Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/automotive-grade-linux-das-auto-linux-bekommt-ein-app-framework-1607-122096.html    Veröffentlicht: 13.07.2016 14:59    Kurz-URL: https://glm.io/122096

Automotive Grade Linux

Das Auto-Linux bekommt ein App-Framework

Für die zweite Version des Automotive Grade Linux haben die beteiligten Hersteller ein Anwendungs-Framework erstellt, Netzwerk- und Audio-Fähigkeiten verbessert und das Bus-System für die Kommunikation mit dem Auto abgesichert. Das Projekt soll weiter wachsen.

Automotive Grade Linux (AGL) hat das Ziel, eine gemeinsame Basis für die Systeme in Autos zu erstellen. Es ist eines der vielen Kollaborationsprojekte unter Führung der Linux Foundation. Die neue Version 2.0 der Unified Code Base (UCB) von AGL dient wie schon der Vorgänger hauptsächlich als Plattform für In-Vehicle-Infotainment (IVI). Die mit Yocto erstellte Linux-Distribution bietet unter anderem ein Framework für Anwendungen.

Dieses soll genutzt werden können, um die Installation, das Ausführen und Aktualisieren von Anwendungen, die auf der UCB aufbauen, zu kontrollieren und zu verwalten. Das Framework soll ausschließlich zuvor genehmigten Anwendungen die notwendigen Ressourcen zuteilen. Darüber hinaus ist die Kommunikation über den Fahrzeug-Bus der UCB stärker abgesichert worden, so dass bösartige Anwendungen diesen nicht mehr ansprechen dürfen.

Die UCB 2.0 unterstützt die Wiedergabe von Videos für die Insassen auf den Rücksitzen. Die Wiedergabe kann zudem über Touch-Eingaben gesteuert werden und lässt sich auch simultan auf dem Display für die Frontsitze darstellen. Neu in UCB 2.0 ist auch die Unterstützung für das Routing und Mixen von Audiosignalen, was die Audioverwaltung verbessern soll. Für Netzwerkfunktionen kommt Connman zum Einsatz, was die Verbindung von Bluetooth-Geräten übernimmt, ebenso wie den Wechsel zwischen Bluetooth und WLAN.

Das AGL-Projekt bietet mit der Veröffentlichung von UCB 2.0 auch eine neue Build-Umgebung mit schnelleren Servern und eine Test-Infrastruktur, die den Remote-Zugriff auf Entwicklungsboard ermöglicht. Die Anzahl der von UCB 2.0 offiziell unterstützten Boards ist ebenfalls deutlich erweitert worden. Zusätzlich zu IVI möchte das Konsortium aus Auto- und Softwareindustrie seine Distribution künftig auf Head-up-Displays, Telematik und sogar autonomes Fahren ausweiten.  (sg)


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