Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/idc-zahlen-veraltete-hardware-laesst-apples-rechnerverkaeufe-sinken-1607-122074.html    Veröffentlicht: 12.07.2016 16:03    Kurz-URL: https://glm.io/122074

IDC-Zahlen

Veraltete Hardware lässt Apples Rechnerverkäufe sinken

Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat Apple deutlich weniger Rechner verkauft. Dabei war das Unternehmen bei den Verkäufen in den vergangenen Jahren verglichen mit der PC-Konkurrenz sehr stabil. Hintergrund der Absatzprobleme ist, dass Apple seine Hardware kaum noch zeitnah aktualisieren kann.

Der Verkauf von Rechnern sinkt, das ist mittlerweile normal. Ungewöhnlich ist aber, dass es auch Apple betrifft. Laut IDC musste das Unternehmen im zweiten Quartal 2016 sogar außergewöhnlich stark mit geringeren Absätzen rechnen. Während der Gesamtmarkt im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,5 Prozent sank, verlor Apple 8,3 Prozent. Das Unternehmen fällt damit auf den fünften Platz, hinter Lenovo, HP, Dell und Asus. Im Jahr davor lag es noch auf dem vierten Platz.

Auch die Nummer eins, Lenovo, hat weniger Rechnerverkäufe zu verzeichnen, allerdings liegt der Verlust bei nur 2,3 Prozent. Die Plätze 2 bis 4 konnten entgegen dem Industrietrend hingegen zwischen 4 und 5 Prozent mehr Einheiten absetzen. Die ersten fünf Plätze bilden zusammen rund drei Viertel des Gesamtmarktes. Die kleineren Anbieter mussten dagegen erhebliche Einbußen hinnehmen. Im Schnitt hat die Konkurrenz zu den ersten fünf Plätzen 16,5 Prozent verloren.

Wer heute Mac-Hardware kauft, bekommt selten moderne Technik

Dass gerade Apple schwächelt, liegt laut IDC an der kommenden Aktualisierung der Rechner. Zwar hat Apple dafür keine Pläne angekündigt, überfällig ist ein Refresh der Produkte jedoch in fast jedem Fall. Nur das Macbook ist derzeit mit aktuellen Komponenten ausgestattet: Im neuen Modell, das im April 2016 vorgestellt wurde arbeitet ein Skylake-Core-M.

Gerade die kaufkräftigen professionellen Anwender vernachlässigt Apple derzeit allerdings, insbesondere wenn es um Prozessoren geht. Das Macbook Pro Retina wurde zuletzt im Mai 2015 mit Broadwell-Kernen ausgestattet und wird als 13-Zoll-Einstiegsmodell immer noch mit nur 128 GByte Flashspeicher verkauft. Wer 256 GByte will, muss 200 Euro Aufpreis zahlen.

Das letzte klassische Macbook mit dem Pro im Namen ist sogar noch älter. Immerhin gibt es noch ein Macbook mit optischem Laufwerk und einer sehr leicht austauschbaren Festplatte. Doch Apple hat das System zuletzt im Juni 2012 aktualisiert, also vor vier Jahren.

Bei den klassischen Standrechnern sieht es auch nicht besser aus. Unser alter Mac-Mini-Test, bei dem wir das sehr langsame Einstiegsmodell mit einer sinnvolleren, aber teuren BTO-Konfiguration verglichen haben ist immer noch aktuell, obwohl er aus dem Jahr 2014 ist.

Bei der teuren Workstation Mac Pro hat Apple seit dem Neudesign Ende 2013 gar nichts verändert. Damit gehört der iMac vom Oktober 2015 tatsächlich zu den modernsten Rechnern, die Apple anbietet. Früher konnte Apple seine Rechner noch häufiger aktualisieren. Wer heute einen Mac kauft, der weiß, dass er bei vielen Systemen mitunter mehrere CPU-Generationen hinter der PC-Konkurrenz liegt. Dazu kommen hausgemachte Probleme. Viele Systeme haben nicht einmal in der Grundkonfiguration eine akzeptable Speicherausstattung. So ist das Macbook Pro Retina beispielsweise als Einstiegsmodell nur mit 128 GByte Flashspeicher ausgestattet, und hohe Kapazitäten sind sehr teuren Modellen vorbehalten. Das Nicht-Pro-Gerät, das Macbook, hat hingegen als Grundausstattung zeitgemäße 256 GByte Flashspeicher.

Ob und wann sich das ändern wird, ist unklar. Typischerweise gibt es im Herbst einen Hardware-Event parallel zu einer neuen Mac-OS-Version. Doch die Vergangenheit zeigt deutlich, dass Anwender nicht damit rechnen können, dass alle Rechnerserien auf einen aktuellen Stand gebracht werden.  (ase)


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