Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/kabelnetz-vodafone-bereit-fuer-entschaedigung-fuer-netzausfall-1607-121913.html    Veröffentlicht: 04.07.2016 16:38    Kurz-URL: https://glm.io/121913

Im Einzelfall

Vodafone bereit für Entschädigung für Netzausfall

Vodafone hat laut Allgemeinen Geschäftsbedingungen nur eine Verfügbarkeit von 98,5 Prozent. Kunden können aber versuchen, für den Netzausfall in der vergangenen Woche Schadensersatz zu erhalten.

Vodafone ist unter Umständen bereit, Kunden eine Entschädigung zu zahlen, die von dem großen Netzausfall in der vergangenen Woche betroffen waren. Das sagte Unternehmenssprecherin Sarah Rötzer Golem.de auf Anfrage. "Wenn man sich an uns wendet, weil durch den Ausfall Kosten entstanden sind, dann prüfen wir den Einzelfall."

Wenn Kunden aufgrund von Engpässen im Netz zeitweise nicht die gewohnte Qualität geliefert werden könne, dann tue das Vodafone "sehr leid", betonte Rötzer.

Grundsätzlich gelte hier jedoch nach Ziffer 3.4 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen: "Insgesamt beträgt die Verfügbarkeit der durch Vodafone zu erbringenden Leistungen mindestens 98,5 Prozent im Jahresmittel. Eine darüber hinausgehende Verfügbarkeit gehört nicht zur Leistungsverpflichtung von Vodafone." Dieser Ansatz werde auch durch die allgemeine Rechtsprechung gestützt.

Denkbare relevante Schadensfälle

Carola Elbrecht vom Verbraucherzentrale Bundesverband sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Ich kann mir vorstellen, dass Vodafone an der ein oder anderen Stelle kulant ist." Denkbare relevante Schadensfälle seien der Selbständige, dem ohne Internet ein Auftrag entgangen ist, der Privatmann, der bei Ebay seine Gebote oder Angebote nicht kontrollieren konnte, oder jemand, den in einer Vertragsangelegenheit ein wichtiger Telefonanruf nicht erreicht hat. Forderungen, "nur weil jemand nicht googlen konnte für ein paar Stunden", hält die Verbraucherschützerin für nicht sinnvoll.

Die Störung bei Vodafone Kabel endete nach den Angaben des Konzerns um 15 Uhr am vergangenen Freitag. Bis zu 1,8 Millionen Kunden waren am Donnerstagabend betroffen. Nach Angaben des Unternehmens bestanden am nächsten Tag noch bei mehr als 250.000 Haushalten Probleme mit der Internetverbindung, im Laufe des Tages waren es noch etwa 25.000.

Die Internetverbindungen der Kunden funktionierten entweder gar nicht oder nur mit Einschränkungen. Auch die IP-Telefonie war gestört. Das Fernsehsignal war nicht betroffen. Ursache war eine Störung im Rechnerverbund in Frankfurt am Main und Berlin.  (asa)


Verwandte Artikel:
Glasfaserkabel zerstört: Zehntausende Haushalte in Berlin ohne Telefon und Internet   
(18.02.2018, https://glm.io/132839 )
Mobilfunk: Lidl-Tarife erhalten mehr ungedrosseltes Datenvolumen   
(09.03.2018, https://glm.io/133242 )
Kabelnetz: Vodafone startet Gigabit-Internet nach Analogabschaltung   
(11.01.2018, https://glm.io/132117 )
TV-Kabelnetz: Vodafone Kabelnetztrasse in Rheinland-Pfalz zerstört   
(23.01.2018, https://glm.io/132323 )
Mobilfunk: Vodafone und Telefónica nutzen Glasfaser gemeinsam   
(21.02.2018, https://glm.io/132889 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/