Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sicherheitsluecke-im-facebook-messenger-angreifer-konnten-nachrichten-manipulieren-1606-121356.html    Veröffentlicht: 07.06.2016 15:52    Kurz-URL: https://glm.io/121356

Manipulierte Nachrichten

Sicherheitslücke im Facebook-Messenger

Hacker konnten Nachrichten manipulieren und Nutzern gefälschte, bösartige Links unterschieben. Die Sicherheitslücke betrifft Facebooks Messenger-App und die Browserversion des Chats.

Die Sicherheitsfirma Checkpoint hat eine schwerwiegende Schwachstelle in Facebooks Messenger-Dienst gefunden. Angreifer waren demnach in der Lage, Kommunikationsvorgänge zu manipulieren und so die Historie zu verändern oder Malware einzuschleusen. Facebook hat die Lücke mittlerweile geschlossen.

"Wenn Sie diese Sicherheitslücke ausnutzen, können Kriminelle ganz Chatverläufe ändern, ohne dass das Opfer es merkt," sagte Oded Vanunu von Checkpoint. "Wir gratulieren Facebook, dass sie sehr schnell auf unsere Meldung reagiert haben und ihre Nutzer schützen", heißt es in dem Statement weiter.

Die Schwachstelle betrifft die Art und Weise, wie Facebook einzelne Chatnachrichten speichert. Jede einzelne Nachricht hat eine eigene "message_id", die sowohl auf Facebooks Server als auch offline gespeichert wird. Angreifer konnten eine Anfrage an die Adresse www.facebook.com/ajax/mercury/thread_info.php richten und dann lokal die Message-ID auslesen. Wenn sie dann den Inhalt der Nachricht veränderten und an Facebooks Server sendeten, wurde der Inhalt an der entsprechenden Message-ID überschrieben.

Beweismittel könnten manipuliert sein

Diese Änderungen wären natürlich an die Endgeräte der Nutzer weitergegeben worden. Angreifer hätten sich die Sicherheitslücke zunutze machen und Gesprächsverläufe nachträglich manipulieren können. Wenn Facebook dann von einem Gericht zur Herausgabe der Informationen verpflichtet würde, könnten so Beweismittel vernichtet werden.

Außerdem, schreibt Checkpoint, hätten Angreifer Nutzern auch manipulierte Links schicken können. Dazu würde zunächst eine Datei mit korrektem Link oder Anhang geschickt und diese im Nachhinein verändert, so dass die Verknüpfung auf einen bösartigen Inhalt zeige. Wenn der Nutzer dann noch einmal auf den Inhalt zu klicke, könne er zum Beispiel mit Ransomware infiziert werden.

Für das Angriffsszenario hätten sich Angreifer und Opfer gemeinsam in einem Chat befinden müssen. Gerade Chats mit Unternehmen wären für Angereifer ein lohnendes Szenario. Wäre es gelungen, den Account eines Bekannten des Opfers zu übernehmen, hätte mit diesem Szenario außerdem mittels Social-Engineering potentiell weitereichende Angriffe ausgeführt werden können, weil das Opfer möglicherweise dem vermeintlichen Freund vertraut hätte.  (hg)


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