Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/biegsames-display-lenovo-zeigt-smartphone-fuers-handgelenk-1606-121429.html    Veröffentlicht: 10.06.2016 10:41    Kurz-URL: https://glm.io/121429

Biegsames Display

Lenovo zeigt Smartphone fürs Handgelenk

Lenovo hat zwei Smartphone-Konzepte vorgestellt, die ein biegsames Amoled-Display aufweisen. Das eine Modell ist eine Mischung aus Smartphone und Tablet, das andere lässt sich um das Handgelenk wickeln.

Einen Blick in die Zukunft gewährte Lenovo und zeigte zwei Konzepte zukünftiger Smartphones. Das Besondere an den beiden Studien ist ein biegsames Display. Dadurch werden komplett neue Gehäuseformen möglich und die bisherigen Beschränkungen bei der Gestaltung von Smartphones existieren nicht mehr.

Die von Lenovo Cplus genannte Studie ist eine Mischung aus Smartphone und Smartwatch. Denn das Smartphone lässt sich dank des flexiblen Gehäuses teils um den Arm wickeln. Die Besonderheit liegt hierbei darin, dass nicht nur das Display, sondern auch der Akku flexibel ist.

Die übrigen Einheiten sind allerdings nicht flexibel. Hier greift Lenovo auf einen Trick zurück, um das Smartphone um ein Handgelenk legen zu können. Lenovo hat Teile des Smartphones einfach in kleinere Einheiten aufgeteilt. Das gilt sowohl für das Gehäuse als auch für die Platine im Inneren. Ein derartiges Aufteilen dürfte die Konstruktion im Vergleich zu einem klassischen Smartphone verteuern.

Smartphone mutiert zum Tablet

Der eigentliche Biegemechanismus funktioniert gut, auch wenn dieser nur von einem Lenovo-Mitarbeiter gezeigt werden durfte. Wiederholt wurde das Smartphone von der geknickten Form wieder in seine Ursprungsform gebracht.

Als zusammenfaltbares Tablet ist das Folio gedacht. Im Unterschied zum Cplus ist hier nur das Display flexibel, denn das Gerät wird nur in der Mitte gefaltet. Die Hardware und der Akku stecken in einer starren Konstruktion, das Umklappen geschieht mit einem herkömmlichen Gelenk.

Die Schwierigkeit bei der Konstruktion war vor allem der Bewegungsspielraum, den das Display haben muss, weil sich das Gerät komplett zusammenfalten sollte. Bei dem gezeigten Prototyp gelingt es Lenovo noch nicht, die Tablet-Form in aller Perfektion zu erreichen. Der Biegemechanismus beim Cplus macht einen deutlich ausgereifteren Eindruck.

Markteinführung dauert noch

Bis die beiden Studien auf den Markt kommen werden, vergeht aber noch viel Zeit, wie Lenovo einräumte. Drei bis fünf Jahre wird es wohl laut Lenovo dauern, bis die ersten Geräte mit der Technik im Handel verfügbar sein werden. Gebaut werden könne die Technik bereits, doch die Zuverlässigkeit mache noch Probleme.

Bei einem Smartphone mit biegsamem Display rechnet Lenovo damit, dass der Nutzer dieses öfter verbiegt, als es eigentlich notwendig wäre. Der Hersteller geht davon aus, dass die Biegefunktion auch aus purer Langeweile verwendet wird und der Nutzer quasi als Beschäftigungstherapie das Smartphone hin- und herbiegt - eben so, wie früher etwa mit einem Klapphandy gespielt wurde.

Auch Samsung experimentiert mit biegsamen Displays

Auch Samsung arbeitet an Smartphones mit einem biegsamen Display und will diese bereits im kommenden Jahr auf den Markt bringen. Zwei Modelle sind derzeit in der Planung. Eines davon soll einen 5 Zoll großen Touchscreen haben - wenn es zusammengeklappt ist. Wird es auseinandergefaltet, steht ein 8 Zoll großes Display zur Verfügung. Das andere Modell soll dafür kompakter sein und wie ein Klapphandy zusammengeklappt werden können.  (ase)


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