Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/luftfahrt-drohnen-schwerelosigkeit-und-ein-flieger-aus-dem-3d-drucker-1606-121282.html    Veröffentlicht: 03.06.2016 12:38    Kurz-URL: https://glm.io/121282

Luftfahrt

Drohnen, Schwerelosigkeit und ein Flieger aus dem 3D-Drucker

Zivil und militärisch, bemannt und unbemannt: Auf der Ila in Berlin zeigt die Luft- und Raumfahrtbranche derzeit ihre Produkte. Der größte Aussteller ist ein Jubilar.

Airbus A380, Eurofighter oder Forschungsflugzeug Zero G: In dieser Woche herrscht vier Tage lang Betrieb auf dem Rollfeld des Berliner Großflughafens Willy Brandt. Dort findet in dieser Woche die Internationale Luft -und Raumfahrtausstellung (Ila) statt.

Etwa 200 Fluggeräte gibt es auf dem Rollfeld sowie in den Hallen: Verkehrsflugzeuge, Militärjets, Hubschrauber, Drohnen. Airbus etwa zeigt den A350 und den A380, das derzeit größte Passagierflugzeug, vor dem sich viele Besucher für eine Besichtigung anstellten. Am Samstag wird noch der erste ausgelieferte A320 neo erwartet. Etwas verloren zwischen den riesigen Maschinen zeigt Airbus Thor: Das etwa 4 Meter große Fluggerät ist ein zukunftsweisender Prototyp. Thor wurde fast vollständig mit einem 3D-Drucker aufgebaut.

Das Militär fliegt bemannt und unbemannt

Das Militär zeigt neben bemannten Fluggeräten wie Kampfjets und Hubschraubern viele unbemannte: die Kampfdrohne MQ-9 Reaper und viele Aufklärungsdrohnen - von der israelischen Heron, die so groß ist wie ein Kleinflugzeug, bis hin zu Aladin der Bundeswehr, der wie ein Wurfgleiter aus der Hand gestartet wird.


Unbemannt aufgeklärt wird aber auch im zivilen Bereich: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) etwa hat einige unbemannte Fluggeräte für den Forschungseinsatz mitgebracht wie etwa den Superartis, der in Halle 4 zu sehen ist. Auf dem Rollfeld zeigt das DLR zudem seine Flotte an Forschungsflugzeugen wie den Eurocopter BO 105, mit dem unter anderem Flugeigenschaften und Assistenzsysteme untersucht werden, oder Zero G. Das ist ein ehemaliger Airbus der Bundesregierung, der für Schwerelosigkeitsexperimente umgebaut wurde.

Lilienthals Gleiter wurde nachgebaut

Auch historische Flugzeuge sind zu sehen: die Douglas DC3, die als Rosinenbomber das eingeschlossene Berlin versorgte, die Messerschmidt ME-262, eines der ersten Düsenflugzeuge, oder einen Nachbau des Gleiters des Flugpioniers Otto Lilienthal. Das DLR hat anhand dieses Nachbaus erstmals dessen Flugeigenschaften untersucht und eine mögliche Ursache für Lilienthals tödlichen Unfall rekonstruiert.

Die Fluggeräte stehen natürlich nicht nur auf dem Boden, sondern werden auch in der Luft präsentiert: Piloten zeigen, was die Maschine - und sie selbst - können: Hubschrauber bewegen sich seitwärts, Verkehrsmaschinen fliegen Manöver, die sie mit Passagieren an Bord besser bleiben lassen. Aus der Schweiz ist die Patrouille Suisse eingeflogen. Die Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe wird am Freitag und Samstag ihr Programm zeigen.

Die Ila ist eine der wichtigsten Luftfahrtmessen in Europa

Die Ila gehört mit der Farnborough Air Show in England und dem Aerosalon Le Bourget in Paris zu den wichtigsten europäischen Luft- und Raumfahrtmessen. Die Messe gibt es seit 1992, sie findet alle zwei Jahre statt. In diesem Jahr wurde das Konzept verändert: Die Messe wurde von sechs auf vier Tage verkürzt. Statt drei gibt es in diesem Jahr entsprechend auch nur zwei Besuchertage - die anderen Tage sind Fachbesuchern vorbehalten.

Auf der Ila präsentieren über 1.000 Unternehmen aus 37 Ländern ihre Produkte. Das sind 200 weniger als 2014. Vertreten sind neben Herstellern und Forschungsgesellschaften auch Startups aus der Branche wie Hybrid Airplane. Am 2. Juni fand erstmals der Ila Startup Day statt, bei dem 50 ausgewählte Unternehmen ihre Produkte und Lösungen vorstellten.

Die Luftwaffe wird 60

Bei einer solchen Messe darf schließlich auch das Militär nicht fehlen: Die Bundesluftwaffe ist in diesem Jahr der größte Aussteller auf der Messe. Die Luftwaffe, die ihren 60. Geburtstag feiert, führt auf der Ila ihre Fluggeräte vor: einen Rettungshubschrauber Bell UH-1 etwa, den Eurofighter oder einen Airbus der Flugbereitschaft, der für Rettungseinsätze oder mit Bundestagsdelegationen genutzt wird.

Die Ila ist noch am 3. und 4. Juni geöffnet. Die Messe öffnet jeweils um 10:00 Uhr. Am Freitag gibt es eine verlängerte Öffnungszeit bis 20:00 Uhr. Die Ila endet am Samstag um 18:00 Uhr.  (wp)


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