Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/prime-now-pariser-politikerin-kritisiert-amazons-1-stunden-lieferung-1606-121644.html    Veröffentlicht: 21.06.2016 07:51    Kurz-URL: https://glm.io/121644

Prime Now

Pariser Politikerin kritisiert Amazons 1-Stunden-Lieferung

Amazon bietet wie in Berlin auch in Paris Lieferungen binnen einer Stunde an. Bürgermeisterin Anne Hidalgo (Parti Socialiste) kritisiert den US-Konzern und warnt vor den Folgen für die lokale Wirtschaft und die Umwelt.

Amazon habe erst wenige Tage vor dem Start seines Lieferdienstes den Behörden in Paris mitgeteilt, dass eine Ein-Stunden-Lieferung eingeführt werde, sagte die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo der Zeitung Le Figaro. Der Lieferdienst gefährde die Vielfalt der Wirtschaft der französischen Hauptstadt und trage nicht zur Umweltentlastung bei.

In Paris startete Amazon mit dem Lieferdienst Prime Now vor einer Woche. Innerhalb einer Stunde sollen Artikel aus einem Sortiment von 18.000 Produkten bei den Bestellern ankommen. Geliefert werden auch frische und gefrorene Lebensmittel. Auch in Berlin und Großbritannien hat Amazon Prime Now eingeführt.

Für die Ein-Stunden-Lieferung verlangt Amazon in Paris 5,90 Euro, für eine Zwei-Stunden-Lieferung fallen ab einem Bestellwert von 20 Euro keine Gebühren mehr an. In Berlin kostet die Lieferung innerhalb einer Stunde 6,99 Euro. Dort umfasst das Sortiment rund 20.000 Artikel.

Die Pariser Händler fürchteten, dass Prime Now ihr Geschäft ruiniere, gleichzeitig aber nicht die gleichen Steuern und Regularien beachten müsse wie andere Verkäufer, sagte Olivia Polski, Beauftragte für Handel, Handwerk und freie Berufe, im Interview mit Franceinfo. Das sei unfairer Wettbewerb. Gegenüber der Website The Verge weigerte sich Amazon, zu dem Brief Hidalgos Stellung zu nehmen.

Amazon steht in Frankreich oft in der Kritik. 2013 klagte die Sozialistin Aurelie Filippetti, Ministerin für Kultur und Kommunikation, Amazon vernichte die Buchläden. Ein Gesetz, das Amazon und anderen Onlinehändlern verbot, kostenlose Lieferungen von preisreduzierten Büchern anzubieten, wurde von Amazon ausgehebelt, indem eine Liefergebühr von einem Eurocent erhoben wurde.  (ad)


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