Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bitcoin-erfinder-satoshi-nakamoto-will-sich-geoutet-haben-1605-120666.html    Veröffentlicht: 02.05.2016 10:01    Kurz-URL: https://glm.io/120666

Bitcoin-Erfinder

Craig Wright sagt, er sei Satoshi Nakamoto

Dieses Mal aber wirklich: Nach zahlreichen Spekulationen über die Identität des Bitcoin-Erfinders hat sich ein Australier im Gespräch mit mehreren Medien als Satoshi Nakamoto bezeichnet. Als Beweis seiner Identität präsentierte er kryptographisch signierte Nachrichten - es gibt aber auch Zweifel an seiner Darstellung.

Lange wurde über die Identität des Bitcoin-Erfinders Satoshi Nakamoto spekuliert. Jetzt behauptet ein australischer Unternehmer mit dem Namen Craig Wright im Gespräch mit der BBC, dem Economist und GQ, die Kryptowährung erfunden zu haben. Mehrfach hatten Medien Spekulationen über die Identität des Erfinders angestellt - was teilweise zu Verfolgungsjagden völlig unbeteiligter Personen geführt hatte.

Wrights Behauptung, schreibt die BBC, werde von Kernentwicklern des Bitcoin-Teams unterstützt, wie zum Beispiel Gavin Andresen schreibt. Ob diese vorher über die Identität Bescheid wussten, wird nicht gesagt. Als Beweis, dass er tatsächlich Bitcoin erfunden habe, soll er während des Gesprächs mit der BBC mehrere Nachrichten mit einem kryptographischen Schlüssel signiert haben, der aus der Anfangszeit der Bitcoin-Entwicklung stammt.

Diese Schlüssel seien mit verschiedenen von Satoshi Nakamoto erstellten Blockchain-Blöcken verknüpft. "Dieses sind die Blöcke, die genutzt wurden, um im Januar 2009 die ersten 10 Bitcoins an Hal Finney zu schicken", sagte er der BBC. Finney ist ein Ingenieur, der Wright bei der Erstellung des Bitcoin-Protokolls geholfen haben soll.

Wright will unabhängige Verifizierung ermöglichen

Wright will in Kürze Informationen veröffentlichen, die auch anderen ermöglichen soll, seine Identität als Satoshi Nakamoto mit seiner Person in Verbindung zu bringen. Wright wurde bereits von Wired und Gizmodo im Dezember 2015 als möglicher Bitcoin-Erfinder ins Spiel gebracht. Nach der Veröffentlichung hatten australische Behörden sein Haus durchsucht, um mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Steuer zu untersuchen. "Derzeit diskutieren meine Anwälte mit den Behörden, um herauszufinden, wie viel ich zahlen soll", sagte er der BBC. Schon vorher hatten verschiedene Medien über die Identität spekuliert.

Mit der Veröffentlichung will Wright die medialen Spekulationen um die Identität des Bitcoin-Gründers beenden. "Ich will arbeiten, ich will weiter tun, was ich tue. Ich will kein Geld. Ich will keine Berühmtheit. Ich will keine Bewunderung. Ich will nur alleine gelassen werden", sagte er.

Beim Bitcoin-Projekt wird zurzeit heftig über die weitere Ausrichtung gestritten. Weil die Anzahl der Transaktionen rapide zugenommen hat, sind die einzelnen Blöcke zu klein, um alle Transaktionen in kurzer Zeit abzuwickeln. Die "Blockzeit" beträgt derzeit etwa 10 Minuten, zu viel für kritische Transaktionen. Daher soll die Blockgröße angehoben werden. Doch über das Wann und Wie entbrannte ein heftiger Streit, einer der Bitcoin-Kernentwickler erklärte daher, dass das Bitcoin-Experiment an den internen Streitereien "gescheitert" sei. Ob die Aufdeckung von Wright dazu beitragen kann, den Streit zu schlichten, bleibt abzuwarten.

Nachtrag vom 2. Mai 2016, 13:05 Uhr

Mittlerweile hat Wright einen Blogpost mit einer Anleitung zur Verifikation seiner Schlüssel veröffentlicht. Auf Reddit werden daran erste Zweifel geäußert. Die von Wright veröffentlichte Signatur signiert nicht den von ihm behaupteten Satz, sondern ist lediglich in einer zufällig gewählten frühen Bitcoin-Transaktion von Satoshi enthalten.

Die Ereignisse des Morgens schlagen im Bitcoin-Projekt offenbar hohe Wellen. Angeblich wurde der Commit-Zugang für den Kernentwickler Gavin Andresen deaktiviert. Es wird spekuliert, ob Andresen gehackt wurde. Auch dafür gibt es aber keinen Beweis.  (hg)


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