,387,928 schildert. Außerdem könnten die Drohnen an den Stationen ihre Ladung auch absetzen und neuen Drohnen mit frischen Akkus übergeben. Ein Stafettensystem unterhielten schon die Römer und beförderten damit bei regelmäßigem Pferdewechsel Botschaften und kleine Lieferungen mit einer Geschwindigkeit von täglich bis zu 200 Kilometern. Die Drohnen könnten in den Dockingstationen zudem vor schlechtem Wetter Schutz suchen.

Aktuell sieht es in den USA für Lieferdrohnen aber schlecht aus. Kommerzielle Drohnen dürfen dort nur im Sichtbereich geflogen werden. Die US-Luftaufsichtsbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hat Regeln für die kommerzielle Nutzung von Drohnen herausgegeben. Auslieferungen per Drohne wird es einstweilen nicht geben.

Amazon hatte das Patent für die Drohnen-Zwischenstationen schon im Dezember 2014 beantragt. Ende November 2015 stellte Amazon ein neues Design für seine Lieferdrohnen vor. Dabei handelt es sich nicht mehr um reine Quadcopter, sondern um Flugzeuge, die senkrecht starten und landen können. Im Geradeausflug wird die hintere Luftschraube genutzt. Sogar kleine Tragflächen besitzt das Fluggerät, das im mittig angeordneten Rumpf das Paket transportiert. Dieser Antrieb dürfte wesentlich ökonomischer sein. Die Drohne soll eine Geschwindigkeit von knapp 90 km/h erreichen.  (ad)


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