Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/wlan-in-2-klasse-deutsche-bahn-legt-sich-bei-drosselung-noch-nicht-fest-1607-121965.html    Veröffentlicht: 06.07.2016 18:23    Kurz-URL: https://glm.io/121965

WLAN in 2. Klasse

Deutsche Bahn legt sich bei Drosselung noch nicht fest

Die Deutsche Bahn hat begonnen, ihr Multi-Provider-System für die kostenlose WLAN-Versorgung in allen Zügen zu testen - bisher noch ohne ihre Fahrgäste. Ab wann gedrosselt wird, gibt die Bahn noch bekannt.

Ab welchem Datenvolumen das kostenlose WLAN der Deutschen Bahn gedrosselt wird, steht noch nicht fest. Das sagte ein Bahn-Sprecher Golem.de auf Anfrage. "Wie das genau aussehen wird, kann ich Ihnen noch nicht sagen. Wir werden es rechtzeitig kommunizieren", erklärte er.

Bahnchef Rüdiger Grube hatte sich auf dem Zukunftsforum Schiene Digital mit dem Bundesverkehrsministerium auf die kostenlose Versorgung mit Wi-Fi in allen Zügen geeinigt, aber eingeschränkt: "Von einem bestimmten Datenvolumen an werden wir dem Kunden sagen müssen: Entweder, du gehst auf eine langsamere Geschwindigkeit, oder ab dem Punkt x muss man das dann auch berechnen."

Multi-Provider-System: "Wir haben immer irgendwie Netz"

Die schwedische Firma Icomera wird ein Multi-Provider-System im Zug installieren. Die exklusive Kooperation der Bahn mit der Deutschen Telekom und T-Systems wurde nicht verlängert, nun erfolgt die Versorgung mit Vodafone, Telefónica und der Telekom. Bei Twitter erklärte die Deutsche Bahn: "Neues WLAN: Zurzeit sind 9 ICEs zum Test unterwegs. In diesen Zügen gibt es kein Internet und ICE-Portal. Ab August können Sie mittesten."

Nach den Worten des Sprechers werde "von jeder Baureihe ein ICE mit der neuen Technik ausgestattet. In der ersten technischen Testphase ist das WLAN für den Kunden abgeschaltet. Wir greifen mit der neuen WLAN-Technik auf alle Mobilfunkbetreiber zurück. Der Vorteil ist, wir haben immer irgendwie Netz." Weil auf alle Netze zurückgegriffen werde, habe die Bahn auch mehr verfügbares Datenvolumen zur Verfügung.

Grube räumte im März 2016 ein, dass der Kunde mit der Qualität der WLAN-Versorgung in der Bahn "nicht immer zufrieden" sei. Es ginge aber nicht nur darum, dass genügend Repeater von der Bahn in den Zügen installiert würden. Auch die Bahnstrecken müssten von genügend Funktürmen ausgeleuchtet werden. "29.000 Kilometer sind nicht ausgeleuchtet", sagte Grube. Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges erklärte, die Datenverkehre in den Zügen würden explodieren. Die Leute würden viele Filme anschauen.  (asa)


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