Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/usa-furcht-vor-popcorn-time-auf-set-top-boxen-1605-120740.html    Veröffentlicht: 05.05.2016 13:08    Kurz-URL: https://glm.io/120740

USA

Furcht vor Popcorn Time auf Set-Top-Boxen

Die US-Filmindustrie will verhindern, dass der Zwang zur Nutzung bestimmter Set-Top-Boxen im TV-Kabelnetz aufgehoben wird. Denn das führe zum Einsatz von Popcorn Time auf künftigen Geräten, glaubt Bob Goodlatte, Chairman eines Ausschusses des US-Repräsentantenhauses.

Hochrangige US-Politiker warnen vor Popcorn Time auf Set-Top-Boxen. Dazu schrieben Bob Goodlatte, Chairman des House Judiciary Committee, ein Ausschuss des US-Repräsentantenhauses und der Kongressabgeordnete John Conyers einen offenen Brief an die Kommunikationsaufsichtsbehörde FCC (Federal Communications Commission), wie das Onlinemagazin Torrentfreak berichtet. Die FCC will Kabelnetzbetreiber verpflichten, den Kunden Wahlfreiheit für Set-Top-Boxen zu ermöglichen und den Zwang für die Nutzung bestimmter Endgeräte im Verleih aufheben.

Die Filmindustrie habe ihnen ihre Bedenken mitgeteilt, dass künftige Set-Top-Boxen dafür konstruiert sein könnten, um illegal Kopien von Filmen wiederzugeben, schrieben Goodlatte und Conyers. Ein Beispiel sei Popcorn Time, das einfachen Zugang zu illegalen Kopien von urheberrechtlich geschützten Inhalten anbiete. "Die Kreativen sind berechtigterweise besorgt über die Aussicht, dass zukünftige Set-Top-Boxen oder deren funktionale Äquivalente Apps wie Popcorn Time integrieren könnten oder auf andere Weise Zugang zur unerlaubten Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Werken gewähren."

Milliarden durch Leihgebühr

Die FCC hatte bereits im Februar 2014 entschieden, die Set-Top-Boxen freizugeben. Mit den Verleihgebühren für diese verdienen die TV-Kabel- und Satellitennetzbetreiber Milliarden US-Dollar. Alphabet/Google soll den Plan unterstützen, um Over-The-Top-Dienste anzubieten.

Laut FCC sind 99 Prozent der Pay-TV-Abonnenten an gemietete Set-Top-Boxe gebunden. Ein US-Haushalt zahlt im Durchschnitt 231 US-Dollar im Jahr, was den Konzernen im Jahr 20 Milliarden US-Dollar einbringt.  (asa)


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