Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/befuerchteter-router-lockdown-linksys-will-weiterhin-openwrt-router-anbieten-1605-120915.html    Veröffentlicht: 15.05.2016 11:54    Kurz-URL: https://glm.io/120915

Befürchteter Router-Lockdown

Linksys will weiterhin OpenWRT-Router anbieten

Erlaubt oder nicht? Immer noch ist unklar, wie genau sich neue Regelungen zur Router-Firmware in den USA und der EU auswirken werden. Linksys hat jetzt eine Lösung präsentiert und ein klares Bekenntnis zur Open-Source-Community abgegeben.

Der Routerhersteller Linksys will auch künftig offene Firmware unterstützen - trotz neuer Regelungen in den USA, die eine Manipulation der Sendefunktionen der Geräte durch die Nutzer verbieten. Arstechnica berichtet, Linksys habe ein klares Bekenntnis zur Open-Source-Community abgegeben: "Die Router tragen WRT im Namen (...) wir haben eine Verantwortung gegenüber der Open-Source-Community", sagte der bei Linksys für die Routersparte verantwortliche Produktmanager, Vince La Duca.

In den USA treten am 2. Juni neue Regelungen in Kraft, denen zufolge Hersteller von WLAN-Geräten mit 5-GHz-Band sicherstellen müssen, dass die Funkeinstellungen nicht mehr von den Nutzern selbst manipuliert werden können. Es gibt daher Befürchtungen, dass die Hersteller die Möglichkeit zur Verwendung freier Alternativen wie DD-WRT einschränken könnten.

Der Hersteller TP-Link hat bereits angekündigt, dass Nutzer bei den neu verkauften Geräten des Herstellers nach dem 2. Juni nicht mehr in der Lage seien, "die derzeitige Generation von Open-Source-Firmware von Drittanbietern" auf die Geräte zu flashen. Man sei aber "gespannt, wie die Open-Source-Community in der Lage sein werde, die neue Firmware ihren Bedürfnissen anzupassen". Auf Anfrage von Golem.de bestritt eine Sprecherin, dass TP-Link alternative Firmware generell verbieten wolle, man sei nur gezwungen, künftig alternative Firmware aufzuspielen.

Linksys geht einen eigenen Weg

Linksys geht jetzt einen eigenen Weg. Den Berichten zufolge sollen alle Einstellungen, die die Sendefunktionen des Gerätes betreffen, in einem eigenen, gesicherten Speicherbereich abgelegt sein, so dass diese von den Nutzern nicht ohne weiteres geändert werden können. Die eigentliche Firmware aber ist von den Einschränkungen nicht betroffen.

Alternative Router-Firmware ist nicht nur nützlich, um zusätzliche Funktionen wie Fernzugriff, VPN oder Ähnliches zu einem Router hinzuzufügen. Denn in der Firmware vieler Routerhersteller gibt es immer wieder gravierende Sicherheitslücken, die Patchrate ist bei vielen Geräten besonders gering. Es gibt also ein berechtigtes Sicherheitsinteresse an quelloffenen Alternativen.

Auch innerhalb der EU gibt es ähnliche Befürchtungen. Die EU-Funkanlagenrichtlinie könnte ähnliche Einschränkungen mit sich bringen wie die von der US-Behörde FCC beschlossenen Regelungen. Bislang ist aber unklar, wie genau die Regelungen ausgestaltet werden. Das in Deutschland zuständige Bundeswirtschaftsministerium konnte uns auf Anfrage bislang noch keine verbindliche Aussage dazu geben.  (hg)


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