Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/horizon-zero-dawn-angespielt-die-suche-nach-der-vorapokalyptischen-welt-1606-121514.html    Veröffentlicht: 15.06.2016 09:00    Kurz-URL: https://glm.io/121514

Horizon Zero Dawn angespielt

Die Suche nach der vorapokalyptischen Welt

Warum sind die Roboterwesen plötzlich noch böser und welche Elemente unserer echten Welt tauchen in Horizon Zero Dawn auf? Golem.de konnte das Actionrollenspiel für die PS4 ausprobieren und den Entwicklern neue Details über die Handlung entlocken.

So eine Apokalypse kann ganz unterschiedlich ablaufen: Sie kann wie in Fallout 4 mit der Bombe kommen oder irgendwie mit durchdrehenden Roboterwesen zu tun haben wie in Horizon Zero Dawn. Je nachdem, was die Ursache für den Untergang unserer Zivilisation ist, läuft die Geschichte dann vermutlich ganz unterschiedlich weiter. Im Actionrollenspiel Horizon geht es dem Planeten auf den ersten Blick prächtig: Statt radioaktiv verseuchter Wüsten gibt es eine blühende und sprießende Natur - und trotzdem müssen wir als Jägerin Aloy täglich um unser Überleben kämpfen.

Auf der Spielemesse E3 in Los Angeles hat das niederländische Entwicklerstudio Guerrilla Games eine neue Version von Horizon gezeigt und dabei auf Nachfrage von Golem.de auch ein paar bislang nicht bekannte Details über die Story verraten. Der Titel spielt rund tausend Jahre nach einer Apokalypse. Erst im Verlauf der Handlung werden wir als Aloy herausfinden, was damals wirklich passiert ist, und dann auch Umgebungen besuchen, die auf tatsächlich existierenden Landschaften oder Städten basieren, die allerdings durch die Katastrophe zerstört sind.

Bereits früh soll sich im Rahmen der Handlung andeuten, dass im Spiel etwas Besonderes passiert: die durchgehend wunderbar animierten Maschinenwesen, an die sich die fast urzeitlich anmutenden Stämme längst gewöhnt haben, sind seit kurzer Zeit besonders aggressiv und greifen die Menschen schneller und härter an.

Beim Anspielen probieren wir aus, wie die Kämpfe ablaufen. Sinnvollerweise werfen wir erstmal einen Blick auf die Gegner in unserer Nähe, indem wir auf Knopfdruck eine Energiekuppel - die Entwickler nennen das Fokus - herbeizaubern. Wenn wir dann einen Roboter anvisieren, bekommen wir in zwei eingeblendeten Kästen detaillierte Informationen über seine Stärken, Schwächen, Widerstände und Waffen sowie über die Rohstoffe, die wir bei einem Sieg in unser Inventar verfrachten können.

Wir legen uns zuerst mit einer Robotergattung namens Watchers an, die uns entfernt an die Velociraptoren aus Jurassic Park erinnert. Die Entwickler geben uns den Tipp, mit unserem Bogen auf das besonders empfindliche Auge der Biester zu feuern, weil sie dann blind sind. Wir ignorieren die Empfehlung wacker und stürzen uns stattdessen mit einer Nahkampfwaffe frontal auf die Monster.

Erst sind wir ein bisschen erschrocken, weil sie uns sofort mit einer Art Energiestrahl blenden und wir wie bei einer Blendgranate erstmal nichts sehen können. Dann reichen aber ein paar Schläge aus, um einen Walker nach dem anderen zu zertrümmern.

Reiten auf Robotern

Anschließend besorgen wir uns ein Reittier. Dazu wählen wir im einblendbaren Waffenrad die Drahtseilkanone aus. Unser Opfer, eine Mischung aus Pferd und Stier mit sehr breiten Hörnern, fixieren wir mit zwei Schüssen. Es fällt dann um, und wir haben ein paar Augenblicke Zeit, seine Systeme mit einem magischen Hightech-Stab zu hacken. Falls es überlebt, gehorcht das Mount uns von da an. Wir können es sogar auf Knopfdruck mit einem Pfiff herbeirufen.

Auf dem Rücken des gut steuerbaren Reittiers nehmen wir uns noch einen größeren Gegner vor, eine Art Roboterhummer, der sich mit einem großen Energieschild schützt. Nett: Es gibt eine freischaltbare Fähigkeit, mit der wir beim Reiten die Zeit verlangsamen können, um in Ruhe mit unserem Bogen ein Ziel anzuvisieren. Trotzdem ist unser Mount nach kurzer Zeit vom Roboterhummer so schwer beschädigt, dass wir zu Fuß weitermachen mussten.

Der Trick hier ist, zuerst mit einem Spezialpfeil das Energiefeld zu deaktivieren und anschließend mit Feuer- oder Sprengstoffpfeilen den Lebensbalken des Gegners allmählich zu leeren. Auch das klappt auf Anhieb erstaunlich gut, obwohl uns der Kampf subjektiv herausfordernd erscheint. Horizon ist keine Klopperei, sondern spürbar darauf ausgelegt, dass wir im richtigen Moment die passenden Waffen und Gerätschaften verwenden und damit taktisch sinnvoll agieren.

Abgesehen von den Kämpfen haben uns viele Elemente an Titel wie die Far-Cry-Serie und The Witcher 3 erinnert. Es gibt ein einfaches Gesprächssystem, bei dem wir in Dialogen mit anderen Figuren unsere Antwort wählen können. Bei Händlern erhalten wir so Zugriff auf den Warenbildschirm, in dem wir Munition, Ausrüstung oder Rohstoffe kaufen und verkaufen können. Ausrüstungsgegenstände sollen sich sehr weitgehend modifizieren lassen, etwa bei Waffen für eine größere Reichweite oder mehr Schaden.

Fülle an Nebenmissionen

Es gibt eine zentrale Handlung, aber auch Massen an Nebenmissionen, die offenbar mit viel Aufwand und Liebe zum Detail in Szene gesetzt sind. In der riesigen Welt gibt es nach Angaben der Entwickler nicht nur die Waldgegend, in der wir unterwegs waren, sondern auch Wüsten, Dschungel, Berge mit Schnee - und natürlich die mysteriösen Orte aus unserer Welt.

Horizon Zero Dawn soll nach aktuellem Stand am 1. März 2017 für die Playstation 4 erscheinen. Nach Angaben der Entwickler steht die eigentliche Handlung. Die Welt ist weitgehend fertig gebaut und alle Roboterwesen sind in der aktuellen Version enthalten. Was noch zu tun ist, ist das wohl recht komplexe Balancing der Skills, Waffen und Monster sowie vor allem das Abstimmen von Nebenmissionen, Levelgrenzen und Haupthandlung.  (ps)


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