Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/anrufweiterschaltung-bundesnetzagentur-schaltet-falsche-ortsnetznummern-ab-1606-121827.html    Veröffentlicht: 29.06.2016 15:12    Kurz-URL: https://glm.io/121827

Anrufweiterschaltung

Bundesnetzagentur schaltet falsche Ortsnetznummern ab

Die Bundesnetzagentur hat einer Firma 300 Rufnummern entzogen, mit der Ortsanschlüsse vorgetäuscht wurden. Dabei wurde eine Anrufweiterschaltung versteckt.

Die Bundesnetzagentur hat die Abschaltung von knapp 300 Rufnummern eines Unternehmens angeordnet. Das gab die Behörde am 29. Juni 2016 bekannt. Mit den Nummern sei in Werbeanzeigen ein Ortsanschluss nur vorgegeben worden, tatsächlich habe es eine Rufweiterleitung an den Sitz des Unternehmens gegeben.

Auf die Anrufweiterschaltung werde nicht unmissverständlich hingewiesen, was irreführende Werbung sei. In den Vorwahlbereichen hatte die Firma keinen eigenen Betriebssitz. Zudem waren viele der Ortsnetzrufnummern nicht dem werbenden Unternehmen zugeteilt.

"Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass eine Rufnummer im eigenen Vorwahlbereich zu einem am Ort ansässigen Unternehmen führt", sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. "Wenn Ortsnähe vorgetäuscht wird, geht die Bundesnetzagentur gegen solche Wettbewerbsverstöße vor. Wir überprüfen weitere Unternehmen, die in vergleichbarer Weise eine Ortsansässigkeit vortäuschen und werden dort ebenfalls einschreiten, wenn dies erforderlich ist."

Eilverfahren zur Abschaltung

Das Verwaltungsgericht Köln hatte in einem Eilverfahren die Anordnung der Bundesnetzagentur zur Abschaltung der Ortsnetzrufnummern des Rohr- und Kanalreinigungsanbieters bestätigt.

Im April 2015 hatte die Bundesnetzagentur die Abschaltung der Auskunftsdienste unter den Rufnummern 11865 und 11878 angeordnet. "Ortsnetzrufnummern, kostenlose 0800er-Rufnummern oder Service-Dienste-Rufnummern wurden genutzt, um Verbraucher zum Anruf auf die Auskunftsrufnummern 11865 und 11878 zu veranlassen. Hohe Tarife wurden so gezielt verschleiert. Das ist kein zulässiges Geschäftsmodell", sagte der Vizepräsident der Bundesnetzagentur, Wilhelm Eschweiler.  (asa)


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