Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/periskop-patent-loesung-fuer-iphone-kamerabuckel-1604-120521.html    Veröffentlicht: 25.04.2016 08:43    Kurz-URL: https://glm.io/120521

Periskop-Patent

Lösung für iPhone-Kamerabuckel

Mit einer Periskop- oder Winkelspiegel-Konstruktion im iPhone könnte Apple sogar ein Zoom-Objektiv einbauen, ohne dass herausstehende Teile die Ästhetik stören. Dafür hat Apple nun ein Patent erhalten.

Mit einem auf einem Periskop oder einem Winkelspiegel basierenden System könnte Apple in künftigen iPhones und iPads deutlich größere Brennweiten für die eingebauten Kameras ermöglichen. Der Kamerabuckel, den es beim iPhone 6S und 6S Plus sowie beim kleinen iPad Pro gibt, würde damit überflüssig.

Die Spiegelkonstruktion, die Apple in einer Patentschrift beschreibt, lenkt das Licht von der Frontlinse um 90 Grad nach unten, wo es durch weitere Linsen gelenkt wird und auf einen Bildsensor fällt, der beispielsweise im Gehäuseboden untergebracht werden kann. Damit ließen sich sogar eine Zoom-Optik und ein optischer Bildstabilisator umsetzen. Theoretisch könnte auf diese Weise sogar eine Dual-Kamera mit zwei Objektiven und zwei Sensoren gebaut werden.

Apple reichte den Patentantrag schon 2014 ein. Das US-Patent- und Markenamt erteilte jetzt das Schutzrecht unter der Registernummer 9316810.

Derartige Objektivkonstruktionen sind nicht unbekannt. So hat beispielsweise Panasonic bei seinen besonders haltbaren Kompaktkameras eine solche Technik eingesetzt, um keine hervorstehenden Teile schützen zu müssen. Außerdem ließen sich die Kameras so leichter vor Schmutz und Wasser schützen. Panasonic baute auch Zoomobjektive mit der Technik, die allerdings einen großen Nachteil hat. Die Spiegelkonstruktion schluckt vergleichsweise viel Licht, so dass die Objektive recht lichtschwach waren.

Ob Apple bei einem der kommenden iPhones wirklich eine "Knick-Optik" einsetzt, ist indes nicht gewiss. Häufig werden Patente auch nur beantragt, um der Konkurrenz bestimmte Lösungswege unmöglich zu machen oder zu erschweren. Ein Großteil der Patente oder Patentanmeldungen mündet nie in Produkten.  (ad)


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