Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/anga-ein-drittel-der-tv-kabelnetznutzer-will-100-mbit-s-1604-120537.html    Veröffentlicht: 25.04.2016 16:33    Kurz-URL: https://glm.io/120537

Anga

Ein Drittel der Kabelinternetnutzer will 100 MBit/s

Internetkunden der TV-Kabelnetzbetreiber wollen hohe Datenübertragungsraten, die im Koaxialnetz oft preisgünstig angeboten werden. Die Branche erwartet, dass Docsis 3.1 im Jahr 2017 kommt.

Die TV-Kabelnetzbetreiber in Deutschland haben im vergangenen Jahr rund 600.000 Internetkunden hinzugewonnen und versorgen aktuell 6,6 Millionen Haushalte in Deutschland. Das gab der Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber (Anga) am 25. April 2016 bekannt. Zugleich sind hohe Datenübertragungsraten immer mehr gefragt: Aktuell fragt schon jeder dritte Kabelinternetkunde Anschlüsse mit 100 MBit/s und mehr nach.

Von Kabelnetzbetreibern werden schnelle Internetzugänge oft günstiger als bei den Telekommunikationsunternehmen angeboten. Der Nachteil beim Kabelnetznetz sind die niedrigen Datenraten beim Upload.

Angebote von bis zu 400 MBit/s

Anga-Präsident Thomas Braun sagte: "Mit Angeboten von bis zu 400 MBit/s und einer Verfügbarkeit in 72 Prozent der Haushalte bleiben die Kabelnetzbetreiber im Breitbandinternetmarkt auch 2016 auf der Überholspur. Der kommende Standard DOCSIS 3.1 wird die Leistungsfähigkeit der Kabelnetze ab 2017 noch einmal deutlich erhöhen."

Docsis 3.1 soll 10 GBit/s erreichen. Der neue Standard soll den Datendurchsatz im Downstream und im Upstream maximieren, ohne dass Änderungen an der vorhandenen HFC-Netzinfrastruktur (Hybrid Fiber Coax) notwendig werden. Docsis 3.1 arbeitet mit Kanalbandbreiten von 192 MHz im Downstream und 96 MHz im Upstream, die aber bei Bedarf skaliert werden können. Die Obergrenze liegt bei 1.794 MHz, der Upstream wurde auf 5 MHz bis 204 MHz erweitert.

Der TV-Kabelnetzbetreiber Comcast hat bereits Testkunden und die Preise für seinen 1-GBit/s-Internetzugang mit Docsis 3.1 angekündigt.

Steigende Zahlen melden die Kabelnetzbetreiber auch bei der Nachfrage nach Pay-TV. Im Vergleich zum Vorjahr entschieden sich weitere 260.000 Haushalte für kostenpflichtige zusätzliche Programmpakete; insgesamt ein Zuwachs von sieben Prozent. Die Zahl der Kabelfernsehhaushalte ist mit 17,9 Millionen jedoch weitgehend stabil geblieben.  (asa)


Verwandte Artikel:
Glasfaser: Kanzleramtschef lässt Vectoring-Förderung einstellen   
(08.03.2018, https://glm.io/133221 )
WIK: Bayern fördert fast nur Vectoring   
(09.03.2018, https://glm.io/133256 )
Glasfaser: Vodafone will Steuergelder für neues 5G-Mobilfunknetz   
(15.01.2018, https://glm.io/132168 )
TV-Kabelnetz: Unitymedia-Kunden buchen im Durchschnitt 101 MBit/s   
(15.02.2018, https://glm.io/132798 )
USA: 750 Gemeinden betreiben ihr eigenes Breitbandnetz   
(24.01.2018, https://glm.io/132352 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/