Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/veroeffentlichung-privater-daten-afd-sucht-mit-kopfgeld-nach-datendieb-1605-120862.html    Veröffentlicht: 12.05.2016 12:32    Kurz-URL: https://glm.io/120862

Veröffentlichung privater Daten

AfD sucht mit Kopfgeld nach "Datendieb"

Der Bundesvorstand der Alternative für Deutschland hat ein Kopfgeld ausgelobt. Damit sollen die Urheber der Veröffentlichung privater Daten von Parteitagsbesuchern gefunden werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall.

Nach der Veröffentlichung privater Informationen von Parteitagsbesuchern hat der Vorstand der Alternative für Deutschland jetzt ein "Kopfgeld" ausgelobt. Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, sollen mit bis zu 12.000 Euro belohnt werden. Das linke Portal Indymedia hatte die Informationen von rund 2.000 Parteimitgliedern noch während des AfD-Programmparteitages in Stuttgart vor rund zwei Wochen veröffentlicht.

Unter den veröffentlichten Informationen befanden sich Namen, Adressen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern der Mitglieder. Weil der Parteitag kein sogenannter Delegiertenparteitag war, konnten AfD-Mitglieder nach eigenem Gusto dort erscheinen und mussten vorab nicht von ihrem Ortsverband als Delegierte bestimmt werden.

Bundesvorstand steuert 7.000 Euro bei

Die in einem Vorstandsbeschluss explizit als "Kopfgeld" bezeichnete Belohnung setzt sich aus 5.000 Euro aus der Parteikasse und weiteren 7.000 Euro zusammen, die von den 13 Mitgliedern des Bundesvorstandes aufgebracht werden. Dies geschehe "angesichts ihrer besonderen Verantwortung für die Partei". Außerdem benannte der Bundesvorstand der rechtspopulistischen Partei Alice Weidel zur IT-Sicherheitsbeauftragten.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt wegen der Weitergabe der Daten. Woher diese stammen, ist bislang unklar. Auf Anfrage der Deutschen Presseagentur sagte ein Sprecher, dass es derzeit keinen neuen Ermittlungsstand geben würde. Die Auslobung einer Belohnung für sachdienliche Hinweise an die Behörden bezeichnete die Sprecherin als zulässig, ein "Kopfgeld" hingegen nicht.  (hg)


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