Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/homeland-security-frage-nach-facebook-konto-bei-einreise-in-die-usa-geplant-1606-121769.html    Veröffentlicht: 27.06.2016 11:36    Kurz-URL: https://glm.io/121769

Homeland Security

Frage nach Facebook-Konto bei Einreise in die USA geplant

Urlauber und andere Reisende in die USA sollen künftig nach ihren Social-Media-Konten gefragt werden, so das Department of Homeland Security. Die Angabe soll zwar freiwillig erfolgen, aber trotzdem dürfte sich ein Großteil der Betroffenen zur Auskunft gedrängt fühlen.

Das Department of Homeland Security der USA fordert in einem offiziellen Antrag, das bei der Reise in die USA auch Angaben zu den Social-Media-Aktivitäten abgefragt werden. "Please enter information associated with your online presence - Provider/Platform - Social media identifier". So lautet die Frage, die künftig etwa im Esta-Formular oder bei den Anträgen auf ein Visum zu beantworten ist (auf Deutsch ungefähr: "Bitte tragen Sie Informationen zu Ihren Onlinekonten ein - Provider/Plattform - Social-Media-Kennung").

Der Antrag der Heimatschützer gilt erst, wenn ihm innerhalb der nächsten rund 60 Tage durch andere offizielle Stellen nicht widersprochen wird - was vermutlich nicht passiert. In dem Text ist auch aufgeführt, wie viele Menschen davon ungefähr betroffen sein dürften, geschätzt 4,4 Millionen, und wie hoch die Kosten durch die Bearbeitung der zusätzlichen Angaben sind: rund 26 Millionen US-Dollar.

Ungutes Gefühl

Nach Angaben des Departments of Homeland Security sollen Ermittler mit den Angaben über Facebook- oder Twitter-Konten ein weiteres Hilfsmittel bei der Suche nach "schändlichen Aktivitäten" bekommen, so der offizielle Text. Vermutlich bezieht sich das unter anderem auf den Terroranschlag von San Bernardino im Dezember 2015, auf den es im Vorfeld tatsächlich Hinweise im sozialen Netz gegeben hatte.

Auch wenn die Angabe freiwillig erfolgt: Die meisten Reisenden dürften sich genötigt fühlen, ihre Accounts aufzuführen - schließlich könnte ein Verschweigen bei den Grenzschützern als Hinweis gedeutet werden, dass man etwas zu verbergen habe. Und selbst der ein oder andere völlig harmlose Urlauber dürfte sich Sorgen machen, nach einem langen Transatlantikflug wieder nach Hause geschickt zu werden, weil er in seiner Timeline ein paar derbe Kommentare über Donald Trump oder "die Amis" veröffentlicht hat.  (ps)


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