Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/business-notebooks-im-ueberblick-voll-ausgestattet-dockingtauglich-und-trotzdem-klein-1605-120606.html    Veröffentlicht: 12.05.2016 12:04    Kurz-URL: https://glm.io/120606

Business-Notebooks im Überblick

Voll ausgestattet, dockingtauglich und trotzdem klein

Kleine Notebooks mit allen Anschlüssen: Die gibt es, wenn auch zu einem hohen Preis. Wir haben uns die Business-Zwerge von Panasonic (Toughbook CF-MX4), Fujitsu (Lifebook T935), HP (Elitebook 820 G3) und Dell (Latitude 12 5270) angesehen.

Wer ein kleines, leichtes Notebook sucht, das sich flexibel einsetzen lässt, der findet heutzutage nicht mehr allzu viel auf dem Markt. Der Schlankheitswahn bei Notebooks ist mittlerweile so ausgeprägt, dass es mitunter nur noch für einen einzigen USB-C-Anschluss reicht. Doch was nützt das dünnste Notebook im überlasteten Hotel-WLAN auf einer Geschäftsreise? Im Zweifelsfall nichts, insbesondere wenn man den LAN-Adapter vergessen hat.

Ein paar Alternativen gibt es aber noch, und das vor allem im teuren Geschäftskundenbereich. Sie heißen Elitebook, Latitude, Lifebook und Toughbook und bieten Bilddiagonalen zwischen 12 und 13 Zoll. Zusätzlich gibt es auch das Thinkpad, das wir jedoch nicht berücksichtigen - Lenovo konnte uns kein Muster zur Verfügung stellen. Das Thinkpad X260 (Skylake) ist aber im Handel bereits erhältlich. Auch das Toshiba Portegé Z30 ist ein interessantes Gerät, wurde aber erst nach dem Beginn an den Arbeiten dieses Überblicks angekündigt.

Wir wollen mit diesem Artikel einen groben Überblick über die Geräte bieten, die wir in der Redaktion hatten. Ein Test ist dies nicht, auch wenn wir uns mit einzelnen Notebooks länger beschäftigt haben, als wir typischerweise für einen Test brauchen. Hier geht es um die Erfahrung, die wir mit den Geräten gemacht haben sowie die Einordnung. Fast alle Geräte sind in sehr vielen Ausstattungsvarianten erhältlich. Wer 50 Toughbooks bestellt, dem erfüllt Panasonic durchaus mal Sonderwünsche. Dell setzt vor allem auf Built-to-Order und lässt dem Kunden viele Wahlmöglichkeiten. Bei Fujitsu ist die Auswahl etwas kleiner, und HP hat vor allem eine interessante Alternative auf Basis einer für Geschäftskunden ungewöhnlichen Architektur.

Wir haben mit Dells Latitude 12 E5270 (Skylake), Fujitsus Lifebook T935 (Broadwell), HPs Elitebook 820 G3 (Skylake) und schließlich Panasonics Toughbook CF-MX4 (Broadwell) gearbeitet. Fujitsu T935 hat im Laufe der Vorbereitungen einen Nachfolger bekommen: das T936 mit Skylake-Prozessor.

Gemeinsamkeiten der Business-Zwerge

Die Ausstattung aller Geräte ist hervorragend, sowohl bei Anschlüssen als auch bei Dock-Optionen. Zudem gibt es viele Optionen, und eine Dockingstation ist noch Standard. Dell will die alten Docks aber bald abschaffen und durch Thunderbolt-Docking ersetzen. Derartige Pläne sind uns bei der Konkurrenz nicht bekannt.

Doch was bedeutet Ausstattung? Nicht nur das, was in der Hardware steckt, gehört dazu.

Ersatzteile, Garantien und Variationen - Geschäftskundennotebooks bieten viel

Die Ausstattung und vor allem die Optionen machen Business-Notebooks teuer. Preise um die 1.500 Euro sind für eine mittlere Ausstattung die Regel. Und so viel sollte man auch ausgeben, wenn man ein derartiges Gerät haben will, denn das lohnt sich: Für Jahre wird eine Ersatzteilbeschaffungsgarantie ausgesprochen. Drei Jahre Garantie sind normal und Downgrade-Optionen beim Betriebssystem sind ebenfalls inkludiert.

Zudem sind die Service-Level nicht mit dem vergleichbar, was der Endkunde heutzutage ertragen muss. In der Regel wird unserer Erfahrung nach der Geschäftskunde deutlich besser behandelt, und Reparaturen werden kulanter vorgenommen. Bei Endkundengeräten ist der Anwender meist auf die Gewährleistungsregeln angewiesen, die zwar länger gelten als die meisten Endkundengarantien, dafür aber auch nicht sonderlich viel wert sind.

Aber auch bei Geschäftskundengeräten gibt es Unterschiede. Die Service-Levels unterscheiden sich in der Reaktionszeit. Ob sich der Aufpreis dafür lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Preise sind mitunter so hoch, dass man bei höheren Stückzahlen auch einfach mit Reservegeräten kalkulieren könnte. Bei Einzelgeräten in einer kleinen Firma bietet sich das nicht an. Zudem kann der Kunde bei Business-Geräten damit rechnen, dass sie zuverlässig sind. Welcher Hersteller würde schon freiwillig drei Jahre Garantie anbieten, wenn das Gerät schlecht konstruiert wurde?

Viele Konfigurationsmöglichkeiten

Einige Notebooks lassen sich sehr detailreich selbst konfigurieren; Lenovo und Dell bieten das über ihre Shops direkt an. Es gibt natürlich auch fertige Einheiten. Bei den anderen läuft das eher über die SKUs, Stock Keeping Units. Mit anderen Worten: Es gibt viele vorgefertigte Konfigurationen. Insbesondere HP ist für sein SKU-Chaos bekannt, weshalb es schwierig sein kann, herauszufinden, welche Einheit was bietet. Selbiges gilt für Lenovo, das neben den regulären Handels-SKUs noch zahlreiche weitere, nicht aktiv beworbene Varianten anbietet - und damit sind nicht die Sprachvarianten gemeint. Lenovo ist in dem Bereich vorbildlich, dank der Product Specification Reference (psref). Das Stöbern durch die Dokumente frustriert dennoch so manches Mal, denn viele SKUs sind für den gewöhnlichen Geschäftskunden nicht beziehbar.

Wer gleich ein paar Dutzend Notebooks bestellt oder regelmäßiger Kunde ist, der bekommt bei allen Anbietern viel mehr. Das gilt insbesondere für Panasonic. Dort gibt es nur wenige Varianten des CF-MX4 im Handel. Doch im Projektgeschäft bietet das Unternehmen mitunter Sonderentwicklungen bis hin zu designtechnischen Anpassungen.

Besonderheiten in der Ausstattung

Die Ausstattungsoptionen für Geschäftskundennotebooks findet man in regulären Notebooks kaum. Ein Mobilfunkmodem ist als Option praktisch Standard. Häufig gibt es auch Smartcard-Reader, ebenso Fingerabdruckleser. Ein Netzwerkanschluss ist nicht von solchen Geräten wegzudenken, und das gilt auch für die alte VGA-Buchse. Wer viel präsentiert, zieht diese einem Adapter vor, denn den kann man leicht verlieren.

Das sind alles Möglichkeiten, die große Geschäftskunden unbedingt wünschen, weshalb zum Beispiel Apple mit seinen Macbooks und Microsoft mit seinen Surface-Geräten bei ihnen keine Chance hat. Steht in einer Ausschreibung etwa, dass die Geräte reparierbar sein müssen, dann werden Apple und Microsoft gleich von Anfang an ausgeschlossen. Da nützt es nichts, dass Apple- oder Microsoft-Hardware im Vergleich recht günstig sein kann. Im Geschäftskundenmarkt gelten andere Regeln.

Bevor wir die einzelnen Notebooks direkt betrachten, widmen wir uns zunächst in einer Übersicht dem, was Microsoft am liebsten ist: dem Loswerden von Windows 7 und 8.1. Wir installieren auf allen Geräten Windows 10.

Selbst aktuelle Business-Notebooks haben noch kein Windows 10

Für Microsoft gibt es kein Windows 7 mehr. In Redmond wird nichts unversucht gelassen, um Windows 10 attraktiv zu machen und den Einsatz von Windows 7 zu verhindern. Der Konzern hat es sogar mit künstlichen Schikanen für Skylake-Notebooks probiert. Für die war der Aufwand der Bereitstellung von Patches, die ohnehin entwickelt werden müssen, angeblich zu groß, sie sollten deswegen gegebenenfalls nicht mehr ausgeliefert werden. Die mächtigen Geschäftskunden und die Hardwarehersteller lassen so etwas aber nicht mit sich machen, so dass Microsoft ganz schnell einen Rückzieher machen musste.

Für viele Firmen ist es noch zu früh für einen Umstieg auf Windows 10. Die internen Prozesse sind noch nicht umgestellt, wichtige Werkzeuge sind erst in der Validierungsphase. Das gilt teilweise auch für Microsofts Werkzeuge. Unternehmen handeln eher konservativ und bleiben vorsichtig beim Wechsel auf neue Betriebssysteme. Daher ist es nicht verwunderlich, dass wir die meisten Geräte für diesen Test mit Windows 7 bekamen - und nicht ein einziges mit Windows 10.

HPs Skylake-Notebook mit Windows 7

Anfangs überraschte uns der Einsatz von Windows 7 noch. HP schickte uns sehr schnell ein Notebook mit aktueller Technik. Das Elitebook 820 G3 hat bereits einen Skylake-Prozessor (Core i7-6700U). Als wir das Gerät auspackten, gingen wir noch davon aus, dass hier grundsätzlich auf Windows 10 gesetzt wird. Doch HP wählte die Downgrade-Option für das System. Das Notebook ist zudem auf der Skylake-Kompatibilitätsliste für Windows 7.

Da es sich um eine Downgrade-Lizenz handelt, ist ein Aufrüsten auf Windows 10 auch nach dem kostenlosen Upgrade-Zeitraum, der Mitte 2016 endet, noch möglich. Ob Windows 10 aufgespielt werden soll, ist also vor allem von dem Fortschritt der IT-Abteilung abhängig. Wir haben das Upgrade durchgeführt - ohne Probleme, auch bei der Kompatibilität. Das HP-Support-Tool war unter Windows 10 genauso instabil wie unter Windows 7. Bei einem anderen Notebook wurde es hingegen schwieriger mit dem Update.

Windows 10 auf dem Fujitsu Lifebook T935 ist ein Fehler

Fujitsus Lifebook T935 konnte nicht von Windows 7 auf Windows 10 umgestellt werden. Vorinstalliert ist bei dem Gerät Windows 8.1, und wegen des Touchscreens ist das auch sinnvoll, da Windows 8.1 hier die besseren Anpassungen bietet. Gleich bei der Ersteinrichtung, noch bevor Windows 8.1 nutzbar war, wurde uns aber das Upgrade für Windows 10 angeboten. Wir wählten es aus, in der Hoffnung, damit schnell ein Windows-10-System zu haben. Aber dem war nicht so.

Stattdessen bootete Windows 8.1, und irgendetwas tat das Windows-Update zwar: Es animierte den Fortschrittsbalken. Dabei zeigte es aber keinen Fortschritt an, wir wussten also nicht, womit das Update die ganze Zeit beschäftigt war. Deshalb ließen wir den Rechner über Nacht einfach machen. Am nächsten Tag war allerdings nichts von Windows 10 zu sehen.

Erst zwei Tage nach der Ersteinrichtung war das Update so weit, dass es sich anbot. Da lohnt sich eher eine Neuinstallation. Was wir mit unserem Artikel 'Warten auf Windows' beschrieben haben, gilt auch für dieses Neugerät.

Nach der Installation von Windows 10 ließen wir Deskupdate durchlaufen, ein praktisches Werkzeug, um Treiber, Firmware und Werkzeuge, die zum Notebook gehören, auf dem aktuellen Stand zu halten. Wie nicht anders zu erwarten war das erste Update eines für Deskupdate selbst, schließlich hatten wir auf Windows 10 gewechselt. Mit einer frischen Version starteten wir die Updatesuche erneut. Doch dann kam die Überraschung: Deskupdate ist inkompatibel mit Windows 10. Die Kompatibilitätsliste zeigt überhaupt überraschend viele Lücken.

Erst das Lifebook T936, das vor kurzem angekündigt wurde, ist kompatibel mit Windows 10. Das nervt ziemlich, denn so ist der Anwender gezwungen, die Treiber-Updates manuell herauszusuchen und herunterzuladen. Und es verwundert: Warum bietet Fujitsu bei der Ersteinrichtung das Upgrade auf Windows 10 an, wenn die eigene Infrastruktur gar nicht dafür vorbereitet ist?

Mal mit und mal ohne Probleme

Panasonics Toughbook hat Windows 10 trotz installiertem Windows 8.1 nicht bei der Ersteinrichtung angeboten. Bei dem Gerät kommen die Update-Empfehlungen über das reguläre Windows-Update, ist damit also Microsofts Entscheidung, Windows 10 anzubieten. Auch hier kam die Empfehlung erst nach einigen Tagen. Was auch daran lag, dass wir für Windows 8.1 fast 200 Updates einspielen mussten; das Image war recht alt. Sehr viel angenehmer lief das Upgrade auf dem Dell Latitude 12 E5270. Wie bei HP sind keine Probleme zu vermelden, und auch dieses Gerät wurde zunächst mit Windows 7 ausgeliefert.

Solche Probleme sind natürlich nur bei Einzelgeräten von Relevanz, wo sich die Validierung eines angepassten Images nicht immer lohnt. Bei der Abnahme größerer Mengen gibt es das nicht. Dann kann sich der Käufer ohnehin ein spezielles Image einspielen lassen - und zwar ab Werk.

Es stellt sich allerdings die Frage, was der Upgrade-Prozess für Windows 10 in den Geschäftskundennotebooks zu suchen hat. Bestenfalls nervt das Angebot. Größere Unternehmen arbeiten mit vorgefertigten Images und Lizenzmanagement. Und selbst der Privatanwender, der auf die Idee kommt, sich ein teures Notebook dieser Kategorie zu kaufen, wird eher auf die Idee kommen, das System neu zu installieren. Die Entscheidung liegt jedoch nicht bei den Hardwareherstellern, vielmehr nutzt Microsoft seine Windows-Update-Plattform, um eigene Interessen durchzusetzen und das auch dann, wenn die Infrastruktur nicht kompatibel ist.

Insgesamt gestaltete sich das Update bei den Geräten aber meist unproblematisch, wenngleich der Zeitaufwand über den empfohlenen Weg zu groß ist.

Fast schon retro: Panasonics Toughbook CF-MX4 mit LEDs und vielen Knöpfen

Eines der robustesten Geräte ist wohl Panasonics CF-MX4, ein alter Bekannter. Wir haben im Jahr 2013 das CF-AX2 ausführlich getestet, was für diesen Überblick zu viel wäre. Das Design wurde kaum verändert, und damit bleibt es leider bei vielen Nachteilen. Dazu gehört auch, dass dieses Gerät kein echtes Dock bietet. Stattdessen wird ein Portreplikator angeboten. Dass wir das Notebook trotzdem betrachten, liegt an den vielen Besonderheiten im Formfaktor.

Vor allem gefällt uns die robuste Bauweise, die man sofort fühlt. Zwar könnte das Gelenk etwas steifer sein, doch wir glauben kaum, dass das Notebook schnell kaputtgehen könnte. Der flexible Displaydeckel fängt Druck sehr angenehm ab. Außerdem ist das Notebook mit rund 1,1 kg schön leicht.

Für Panasonic ist zudem die manuelle Bedienung sehr wichtig. Es gibt Tasten für die Lautstärke und eine Rotationssperre für den Tablet-Modus. Außerdem hat es den selten gewordenen Schiebeschalter für den Flugmodus. Auch der Einschalter ist als Schiebeschalter ausgelegt, was eine versehentliche Aktivierung im Tablet-Modus ausschließt.

Und es gibt auch noch LEDs. Die LED für die Lesezugriffe half uns herauszufinden, wenn das Gerät gerade unter hoher Last stand. Das geht sogar beim SD-Kartenleser. Diesen Luxus gibt es sonst kaum noch. Uns gefällt der Umstand, dass man dem Profi-Notebook ansehen kann, dass es etwas tut. Das geht schneller, als im Zweifelsfall erst einmal Softwarewerkzeuge zu öffnen. Zudem gibt es für beide Akkus eine Kontrollleuchte. Die LED wird jeweils rot, wenn der Akku an seiner Grenze ist.

Wer sich wundert, warum nun zwei Akkus verbaut sind: Panasonic arbeitet mit einem festen Hilfsakku (15 Wh) und einem Hauptakku. Im Vergleich zum AX2 bietet der Hauptakku 33 statt 30 Wh. Der Hilfsakku, mit dem locker fast zwei Stunden gearbeitet werden kann, ermöglicht das Hot-Swapping des Hauptakkus, ohne die Arbeit zu unterbrechen. Die Akkus sind so leicht, dass es sich eher lohnt, zwei oder drei mitzunehmen, als einen lästigen Netzteilkabelsalat in der Tasche zu haben. Das Aufladen ist jedoch problematisch: Das USB-Ladegerät für das externe Aufladen braucht immerhin 6 Stunden für einen Akku.

Das alles hat aber auch einen Nachteil. Wird der Reserveakku teilentladen, verlangsamt sich die effektive Ladezeit erheblich. In unserem Fall haben wir den Reserveakku auf knapp unter 80 Prozent fallen lassen. Der Akku lädt aber in diesem Bereich sehr langsam und der Hauptakku wird erst im Anschluss geladen. So mussten wir über eine Stunde warten, um von 80/0 Prozent auf 100/20 Prozent zu laden. Außergewöhnlich ist dieses Problem leider nicht. Wünschenswert wäre, dass Panasonic beide Akkus gleichzeitig oder zumindest den externen mit Priorität lädt, sobald der Hilfsakku nicht mehr schnell geladen werden kann.

Ein weiterer Nachteil ist die Tastatur. Der größte Kritikpunkt unseres früheren Tests wurde leider nicht geändert: Die teils stark verkleinerten Tasten treiben den Anwender anfangs zur Weißglut. Begründet wurde das damals mit der besonderen Stabilität des Gehäuses. Doch gerade die Pfeiltasten neben der Umschalttaste zu positionieren und in derselben Höhe auch noch die Position-1-Taste zu platzieren, macht das Tippen von Texten extrem schwer. Panasonic sollte die Pfeiltasten nach unten versetzen. Da ist auch noch Platz.

Der Bildschirm ist mittlerweile besser geworden. Mit 1.920 x 1.080 Pixeln bei 12,5 Zoll lässt sich das Display gerade noch nativ nutzen. Voreingestellt ist eine Skalierung, die einen Bildeindruck eines 1366er-Displays anbietet. Uns fehlt eine Option auf ein 1.600er-Display, eine ehemalige Sony-Spezialität.

Eigentlich gefällt uns das CF-MX4 mit Broadwell-CPU (Core i5-5300). Panasonic lieferte in unserem Testgerät erstaunlich wenig RAM: 4 GByte. Der ist zwar aufrüstbar, allerdings darf das weder der Anwender noch der Inhouse-Administrator eines Unternehmens machen. Aufschrauben darf das Notebook nur ein zertifizierter Servicepartner, sonst war es das mit der Garantie. Selbiges gilt natürlich für kleine Reparaturen. Da trauen andere Hersteller dem Kunden mehr zu.

Uns gefällt neben dem robusten Gehäuse vor allem die große Anzahl an Anschlüssen. Außerdem ist selbst für einen Stiftschacht Platz und zu einem Tablet lässt sich das Notebook auch umklappen. Panasonics Toughbook ist leider sehr teuer. 2.500 Euro muss der Anwender schon investieren. Wer das Budget hat und in der Lage ist, sich an die seltsame Tastatur zu gewöhnen, der kann das Gerät in Betracht ziehen.

HP bietet eine interessante Alternative

Von HP hatten wir gleich zwei Elitebooks im Haus. Die sahen sich so verblüffend ähnlich, dass wir beim Videodreh mitunter die Geräte verwechselten. Im Prinzip erkennt man nur am Sticker, ob es sich um das Elitebook 725 G3 oder das Elitebook 820 G3 handelt. Beides sind 12,5-Zoll-Geräte. Das erste hat einen AMD-Prozessor (Carizzo), das zweite einen Intel-Prozessor (Skylake) samt entsprechendem Sticker auf dem Gehäuse. Diese beiden Geräte haben wir uns mit dem Fokus auf das 725 G3 im detaillierten Vergleichstest ausführlich angesehen. Wer sich für die Leistungsunterschiede zwischen AMD und Intel interessiert, findet dort die Details.

HP gebührt Anerkennung dafür, überhaupt im High-End-Businessnotebook-Bereich ein AMD-Gerät vorzustellen. Es ist das einzige kleine AMD-Notebook, das es mit Vollausstattung gibt. Modem, Dock und viele Anschlüsse gehören dazu. Genauso wie zahlreiche Modellvarianten, die leider nicht immer über den regulären Handel verfügbar sind. Gedockt wird bei HP übrigens schon länger seitlich. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig und geht nicht so schnell wie das Einstecken von oben.

Am Elitebook, egal ob 820er oder 725er, gefällt uns auch der robuste Aufbau. Es mag zwar nicht so stabil sein wie Panasonics Toughbook, doch im Alltag macht das Gerät den Eindruck, als könnte es einiges überstehen, wie wir es von den alten Elitebooks bei tadelloser Verarbeitung gewohnt sind. Das gilt auch für die aufklappbare Ethernet-Buchse, die sehr robust wirkt.

Leider gilt die Qualität nicht mehr für den Service. Der Akku ist beispielsweise nicht mehr so leicht austauschbar; immerhin ist er in der 3-Jahres-Garantie inbegriffen. Es handelt sich um einen Longlife-Akku, und bisher haben wir gute Erfahrungen mit derartigen HP-Akkus gemacht.

Nervig und leider typisch für HP ist die nervöse Lüftersteuerung. Selbst beim Nichtstun surrt der Lüfter manchmal gut hörbar. In ruhigen Umgebungen stört das die Konzentration beim Arbeiten. Uns wäre lieber, wenn HP den Lüfter im Durchschnitt etwas schneller betreiben würde, als ihn ständig hoch- und runterzufahren. HPs Elitebook ist das einzige Gerät, bei dem uns die Lautstärke gestört hat.

Das Alleinstellungsmerkmal ist sicherlich HPs Versuch, auch AMD als Geschäftskundenplattform zu etablieren. Wobei HP dies offenbar nicht bekanntmachen möchte: Wir haben schon häufiger versucht, Testmuster der Elite-Serien auf AMD-Basis von HP zu bekommen und sind immer wieder gescheitert. Das Intel-Gerät kam hingegen innerhalb kürzester Zeit in der Redaktion an.

Das gilt vor allem für Deutschland. In Großbritannien gibt es beispielsweise Modelle zu Preisen um die 800 Euro. Hierzulande geht es ab etwa 1.000 Euro mit einem A10-Prozessor los. Wer eine SSD und einen A12-Prozessor haben will, zahlt 1.300 Euro. Für ungefähr 200 Euro mehr gibt es eine Variante mit Intel-Prozessor. Die lohnt sich vor allem für Nutzer, die lange Akkulaufzeiten benötigen. Das kann AMD nämlich noch nicht.

Die Elitebooks gefallen vor allem wegen der guten Tastatur, dem robusten Äußeren und einem Design, das zum einen nicht auffällt, aber zum anderen auch nicht so altbacken ist wie das des Toughbook von Panasonic.

Fujitsu Lifebook T935

Bei Fujitsu ist die Auswahl an Notebooks in den vergangenen Jahren ziemlich klein und kompakte Geräte sind selten geworden. Wir entschieden uns deswegen für das Lifebook T935, ein 13,3-Zoll-Gerät. Das ist eigentlich zu groß, doch die Alternative von Fujitsu mit kleinerem Display hat ähnliche Gehäusemaße.

Interessant an dem T935 ist der Umstand, dass es eines der letzten alten Convertibles ist, sprich: Es hat ein Drehgelenk. Das klassische Convertible stirbt aus titelten wir 2014 zur Cebit und behielten leider recht. Wir kennen noch Notebooks von Getac und Panasonic mit dieser Konstruktion, alle anderen haben sich vom Markt verabschiedet. Es gibt zwar von HP mit dem Elitebook Revolve noch ein vergleichbares Gerät, doch das haben wir ausgeschlossen, weil HP den Stiftschacht nicht mehr anbietet und selbst das aktuelle Modell 810 G3 nur mit 1.366 x 768 Pixeln verfügbar ist. Zudem spiegelt das Elitebook Revolve stark und disqualifiziert sich damit unserer Meinung nach als Business-Notebook.

Fujitsu macht hier vieles besser, wenn auch teilweise mit sehr deutlichen Kompromissen. Den Stiftschacht gibt es beispielsweise, aber der Stift ist arg dünn und kurz ausgefallen. Zudem hat Fujitsu das Design extrem auf Ultrabook-Niveau gebracht. Das Drehgelenk ist ziemlich klein und sieht nicht sonderlich robust aus. In unserem Fall hatte das Gerät auch schon Probleme damit, das Display in der richtigen Position zu halten, wenn etwas gewackelt wurde.

Das Gehäuse ist zudem so dünn, dass keine Netzwerkbuchse mehr hineinpasst - zumindest theoretisch. Fujitsu hat trotzdem eine, und zwar mit einer Aufklappkonstruktion, die man am besten als filigran beschreibt. Wir befürchten, dass diese Konstruktion ziemlich schnell Schaden nimmt, wenn der Anwender mal ruppig nach seinem Notebook greift und vergisst, das Ethernet-Kabel zu ziehen - oder gar die Netzwerkbuchse nicht wieder einfährt. Sicherlich ist das besser als gar keine Netzwerkbuchse. Doch mehr denn je wünschen wir uns, dass es eine RJ45-Slim-Buchse als Standard gibt. USB-, Displayport- und HDMI-Buchsen wurden alle verkleinert. Nur an den Ethernet-Standard traut sich keiner.

Überraschend ist übrigens, dass Fujitsu trotz des dünnen Gehäuses noch von unten sein Docking betreibt. Das funktioniert auch ziemlich gut. Negativ wie positiv ist das Display: Einerseits gibt es das mit sehr feinen 2.560 x 1.440 Pixeln und bei einer für ein Geschäftskundennotebook ziemlich guten Farbdarstellung. Andererseits nervt das Spiegeldisplay. Es ist zwar nicht so schlimm wie bei HPs Revolve, doch ein Igzo-Panel mit mattem Display wäre wünschenswert.

Noch während wir mit dem T935 (Broadwell) arbeiteten, deutete sich über Supportdokumente ein Nachfolger an. Das Lifebook T936 ist in einer Konfiguration bereits gut verfügbar (T9360M85ABDE) und kostet etwa 1.600 Euro. Vom T935 gibt es derzeit mehr Geräte, die Preise sind etwa gleich.

Das Lifebook ist vor allem etwas für Anhänger des alten Convertible-Formats und für Anwender, die zwar eine Ethernet-Buchse als Reserve haben wollen, aber davon ausgehen, dass diese nur selten genutzt wird. Es ist eher geeignet für vorsichtige Nutzer, weniger für einen ruppigen Außendienstalltag.

Dells dicker Brummer: das Latitude 12 E5270

Dells Latitude 12 E5270 wirkt von allen Geräten am dicksten. Es ist sozusagen ein kleiner Klotz, was vor allem an dem Design liegt, denn Dell nutzt nicht die stark abgerundeten Kanten, die ein Notebook dünner erscheinen lassen. Dass es aber dünn ist, merkt man daran, dass der Platz für die Ethernet-Buchse fehlt. Dells Lösung ist ebenso einfach wie clever: Es wird einfach der ungenutzte Platz am Displayscharnier verwendet. Dadurch gewinnt Dell die notwendige Höhe. Auch sonst finden sich viele Anschlüsse hinten, was unnötigen Kabelsalat vermeidet und Platz neben dem Notebook lässt. Das bietet keiner der hier genannten Konkurrenten.

In Zukunft dürfte sich das aber ändern. Laut Dell ist das E5270 eines der letzten Notebooks mit E-Dock-Anschluss, denn das E-Dock will Dell bekanntlich abschaffen. Die ersten Geräte, die seitlich per USB-C gedockt werden, gibt es bereits. Das E-Dock ist allerdings mit dafür verantwortlich, dass Dell seine Notebooks nicht noch dünner baut - und es rettet sozusagen auch die Ethernet-Buchse vor der Auslagerung. Und das E-Dock war ein recht stabiler Anschluss im Sinne der Investitionssicherheit. Statt ein neues Dock zu entwickeln, das etwas flacher ist oder anders funktioniert, ist damit aber offenbar bald Schluss. HP und Fujitsu beweisen, dass es anders geht.

Kritisieren müssen wir zudem das Display: So ein winkelabhängiges Panel (1.366 x 768 Pixel) haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Unser Notebook ist zwar ein Einstiegsmodell, doch selbst das kostet rund 1.000 Euro bei nur 4 GByte RAM und einer herkömmlichen Festplatte. Mit einem solchen Gerät ohne SSD zu arbeiten, war für uns gewöhnungsbedürftig.

Die Preise sind allerdings ohnehin von einer anderen Welt. Angeblich liegt der Listenpreis schon beim Einstiegsmodell bei rund 1.500 Euro. Wir haben sozusagen ein Sonderangebot. Wer Dell-Listenpreise kennt, weiß allerdings, dass diese so gut wie nie stimmen, und das Angebot von Dell auf der Homepage ist ohnehin seltsam. Wir sind normalerweise mehr Optionen gewöhnt: Eine 128-GByte-SSD als Maximum bei der 1.300-Euro-Konfiguration (Listenpreis um die 2.000 Euro) ist eigentlich eine Frechheit. Da hilft dann aber meist ein Anruf bei Dell, um andere Ausstattungsvarianten zu bekommen.

Wer das Topmodell haben möchte, das neben der mageren 128-GByte-SSD auch ein Full-HD-Panel bietet, der zahlt etwa 1.500 Euro (Listenpreis etwa 2.200 Euro). Wir wissen allerdings nicht, ob dieses Panel besser ist. Optionen wie ein WWAN-Modem sind dann noch gar nicht vorhanden. Dells Preis- und Konfigurationsgestaltung war schon immer etwas ungewöhnlich, doch das Latitude 12 E5270 treibt das auf die Spitze. Wer keinen Wert auf das Display legt, der findet im E5270 allerdings ein interessantes Angebot - sofern er die Dell-Mitarbeiter dazu bewegen kann, entsprechende Optionen bestellbar zu machen.

Wer ab und an Bilder bearbeitet, für den ist das E5270 nichts. Doch als Arbeitsgerät ist es genauso wie die Konkurrenten von HP und Panasonic ziemlich robust. Die Ethernet-Buchse an der Rückseite ist eine schöne Idee. Genauso wie allgemein noch Anschlüsse nach hinten zu verlegen. Selbst wer kein Dock hat, kann so noch einen Schreibtisch ohne allzu sichtbaren Kabelsalat nutzen.

Schlussbemerkungen und Verfügbarkeit der kleinen Toughbooks, Elitebooks, Lifebooks und Latitudes

Die Geräte von Panasonic (Toughbook CF-MX4), Fujitsu (Lifebook T935), HP (Elitebook 820 G3) und Dell (Latitude 12 5270) sind bereits im Handel verfügbar. Die Preise sind stark ausstattungsabhängig. Unter 1.500 Euro bekommt man einen Großteil der SKUs nicht. Viele gehen sogar in den Bereich von 2.000 Euro, wenn Mobilfunk, gutes WLAN, eine SSD und eine hohe Auflösung verlangt werden. Am teuersten ist Panasonics Toughbook. Da geht es erst ab 2.300 Euro los. Bei diesen Preisen lohnt sich auch noch die Fertigung in Ländern mit hohem Lohnniveau. Sowohl Panasonics Toughbook als auch Fujitsus Lifebook sind "Made in Japan". Dell und HP produzieren häufig in Osteuropa.

Zum guten Schluss

Die von uns getesteten Business-Notebooks sind gut ausgestattet und trotzdem noch klein und leicht. Zwar sind manche Consumer- oder auch Prosumer-Geräte deutlich leichter, doch weder ein Surface noch ein Macbook sind so flexibel im Arbeitseinsatz wie die hier vorgestellten Geräte. Es sind Details, die dem Nutzer das Leben erleichtern. Etwa eine LED, die anzeigt, ob das System gerade stark belastet ist. Oder ein Schiebeschalter, der versehentliches An- oder Ausschalten verhindert. Und der Verzicht auf Klebstoff, der zumindest eine kostengünstige Reparatur ermöglicht.

Wer ein gut ausgestattetes kleines Notebook will, muss viel zahlen. Da werden die von vielen Anwendern als teuer empfundenen Apple- oder Microsoft-Geräte noch einmal deutlich überboten. Wer aber die Annehmlichkeiten, die mit dem hohen Preis kommen, miteinrechnet, der hat die Kosten bald raus. Ganz abgesehen von den Konfigurationsoptionen bei den Notebooks von Dell, Fujitsu, HP und Panasonic, die die anderen gar nicht haben. Allein das Mobilfunkmodem kann reichen, um alle anderen Notebooks oder Hybridsysteme auszuschließen.

Doch die Geräte sind ihren Preis alle wert. Vor allem wegen der langen Servicezeit und der Verlängerungsoptionen. Wir konnten dies zwar nicht testen, weil die Geräte nicht kaputtgingen, doch unsere Erfahrung im Betrieb solcher Notebooks über mehrere Jahre zeigt, dass der Service erheblich besser und diese Art von Geschäftskundennotebook nur selten ein Fehlkauf ist. Es sind Geräte, die sich überall mit hinnehmen lassen und bei denen es keinen Kabelpeitschensalat gibt.  (ase)


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