Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/counter-strike-unerlaubte-werbung-in-eigener-waffen-skin-sache-1607-121926.html    Veröffentlicht: 05.07.2016 11:15    Kurz-URL: https://glm.io/121926

Counter-Strike

Unerlaubte Werbung in eigener Waffen-Skin-Sache

Das Millionengeschäft mit Waffen-Skins für Counter-Strike ist lukrativ - aber nach und nach zeigt sich, dass Valve damit wohl auch allerlei Betrügereien ermöglicht hat. Nun sind zwei Youtuber aufgeflogen, weil sie unerlaubt Werbung für ihre eigene Glücksspielseite gemacht haben sollen.

In den USA geht die Diskussion um das Geschäft mit Waffen-Skins für Counter-Strike Global Offensive weiter. Wenige Tage, nachdem ein Privatmann eine Klage gegen Valve wegen illegalen Glücksspiels eingereicht hat, sorgen nun zwei Youtuber für Negativ-Schlagzeilen. Tom Cassell (ProSyndicate) und Trevor Martin (TmarTn), die zusammen über 10 Millionen Abonnenten haben, sollen in ihren Videos so getan haben, als hätten sie zufällig immer wieder auf einer bestimmten Skin-Webseite besonders viel Geld gewonnen. Nun hat sich herausgestellt: Diese Skin-Webseite gehört den beiden, sie wurde sogar von ihnen gegründet.

<#youtube id="_8fU2QG-lV0"> Das Geschäft mit den Skins ist aus Wetten auf den Ausgang von Counter-Strike-Matches entstanden. Wer daran teilnimmt, kann für wenige Dollar bei Valve virtuelle Truhen kaufen. Die enthalten - wie bei einer Lotterie - meist nur Nieten, aber manchmal eben auch Skins, für die andere bereit sind, viele Hundert oder sogar Tausend US-Dollar zu bezahlen - entweder, weil sie ihre Spielfigur damit schmücken möchten, oder weil sie hoffen, dass die Skin noch weiter an Wert gewinnt.

Die Waffentexturen lassen sich jederzeit für echtes Geld weiterverkaufen, wovon Valve 15 Prozent Provision einbehält. Das US-Wirtschaftsmagazin Bloomberg schätzte im Frühjahr 2016, dass das Wettgeschäft mit den Skins rund 2,3 Milliarden US-Dollar im Jahr schwer ist.

Verstoß gegen Youtube-Richtlinien

Die beiden Youtuber haben mit ihrer nicht gekennzeichneten Werbung in eigener Sache unter anderem gegen die Richtlinien von Youtube verstoßen. Vor allem ein Video des Magazins H3H3 Productions zeigt, wie ProSyndicate und TmarTn so tun, als wären sie gerade zufällig auf die Skin-Glücksspiel-Seite gestoßen, die ihnen selbst gehört.

Gleichzeitig gibt es in den US-Medien und in Teilen der Community aber auch immer mehr Diskussionen über die Rolle von Valve. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, mit den Skins eine nicht regulierte, auch für Minderjährige zugängliche Form von Glücksspiel aufgebaut zu haben;das sagt auch die jüngst eingereichte Klage.

Öffentlich hat sich Valve bislang nicht zu den Vorwürfen und Diskussionen geäußert. Die längste Wortmeldung des Unternehmens in der Sache ist ein Beitrag auf Reddit, in dem ein Mitarbeiter erklärt, dass eine vorübergehende Sperre auf Steam für die von ProSyndicate und TmarTn betriebene Webseite nur ein Fehler eines anderen Mitarbeiters gewesen sei. Die Seite ist nun wieder frei über Steam zugänglich.  (ps)


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