Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bristol-ridge-stoney-ridge-verbesserte-carrizo-chips-fuer-notebooks-1606-121209.html    Veröffentlicht: 02.06.2016 10:30    Kurz-URL: https://glm.io/121209

Bristol Ridge & Stoney Ridge

Verbesserte Carrizo-Chips für Notebooks

AMD hat Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit für Notebooks vorgestellt: Die Bristol Ridge und Stoney Ridge basieren zwar auf dem Carrizo-Design. Sie werden aber in einem überarbeiteten Verfahren gefertigt, beschleunigen mehr Codecs und nutzen neue Tricks.

AMD hat auf der Computex-Pressekonferenz in Taipeh, Taiwan, neue Notebook-Chips vorgestellt. Die als Bristol Ridge und Stoney Ridge bezeichneten Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit sollen verglichen mit den bisherigen Carrizo-Modellen die Leistung deutlich steigern. Das Chip-Design von Bristol Ridge ist zwar identisch, durch diverse freigeschaltete Funktionen und einige Verbesserungen handelt es sich aber faktisch um ein eigenständiges Produkt. Für Stoney Ridge hat AMD zudem eine neue Maske entwickelt.

Bristol Ridge wird wie Carrizo in einem 28-nm-Bulk-Verfahren bei Globalfoundries gefertigt, der Prozess wurde für den wie gehabt 250 qmm großen Chip jedoch weiter optimiert. In ihm stecken zwei Excavator-CPU-Module mit je zwei Integer-Kernen, die Grafikeinheit besteht aus acht Compute Units, also 512 Shader-Rechenwerken. Das Dual-Channel-Speicherinterface mit 2 x 64 Bit samt ECC unterstützt bis zu DDR4-2400.

Das Stoney Ridge genannte System-on-a-Chip misst 125 qmm, es beherbergt 1,2 statt 3,1 Milliarden Transistoren und weist ein Single-Channel-Interface für DDR4-2133-Speicher auf. Neu ist die Hardwarebeschleunigung von Googles VP9-Codec, wichtig für Youtube unter Chrome, bis hinauf zur 1080p-Auflösung bei 30 Hz. HEVC (H.265) wird bis 4K-UHD bei 30 Hz unterstützt.

Für beide neuen Prozessoren wurden Funktionen freigeschaltet, mit denen die jeweils anliegenden Spannungen und Taktraten über das Niveau der bisherigen Carrizo-Modelle gesteigert werden können: Neben den bekannten Sensoren für AVFS (Adaptive Voltage and Frequency Scaling) im Chip selbst unterstützen Bristol und Stoney Ridge auch eine Handvoll externe Messfühler.

Die prüfen wie bei Mullins-basierten Tablets die Oberflächentemperatur des Notebooks, was kurzfristig höhere Boost-Frequenzen ermöglicht. Eine weniger konservative Auslegung des Alterungsprozesses der Chips kombiniert mit einer eine paar Hundertstel Sekunden dauernden Prüfung beim Booten packt noch mehr MHz bei ähnlicher Leistungsaufnahme oben drauf. Im 15- und im 35-Watt-Segment liefern Bristol sowie Stoney Ridge höhere Frequenzen als Carrizo.

Um es Käufern wie Herstellern einfacher zu machen, kennzeichnet AMD die schnelleren Chips mit einem auf "30P" endenden Produktnamen. Diese Modelle unterstützen zudem Arbeitsspeicher mit mehr Takt, was angesichts der ebenfalls flotteren Grafikeinheiten Sinn ergibt. Alle Varianten können vom jeweiligen OEM per Custom-TDP an das jeweilige Kühldesign eines Notebooks angepasst werden: Ein 15-Watt-Prozessor läuft dann etwa mit 11 oder 23 Watt.

Bristol Ridge für Desktopsysteme, so wie Carrizo in Form des Athlon X4 845, erscheint später im laufenden Jahr für den neuen Sockel AM4. Den verwendet AMD auch für Summit Ridge, also CPUs mit acht Zen-Kernen.  (ms)


Verwandte Artikel:
Lenovo Thinkpad A275: Business-Notebook nutzt AMDs Bristol Ridge   
(07.09.2017, https://glm.io/129926 )
Prozessor-Roadmap: AMDs AM4-Plattform unterstützt nativ USB 3.1   
(24.06.2015, https://glm.io/114853 )
HP Pavilion: Neue All-in-Ones erinnern an Surface-Geräte   
(02.08.2017, https://glm.io/129267 )
HP Elitebook 725 G4 im Test: Dieses AMD-Notebook überzeugt   
(04.05.2017, https://glm.io/127418 )
AMD A12-9800 im Test: Bristol Ridge kann alles besser, aber ...   
(09.02.2017, https://glm.io/126078 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/