Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/smartphone-chips-intel-soll-broxton-und-sofia-eingestellt-haben-1604-120631.html    Veröffentlicht: 29.04.2016 11:10    Kurz-URL: https://glm.io/120631

Smartphone-Chips

Intel soll Broxton und Sofia eingestellt haben

Es wäre das Ende von Intels Smartphone-Ambitionen: Die Broxton- und Sofia-SoCs werden angeblich nicht mehr weiterentwickelt. Beide Projekte seien eingestampft, denn Intel konzentriere sich auf 5G.

Wie Forbes in einem längeren Bericht ausführt, soll Intel die Arbeiten an zwei Projekten gestoppt haben, die der (Weiter-)Entwicklung von Systems-on-a-Chip für Smartphones dienen. Betroffen sind alle bisherigen sowie noch nicht veröffentlichten Sofia-Varianten und das schon vor Jahren angekündigte Broxton-SoC. Mit diesen beiden Chips wollte Intel den Markt vom Low-End- bis zum High-End-Segment abdecken, allerdings verwenden nur sehr wenige Hersteller wie Asus überhaupt x86-basierte SoCs für ihre Smartphones.

Die Sofia-Familie wurde auf dem Mobile World Congress im Februar 2015 vorgestellt, die Marketingbezeichnung lautet Atom x3. Intel hat bisher drei Versionen mit zwei oder vier Kernen sowie 3G- oder 4G-Modem im Portfolio, die für günstige Geräte gedacht sind. Durch die Zusammenarbeit mit Rockchip sollten die SoCs vor allem im chinesischen Markt Verbreitung finden.

Broxton ist das Smartphone-Pendant von Apollo Lake, also SoCs mit den neuen Goldmont-Kernen und integrierter Gen9-Grafikeinheit. Angekündigt wurde der Prozessor Ende 2013, er sollte ursprünglich im Laufe des Jahres 2015 erscheinen. Intels Mobile-Sparte hatte sich als Fehlinvestition erwiesen, die Milliarden US-Dollar Verlust machte. Sie wurde daher mit der PC Client Group zusammengeführt, zusammen firmieren sie als Client Computing Group.

Ohnehin kündigte Intel-CEO Brian Krzanich an, den Fokus des Unternehmens zu verlagern: 5G-Mobilfunk, Cloud Computing, FPGAs, Moore's Law und Speicher wie 3D Xpoint seien die Zukunft. Das könnte sich im Smartphone-Segment auszahlen, da unbestätigten Meldungen zufolge Apple beim nächsten iPhone ein Intel- statt ein Qualcomm-Modem verbauen möchte.

Nachtrag vom 30. April 2016, 10:24 Uhr

Intel hat offiziell bestätigt, dass alle Arbeiten an der Broxton-Plattform und den zwei noch nicht veröffentlichten Sofia-Varianten 3GX und LTE2 für Smartphones eingestellt wurden. Für Tablets wird es aber Apollo Lake geben.  (ms)


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