Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/android-smartphone-aerger-um-speichermanagement-beim-oneplus-three-1606-121609.html    Veröffentlicht: 18.06.2016 12:10    Kurz-URL: https://glm.io/121609

Android-Smartphone

Diskussionen um Speichermanagement beim Oneplus Three

Das Oneplus Three hat üppige 6 GByte Arbeitsspeicher, aber offenbar ein sehr aggressives Speichermanagement. Der Chef des Unternehmens verteidigt die Designentscheidung gegen Kritik. Bastler können selbst Hand anlegen.

Käufer des neuen Oneplus-Flaggschiffs beschweren sich über das aggressive Speichermanagement des Smartphones. Das Oneplus Three bietet einen Arbeitsspeicher mit 6 GByte Kapazität und sollte daher eigentlich keine Probleme haben. Doch sind die Einstellungen zugunsten einer hohen Akkulaufzeit recht aggressiv gewählt, so dass es beim Arbeiten mit vielen Apps zu Verzögerungen kommen soll.

Das Problem liegt offenbar darin begründet, dass die Variablen für die Low-Memory-Killer-Funktion (LMK) zu restriktiv gewählt sind, um Strom zu sparen, wie XDA-Developers schreibt. LMK überwacht die Speicherauslastung von Android-Smartphones und gibt bei Bedarf Speicherbereiche frei.

Oneplus-Chef Carl Pei verteidigte die Einstellungen gegen Kritik. Auf seinem Twitteraccount schrieb er: "Wir haben eine andere Strategie für RAM-Management, zugunsten der Batterie. Wir denken, dass das die beste Nutzererfahrung ermöglicht." 6 GByte Speicher in einem Android-Telefon seien noch sehr neu, daher gebe es "noch viel zu erforschen". Das Team arbeite an weiteren Verbesserungen. Derzeit soll vor allem die Kamera von dem zusätzlichen Speicher profitieren.

Speichermanagement selbst in die Hand nehmen

Bei XDA-Developers wird ein Fix vorgeschlagen. Diesen sollten nur erfahrene Anwender versuchen und nur auf eigene Gefahr. XDA schreibt, dass die build.prop-Datei editiert werden müsse. Das ist zum Beispiel möglich, nachdem das Smartphone über Android-Device-Bridge angeschlossen wurde.

Innerhalb der unter system/build.prop zu findenden Datei kann dann der Wert ro.sys.fw.bg_apps_limit=20 auf 36 oder 42 erhöht werden, die Resultate sollen ähnlich sein. Welche Auswirkungen die Einstellung auf die Akkulaufzeit hat, ist derzeit noch nicht klar. Pei schrieb auf Twitter, dass das Speichermanagement noch an weiteren Stellen geregelt sei. Es gibt also tasächlich noch viel auszuprobieren.  (hg)


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