Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/neural-processing-engine-qualcomm-bringt-deep-learning-sdk-fuer-snapdragon-820-1605-120697.html    Veröffentlicht: 03.05.2016 12:40    Kurz-URL: https://glm.io/120697

Neural Processing Engine

Qualcomm bringt Deep-Learning-SDK für Snapdragon 820

Erst trainieren, dann optimieren: Die Snapdragon Neural Processing Engine für Qualcomms Snapdragon 820 bringt Deep Learning lokal auf das Smartphone. Welche IP-Blöcke das Software Development Kit anspricht, bleibt den Entwicklern überlassen.

Qualcomm hat ein Deep-Learning-SDK für Snapdragon-Chips angekündigt, die Snapdragon Neural Processing Engine. Das Software Development Kit richtet sich vorerst an Entwickler von OEMs wie die großen Smartphone-Hersteller und wird von Qualcomm ab dem zweiten Halbjahr 2016 zur Verfügung gestellt. Technische Grundlage des SKDs ist die Zeroth Machine Intelligence Platform, bei der es sich um Qualcomms proprietäre API-Sammlung handelt.

Zeroth unterstützt dem Hersteller zufolge die meisten üblichen Deep-Learning-Frameworks, darunter Caffe und Cudaconvnet. Entwickler können also ihre Algorithmen wie gehabt auf GPU- oder anderen Clustern trainieren und das Resultat dann per Snapdragon Neural Processing Engine auf den Snapdragon 820 packen. Dort nutzt die Software jegliche Hardware-IP-Blöcke des Systems-on-a-Chip, etwa die Kyro-CPU-Kerne, die Hexagon Vector Extensions des DSP (Digital Signal Prozessor) oder die integrierte Adreno-Grafikeinheit.

Allerdings ist die Snapdragon Neural Processing Engine flexibel gestaltet und kann, muss aber nicht zwingend die aus Hardwaresicht effizienteste oder schnellste Berechnung ausführen. Wird Zeroth genutzt, um während der Fotoaufnahme zu erkennen, ob das Bild danach in die Galeriekategorie Burger oder Strand einsortiert wird, kann das SDK auf der GPU laufen. Denn der DSP ist damit beschäftigt, Bildfilter wie eine Rauschunterdrückung zu applizieren. Der Entwickler legt fest, wann welcher IP-Block verwendet wird.

Da das SKD vorab trainiert wurde, laufen alle Berechnungen lokal ohne Cloud-Verbindung auf dem Smartphone ab. Einige Hersteller haben bereits Anwendungen basierend auf Zeroth erstellt, Avast zeigte beispielsweise eine Malware-Erkennung basierend auf Snapdragon Smart Protect.  (ms)


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