Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/pay-tv-paramount-gibt-im-streit-um-geoblocking-nach-1604-120510.html    Veröffentlicht: 23.04.2016 12:51    Kurz-URL: https://glm.io/120510

Pay-TV

Paramount gibt im Streit um Geoblocking nach

In der Debatte um Geoblocking beim Bezahlsender Sky UK tut sich etwas: Zumindest Paramount Pictures will künftig zulassen, dass Zuschauer außerhalb der britischen Inseln ihre Angebote schauen können. Die anderen Filmstudios lenken aber noch nicht ein.

In der Auseinandersetzung wegen des sogenannten Geoblockings will das Filmstudio Paramount Pictures Verbrauchern in Europa leichteren Zugang zu seinem Angebot einräumen. Damit reagiert Paramount auf wettbewerbsrechtliche Bedenken der EU-Kommission, wie die Brüsseler Behörde am Freitag mitteilte.

Sky-UK-Kunden können nicht überall auf das Angebot zugreifen

Sie hatte im vergangenen Jahr moniert, dass Kunden des Bezahlsenders Sky UK außerhalb von Irland und Großbritannien nicht auf bestimmte Filme und Sendungen zugreifen könnten. Grund für dieses Geoblocking seien möglicherweise unzulässige Vereinbarungen zwischen dem Sender und Paramount. Regulären Abonnenten von Sky UK bleiben die Angebote also verwehrt, nur weil sie sich nicht auf den britischen Inseln befinden - ein Verstoß gegen die Wettbewerbsvorschriften der EU, wie Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager glaubt.

Die nun vorgeschlagenen Zugeständnisse von Paramount betreffen die Lizenzbedingungen des Studios. Wenn sie umgesetzt werden, dürfte Paramount nicht mehr von Sendern verlangen, das Programm für Abonnenten etwa außerhalb Großbritanniens und Irlands einzuschränken.

Nationale Urheberrechtsregeln könnten noch Probleme bringen

Eine Hürde könnten aber nationale Urheberrechtsbestimmungen bleiben. So kann es weiterhin Probleme für Kunden geben, die das Angebot über das Internet nutzen. Interessenten haben nun die Möglichkeit, zu Paramounts Angebot Stellung zu nehmen, bevor die Kommission es akzeptiert.

Brüssel geht aus ähnlichen Gründen gegen fünf weitere Filmstudios vor. Die Untersuchungen zu Disney, NBC Universal, Sony, Twentieth Century Fox und Warner Bros sind allerdings noch nicht abgeschlossen.  (tk)


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