Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/like-buttons-facebook-darf-daten-von-nicht-nutzern-weiter-speichern-1606-121836.html    Veröffentlicht: 30.06.2016 09:36    Kurz-URL: https://glm.io/121836

Like-Buttons

Facebook darf Daten von Nicht-Nutzern weiter speichern

Facebook hat gegen belgische Datenschützer im Streit um Nutzerdaten gewonnen. Das Unternehmen darf auch weiterhin Daten über Nicht-Mitglieder sammeln. In Zukunft soll es für EU-Bürger einfacher werden, Datenschutzverstöße anzuzeigen.

Ein Brüsseler Berufungsgericht hat im Streit zwischen Facebook und belgischen Datenschützern um die Speicherung von Daten, die nicht Nutzer des sozialen Netzwerkes sind, darauf verzichtet, eine Entscheidung zu treffen. Das Gericht erklärte sich als nicht zuständig für Facebook, weil das Unternehmen seinen Europäischen Sitz in Irland hat, wie Bloomberg berichtet.

In dem Streit geht es darum, ob Facebook die Daten von Nicht-Mitgliedern speichern darf, die das Unternehmen durch Tracking von Facebook-Like-Buttons auf Drittanbieter-Webseiten erhält. Auch Besuche auf Facebook.com durch Nicht-Mitglieder werden erfasst.

Tracking-Cookie sammelt Vorlieben

Die Informationen werden in einem Identitätscookie mit dem Namen "Datr" gespeichert, dass die Informationen über Vorlieben und Likes zusammenführt. Dieses Cookie wird auch bei Nicht-Mitgliedern standardmäßig gesetzt, wenn Sie Facebook aufrufen.

Die Datenschützer monieren außerdem, dass das Cookie für zwei Jahre aktiv bleibt, selbst wenn Nutzer ihr Facebook-Konto deaktivieren. Mit der im Frühjahr beschlossenen EU-Datenschutzverordnung soll es für Nutzer leichter werden, Datenschutzverstöße bei Unternehmen anzuzeigen. Dann kann in jedem EU-Land Beschwerde erhoben werden, egal wo das Unternehmen seinen europäischen Hauptsitz hat.

In dieser Woche gab es Verwirrung über die Art und Weise von Facebooks Datenerhebung. Zunächst hatte das Unternehmen einer US-Journalistin bestätigt, dass Freundesempfehlungen auch auf gemeinsamen Standorten basieren. Später widerrief Facebook diese Darstellung, der Ort würde nicht genutzt. Es habe lediglich einen solchen Versuch gegeben, dieser habe bei dem zuständigen Mitarbeiter für Verwirrung gesorgt.  (hg)


Verwandte Artikel:
Rechtsstreit: Blackberry verklagt Facebook wegen Messaging-Patenten   
(07.03.2018, https://glm.io/133189 )
E-Privacy-Verordnung: Verleger und Startups wollen mehr Daten verarbeiten dürfen   
(07.03.2018, https://glm.io/133201 )
Messenger: Facebook sagt "Daumen runter"   
(23.03.2017, https://glm.io/126905 )
Gerichtsurteil: Facebook drohen in Belgien bis zu 100 Millionen Euro Strafe   
(18.02.2018, https://glm.io/132835 )
Schrems vs. Facebook: EuGH soll über Standardvertragsklauseln entscheiden   
(04.10.2017, https://glm.io/130429 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/