Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/test-star-fox-zero-weltraumabenteuer-mit-cockpitproblemen-1604-120532.html    Veröffentlicht: 25.04.2016 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/120532

Test Star Fox Zero

Weltraumabenteuer mit Cockpitproblemen

In Star Fox Zero dürfen Fox McCloud und seine Kumpel erneut das Universum retten. Auf der Wii U gilt es, Asteroiden auszuweichen, Raumschiffe abzuschießen, Endbosse zu besiegen - und die komplizierte Steuerung irgendwie in den Griff zu bekommen.

Langjährigen Fans der Nintendo-Konsolen wird die Anfangssequenz von Star Fox Zero vielleicht vertraut vorkommen: Schon in Lylat Wars auf dem N64 gab es eine nahezu identische erste Mission, in der Fox und Kollegen in die Handlung rund um den bösen Obermotz Andross eingeführt und mit den ersten Gefechten vertraut gemacht wurden. Allerdings ist der Einstieg im neuen Star Fox Zero ungleich komplizierter, da die Bedienung alles andere als intuitiv funktioniert.

Schuld ist der Wii-U-Controller. Nintendo zwingt den Spieler, auf zwei Bildschirme zu starren: Während auf dem TV-Gerät der Arwing von hinten zu sehen ist, zeigt der Screen des Pads die Cockpit-Ansicht. Kompliziert wird es dadurch, dass das Zielen und Feuern auf dem Pad passiert - inklusive Ausrichtung der Kanonen durch Bewegung des Pads. Gleichzeitig muss man auf dem großen Screen verfolgen, wo sich Kontrahenten nähern und wann ausgewichen werden muss.

Es braucht deshalb einige Zeit, bis die Steuerung verinnerlicht ist. Bis dahin passiert es immer wieder, dass auf den falschen Bildschirm geschaut oder verwechselt wird, wann die Sticks zur Bedienung des Raumschiffs und wann das Pad zur Ausrichtung des Cockpits bewegt werden müssen. Eine zweite, vereinfachte Steuerungsoption mit Unterstützung des Classic Controllers wäre wünschenswert gewesen.

Abseits der Bedienung ist das Spielprinzip kaum komplizierter als vor 20 Jahren. Mit dem Arwing gilt es, sowohl in schlauchartigen Passagen als auch in offenen Leveln diversen Hindernissen auszuweichen, Kontrahenten mit unterschiedlichen Laserwaffen abzuschießen, wilde Loopings zu fliegen, für Extras und Boni durch Ringe zu steuern und auch immer wieder große Endbosse herauszufordern und die richtige Taktik zu finden, um sie auszuschalten.

Für Abwechslung sorgen die Möglichkeit, das Raumschiff in passenden Situationen in einen laufenden Roboter zu verwandeln, sowie die unterschiedliche Gestaltung der einzelnen Planeten. Flüge durch Asteroidenhagel sind ebenso dabei wie Kämpfe um Kolonien und wechselnde Planetenoberflächen.

Langzeitmotivation fehlt

Der Schwierigkeitsgrad steigt von Mission zu Mission kontinuierlich an, unterschiedliche Belohnungen je nach Abschussquote sorgen für einen gewissen Wiederspielwert. Trotzdem motiviert Star Fox Zero nicht über lange Zeit. Nach dem Durchspielen der Kampagne ist nicht mehr viel zu tun, echte Mehrspielermodi gibt es nicht, geboten wird hier im Grunde nur der Koop-Modus. In diesem steuert ein Spieler den Arwing, der andere übernimmt das Zielen und Schießen - was im Gefecht eher verwirrt als Spaß macht.

Leider ist auch die Technik bestenfalls Durchschnitt. Das Geschwindigkeitsgefühl stimmt zwar, auch bei vielen Explosionen bleibt das Spiel flüssig, dafür sind die Texturen nicht auf der Höhe der Zeit und auch der Detailgrad ist enttäuschend. Natürlich sieht Star Fox Zero besser aus als Lylat Wars - aber nicht so viel besser, wie es nach fast 20 Jahren zu erwarten gewesen wäre.

Star Fox Zero ist exklusiv für die Wii U im Handel verfügbar, kostet etwa 40 Euro und hat eine USK-Freigabe ab 12 Jahren erhalten. Ab dem 27. April 2016 ist außerdem eine First Print Edition verfügbar, die etwa 60 Euro kostet und als Bonus noch den Tower-Defense-artigen Titel Star Fox Guard enthält.

Fazit

Die Vorfreude auf das neue Star Fox war unter Nintendo-Anhängern groß - Lylat Wars genießt zu Recht auch fast 20 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung einen hervorragenden Ruf. Leider erfüllt Zero diese hohen Erwartungen nicht. Dabei stört weniger, dass es inhaltlich viele Parallelen gibt und Star Fox Zero zum Teil wie ein Recycling der alten Lylat-Wars-Level wirkt - Platz für ein gutes Weltraum-Abenteuer mit spannenden Kämpfen gibt es schließlich genug.

Viel mehr enttäuscht, dass das Spiel technisch so altbacken daherkommt und die Nutzung des Wii-U-Controllers zudem erzwungen und vor allem in der Anfangsphase aufgesetzt wirkt. Gerade aufgrund der Verschiebung bei der Veröffentlichung - Star Fox Zero sollte eigentlich bereits im November 2015 erscheinen - ist der Titel bestenfalls Mittelmaß und qualitativ weit von dem entfernt, was von Nintendo-eigenen Titeln in Normalform zu erwarten ist.  (tw)


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